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Die Korrespondenz des Daniel von Cornides mit Tamás Róth von Királyfalva
Zsuzsanna Nemeth-Török
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Andrea Seidler
DOI
10.25365/thesis.11987
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29960.32323.431163-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht das Leben und Wirken des Daniel Cornides, eines Gelehrten im ungarischen Königreich des 18. Jahrhunderts vor dem kulturpolitischen Hintergrund in Europa allgemein mit Erwähnung der wichtigsten Protagonisten der Aufklärung und Skizzierung der speziellen Lage in Ungarn nach den Befreiungskämpfen gegen die Türken und Niederwerfung des Rákóczi-Aufstandes, was natürlich eine Phasenverschiebung bezüglich Ausbreitung auklärerischen Gedankengutes bewirkte.
Cornides besuchte die renommierteste Schule des Landes, das Evangelische Lyzeum in Preßburg, absolvierte das Studium auf der geisteswissenschaftlichen Fakultät in Erlangen, da zu dieser Zeit der Zutritt für evangelische Studenten an die Universitäten des Kaiser- und Königreichs noch verwehrt war. Cornides kehrte dann in die Heimat zurück. Da er im Gegensatz zu den meisten seiner gelehrten Freunde nicht Theologe war, musste er sich um eine entsprechende Anstellung umsehen. Nach den schweren Jahren als Erzieher bei der Familie Baron Wesselényi und als Deutschlehrer am reformierten Kollegium in Klausenburg folgte vielleicht die glücklichste Zeit in seinem Leben, als József Graf Teleki ihn als Privatsekretär anstellte. Teleki konnte ihm ein Umfeld bieten, in dem er genug Zeit fand, sich historischen Studien widmen zu können. Als Reisebegleiter des Grafen war es Cornides möglich verschiedene Bibliotheken und Familienarchive studieren zu können. Unter Josef II. erfolgte seine Ernennung zum Professor der Diplomaik und Heraldik und zum Kustos der Universitätsbibliothek an der Universität Pest, da diese nun auch den Protestanten offen stand.
Ausgangspunkt für diese Dissertation war die umfangreiche Briefsammlung des Daniel Cornides, die zum großen Teil in der Ungarischen Akademie der Wissenschaften aufbewahrt wird. Aus diesem Konvulut wählte ich seine lateinische Korrespondenz mit Tamás Róth, dem Schwiegervater seines Mäzens, József Graf Teleki. Es wa meine Aufgabe diese Biefe zu übersetzen, den Briefstil Cornides´ zu analysieren und seine wissenschaftlichen Forschungsergebnisse mit dem heutigen Stand der Wissenschaft zu vergleichen.
Dieser Briefwechsel spiegelt nicht nur den großen Respekt füreinander wider, sondern gibt auch preis, welche historischen Themen den Gelehrten gerade beschäftigten und seinen nicht minder belesenen Briefpartner interessierten. Als Privatsekretär bei Teleki konnte er einen intimen gelehrten Kreis aus den Familienmitgliedern um sich scharen, wie Teleki, Róth und Gedeon Graf Ráday, Telekis Onkel. In diesem Kreis konnte er seine neuesten Forschungsergebnisse vortragen. Die Briefe an Róth entspringen dem Umstand, dass dieser sich zumeist auf Schloss Szirák aufhielt, und auf diese Weise von Cornides über Themen, wie die Abstammungsgeschichte der Ungarn, die Taten der Hunnen, der Verbleib der Awaren, die Privilegien der Kumanen und Jassen, die ungarische Kerbschrift und ihr Ursprung, sowie die ungarische Sprache mit Etymologie besonderer Begriffe, unterrichtet wurde.
