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Risks and opportunities for the Austrian financial service industry in east- and southeastern Europe due to the financial crisis
Alexander Klien
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Betreuer*in
Jörg Finsinger
DOI
10.25365/thesis.11756
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30340.05165.706962-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die österreichische Finanzindustrie war während der Finanzkrise oft im Fokus der Medien. Speziell in der Liquiditätskrise nach der Lehman Brothers Pleite im Herbst 2008 wurde das einstige Osteuropapotential der Finanzdienstleister plötzlich als enorme Risikoquelle dargestellt. Die vorliegende Diplomarbeit hat es sich zur Aufgabe gemacht die Risiken und Möglichkeiten der österreichischen Banken und Versicherungen in ausgewählten Ländern der Region Ost- und Südosteuropa auf Grund der Finanzkrise näher zu analysieren. Es wurden Hypothesen über die Entwicklung verschiedener Bereiche (Region, Eigenkapital, Kosten, Marktposition, Regulierung) erstellt, die nach einer ausführlichen Umweltanalyse durch einen Interviewprozess getestet wurden.
Die ausgewählten Länder (Tschechien, Slowakei, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Ukraine) sind sowohl repräsentativ für die einzelnen Subregionen (Zentraleuropa, Südosteuropa, CIS) als auch für die historische Entwicklung der heimischen Banken und Versicherungen. Die ersten Expansionsschritte wurden in unmittelbar angrenzenden Ländern getätigt, da hier auch ein historischer Zusammenhalt besteht, was einen erfolgreichen Markteintritt vereinfachte. Mit zunehmenden Erfolg expandierten die Unternehmen schließlich immer weiter und schneller Richtung Osten, was auch mit der Hauptgrund für den enormen internationalen Erfolg der österreichischen Finanzindustrie war. Aufgrund der Finanzkrise besteht nun allerdings die Frage, wie man sich von einer wachstumsorientierten Strategie zu einer Krisenstrategie entwickelt.
Der erste Fokus der Arbeit liegt auf einer Analyse der Finanzstabilität der behandelten Länder. Die Informationen hierfür wurden vorwiegend von den Veröffentlichungen der individuellen Nationalbanken bezogen. Die Analyse zeigt auf, dass es sich um eine äußerst heterogene Region handelt, in der es eine große Anzahl verschiedener Risiken gibt. Die größten sind unter anderem eine hohe Staatsverschuldung, Währungsrisiken sowie eine abnehmende Höhe der Investitionen aus dem Ausland. Allerdings haben diese Risiken in den behandelten Ländern unterschiedliche Gewichtungen. Während einige Länder stark unter den Folgen der Krise leiden, wie zum Beispiel Ungarn, hielten sich manche Länder, wie Tschechien, während der größten Probleme wacker. Während sich die Slowakei durch den Euro Beitritt im Januar 2009 keine Gedanken mehr über die Währungsstabilität machen muss, haben andere Länder der Region stark damit zu kämpfen.
Die Arbeit behandelt sowohl die Aktivitäten der drei größten Österreichischen Banken (UniCredit Bank Austria, Raiffeisen International, Erste Bank) als auch der zwei größten Versicherer (Vienna Insurance Group, Uniqa). Diese Institute zählen sowohl zu den einflussreichsten Finanzdienstleistern in Österreich als auch in Zentral- und Osteuropa. Die Analyse der Unternehmen beinhaltet einen Überblick der unterschiedlichen Geschäftsmodelle, der momentanen finanziellen Lage und der Entwicklung der Länderportfolios.
Um die anfangs aufgestellten Hypothesen zu testen wurden in Rahmen der Diplomarbeit fünf Interviews sowohl mit leitenden Mitarbeitern der jeweiligen Unternehmen, als auch eines Mitarbeiters der OeNB -um die Objektivität der Analyse zu bewahren- geführt. Daraus ergab sich eine für den Ernst der Lage relativ positive Sicht der Dinge. Sämtliche Interviewpartner befanden, dass die Region noch enormes Wachstumspotential sowohl auf Banken- als auch Versicherungsseite aufweist. Weiters wird sich die dominante Position der österreichischen Finanzdienstleister in der Region kaum in Folge der Wirtschaftskrise ändern, da in den behandelten Märkten bereits große Eintrittsbarrieren bestehen. Allerdings ist die Lage in der Region trotz dessen, dass die österreichischen Banken und Versicherungen grundsätzlich gut aufgestellt sind weiterhin mit Vorsicht zu beobachten. Die Lage bleibt auf Grund der labilen Weltwirtschaft weiter angespannt.
Die Zukunft der österreichischen Finanzdienstleister wird eher von der Entwicklung der Regulierung abhängig sein, da die Unternehmen auf Grund der heterogenen Region ein gut diversifiziertes Portfolio besitzen. Durch eine striktere Regulierung könnte es zu großen Nachteilen für die Finanzdienstleister, kommen falls die Regeln nur innerhalb Europas zu einem standardisierten Markt führen. Laut den Interviewergebnissen kommt es vor allem darauf an, möglichst schnell ein gesundes Maß an Regulierung zu finden, um die Finanzmärkte in Krisensituationen stabiler zu machen ohne einen möglichen Aufschwung zu verhindern oder zu verlangsamen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Finanzdienstleister Osteuropa Finanzkrise
Autor*innen
Alexander Klien
Haupttitel (Englisch)
Risks and opportunities for the Austrian financial service industry in east- and southeastern Europe due to the financial crisis
Paralleltitel (Deutsch)
Risiken und Möglichkeiten der Österreichischen Finanzdienstleister in Ost- und Südosteuropa auf Grund der Finanzkrise
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
115 S. : graph. Darst.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Jörg Finsinger
Klassifikationen
85 Betriebswirtschaft > 85.06 Unternehmensführung ,
85 Betriebswirtschaft > 85.99 Betriebswirtschaft: Sonstiges
AC Nummer
AC08345064
Utheses ID
10608
Studienkennzahl
UA | 157 | | |
