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Die Sammlungen Peter W. und Jutta Schienerl
rezente orientalische Kultur und Kunst in Wien und Dresden
Sophie Gerber
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Christian Feest
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30168.84041.154361-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Sammlungen, die sowohl Peter W. als auch seine Frau Jutta Schienerl anlegten, und die heute in den Museen für Völkerkunde in Wien und Dresden bewahrt werden. Dabei handelt es sich um knapp 2200 bzw. 700 Objekte in Wien und nochmals über 4000 Objekte und 6500 Bilder in Peter W. Schienerls Nachlass in Dresden. Sie dokumentieren die rezente materielle Kultur des islamischen Orients in einer erstaunlichen Bandbreite. Die Arbeit gliedert sich grob in einen biographischen und einen sammlungsspezifischen Teil. Zunächst wurde versucht, Schienerls Lebensweg unter dem Aspekt seiner Sammlertätigkeit nachzuzeichnen. Er führte ihn von Wien über Kairo, wo er etwa zwanzig Jahre seines Lebens verbrachte und seiner Sammelleidenschaft nachging, bis nach München. An den biographischen Teil schließt eine Bestandserfassung der umfangreichen Wiener Sammlung an. Gegliedert in thematisch geordnete Objektkomplexe, werden die Sammlungen anhand des zusammengetragenen Materials aus Publikationen, Korrespondenz usw. in kommentierter Form präsentiert. Kernstück der Arbeit sind die Objekte ägyptischer Provenienz, da sie den mit Abstand größten Teil der Sammlungen einnehmen. Vergleichsobjekte trug er vor allem in der Türkei und Syrien zusammen. Größtes Steckenpferd Schienerls waren Schmuck und Amulette, was sich auch deutlich in den Sammlungen widerspiegelt. Weitere Schwerpunkte, die kapitelweise besprochen werden, sind Religiosa (Islamica, Coptica und Judaica), der ägyptische Zar, Glas, Hausrat, Drucke, Spielzeug, Gewichte, Textilien, Toilettbehelfe und Kosmetik, Kaffee- und Teegerät, Schreibgeräte und Siegel, Musikinstrumente, Keramik, Rauchutensilien sowie Handwerk. Darüber hinaus werden einzelne Objekte bzw. Objektreihen herausgegriffen und genauer betrachtet und beschrieben. Dabei handelt es sich entweder um für die Sammlung besonders typische und repräsentative Exemplare bzw. Serien oder um außergewöhnliche Stücke. Zum Abschluss wird ein Blick auf Peter W. Schienerls Nachlass in Dresden geworfen, der neben Objekten und Bildern auch Schriftgut wie Vorlesungsunterlagen, Korrespondenzen usw. enthält. Außerdem konnte eine Publikationsliste Peter W. Schienerls erstellt werden, die sich im Anhang befindet. In der Verknüpfung von Biographie, Sammeltätigkeit und Objektbestand wurde versucht, der Sammlung eine Story zu geben – eine Geschichte der Sammlung im doppelten Sinn zu schreiben. Die Relevanz der Arbeit ergibt sich aus der großen Anzahl der Objekte, die dementsprechend zahlreiche Aspekte islamischer Kunst und Kultur illustrieren. So kann ein Einblick in die Sammlungen gewonnen werden, der bisher nur bei kleineren Ausstellungen bzw. beschränkt auf einzelne Objekte möglich war. Während islamische Kunst meist an prachtvolle Keramiken, Teppiche und Malereien denken lässt, fokussierten die Schienerls auf kleinformatigere Stücke des täglichen Gebrauchs, allen voran Schmuck und Amulette. Auch das wissenschaftlich vorrangige Interesse am pharaonischen Ägypten teilten die Sammler nicht, so dass sich in den Depots in erster Linie Stücke des 19. und 20. Jahrhunderts finden. Daher leistet die Arbeit auch einen Beitrag zu einem wissenschaftlich oft vernachlässigten Gebiet - der rezenten materiellen Volkskultur Ägyptens. Die zudem erarbeitete Biographie Schienerls zeigt das Leben eines leidenschaftlichen Dokumentaristen und Bewahrers, der als bedeutendster Kenner des islamischen Schmuck- und Amulettbrauchtums bezeichnet werden kann. Dies wird nicht zuletzt daran deutlich, dass er es war, der erstmals den deutschen Begriff der Schmuckforschung in die wissenschaftliche Diskussion einbrachte und die Vergleichende Schmuck- und Amulettforschung ins Leben rief. Die Schrift schließt die Lücke einer ersten umfassenden Arbeit zur Sammlung Peter W. Schienerl, noch dazu in Verbindung mit den Beständen seiner Frau und dem Nachlass in Dresden. Zu hoffen ist, dass sie zu weiteren Auseinandersetzungen mit Schienerls Leben und Werk anregt und dass seine Sammlungen auch in Zukunft erforscht, bewahrt und vor allem in Schausammlungen oder Dauerausstellungen einer breiteren Öffentlichkeit gezeigt werden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Sammlung Sammler Peter W. Jutta Schienerl MVW materielle Kultur Orient Ägypten
Autor*innen
Sophie Gerber
Haupttitel (Deutsch)
Die Sammlungen Peter W. und Jutta Schienerl
Hauptuntertitel (Deutsch)
rezente orientalische Kultur und Kunst in Wien und Dresden
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
96 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christian Feest
Klassifikationen
73 Ethnologie > 73.05 Ethnologische Museen ,
73 Ethnologie > 73.21 Gebrauchsgegenstände ,
73 Ethnologie > 73.29 Materielle Kultur: Sonstiges
AC Nummer
AC07663095
Utheses ID
1076
Studienkennzahl
UA | 307 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1