Allein die Namen der Briefpartner verraten schon, dass Cornides einer der bekanntesten und umtriebigsten der Gelehrten seiner Zeit war. Die Länge der Literaturliste dieser Dissertation bezeugt die enorme Belesenheit Cornides´, der selbstverständlich die antiken Autoren, aber genauso auch die neuesten Erscheinungen auf dem Buchmarkt studierte. Umso größer ist die Verwunderung darüber, dass er in Ungarn in Vergessenheit geraten ist. Eine Erklärung dafür ist die lateinische Sprache, die den Zugang zu seinen Briefen und Manuskripten mit Sicherheit erschweren.
Vielleicht dient diese Arbeit seiner Wiederentdeckung. Er selbst war aufgrund seines frühen Todes nicht in der Lage, seine umfangreiche Manuskripten- und Münzsammlung zu publizieren.
Abstract
(Englisch)
The focus of this thesis lies on the life and work of Daniel Cornides, a scholar in the Hungarian Kingdom of the 18th century, and on the cultural and political background in Europe generally in the Age of Enleightenment and in Hungary specifically. There these ideas arrived later, because of the political situation after the defeat of the Turcs and the abolition of the Rákóczi-insurrection.
Cornides attended the best school at that time, the Evangelical Lyceum in Preßburg (Pozsony, Bratislava), completed his studies at the University of Erlangen and finally returned home. Contrarily to most of his scholar friends he was not theologian, so he had to look for an appropriate job. After the difficult years spent as educator with the family of the Baronet Wesselényi and as German teacher at the Calvinist College in Klausenburg (Kolozsvár, Cluj) followed the maybe happiest period of his life when the Count József Teleki hired him as his private secretary. Teleki could offer him a milieu in which Cornides had enough time to devote to historical studies before he would become, under the reign of Joseph II, a professor at the University of Pest.
The starting point of this thesis was formed by the extensive collection of letters of Daniel Cornides, largely kept in the Hungarian Academy of Sciences. Out of this collection I have chosen his correspondence in Latin with Tamás Róth de Királyfalva, the father in law of his patron, the Count József Teleki. It was my task to translate these letters, to study Cornides´s style of expression, to compare his conclusions to today´s scientific research.
This exchange of letters reflects not only the great respect shown towards each other by the corresponding partners but also reveals the historical issues which occupied the scholar at that time and also interested his correspondent who was not less erudite. He was able, as private secretary at Teleki´s, to gather an intimate circle of scholars out of the family members around himself, like Teleki, Róth and Count Gedeon Ráday, Teleki´s uncle. In this circle, he could present the most recent results of his research. Róth spent most of his time at his castle of Szirák, this is why Cornides informed him of topics such as origin of the Hungarians, the deeds of the Huns, the fate of the Avars, the privileges of the Cumans and Iasses, the Hungarian runes and their origin or the Hungarian language and the etymology of some special expressions via letters.
Even the names of his correspondents reveal that Cornides was one of the most famous and busiest scholars of his time. The length of the bibliography of this thesis testifies the enormous erudition of Cornides who knew – as matter of course – the ancient authors but studied the most recent publications on the bookmarket as well. The greater is the astonishment about the fact that he has sunk into oblivion in Hungary. One possible explanation could be the fact that he wrote in Latin, which surely makes access to his letters and manuscripts more difficult.
Perhaps this work will serve his re-discovery. Due to his early death, Cornides was not able to publish the extensive collection of his manuscripts and coins.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Daniel Cornides Cornides´s correspondents discussion of Cornides´s style of expression discussion of Cornides´s scientific research found in his correspondence with Tamás Róth
Schlagwörter
(Deutsch)
Daniel Corides Cornides´Briefpartner Cornides´ Schreibstil Diskussion von Cornides´ wissenschaftlicher Forschung in seiner Korespondenz mit Tamás Róth
Autor*innen
Zsuzsanna Nemeth-Török
Haupttitel (Deutsch)
Die Korrespondenz des Daniel von Cornides mit Tamás Róth von Királyfalva
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
320 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Andrea Seidler ,
Peter Ötvös
AC Nummer
AC08346458
Utheses ID
10811
Studienkennzahl
UA | 092 | 381 | |
