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Denkaufgabe
zum auszutragenden Engagement in Walter Benjamins "Kunstwerkaufsatz"
Matthias Schmidt
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Wolfgang Müller-Funk
DOI
10.25365/thesis.12230
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29882.38941.284163-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit versucht eine neuartige Perspektive auf Walter Benjamins Kunstwerkaufsatz zu eröffnen, indem die im Aufsatz angewandten Schreibstrategien als Umsetzung eines indirekten politischen Engagements nachgezeichnet werden.
In einem ersten Teil wird Benjamins spezifisches Verständnis von Engagement rekonstruiert, wie er es zwischen den Jahren 1929 und 1935 entwickelte. Dabei wird nicht nur auf die expliziten Äußerungen im Rahmen seiner Kritiken und Essays eingegangen, sondern auch die bisher kaum beleuchtete Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht an einem letztlich gescheiterten Zeitschriftenprojekt dahingehend miteinbezogen. In der kritischen Auseinandersetzung mit Brechts ästhetisch-politischem Ansatz zeichnet sich eine indirekte Auffassung von politischer Einflussnahme im Sinne Benjamins ab. Diese kann bis zum Vortrag 'Der Autor als Produzent' im Pariser Exil 1934 als eine Forderung aufgefasst werden, den Theoretiker als einen technisch-reflexiven Informanten der Kunstschaffenden zu verstehen. Indem theoretisches Engagement so einer vorgelagerten, kunstpolitischen Ebene zugewiesen wird, wird deutlich,
dass die von ihm geforderte Information und Agitation anderer Intellektueller eine für Benjamin selbst unerfüllte Aufgabe blieb.
Im zweiten Teil der Arbeit wird daher der Aufsatz 'Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit' einer Relektüre unterzogen, die Benjamins Anforderungen an dementsprechend engagierte Theoriebildung nachspürt. Dabei kann gezeigt werden, dass nicht nur Verweise auf die literaturpolitische Situation des Jahres 1935 im Einklang mit diesen Voraussetzungen stehen und auch Benjamins aktives Auftreten als intellektueller Informant dem rekonstruierten Schema entspricht. Darüber hinaus erweist sich der Aufsatz auf funktionaler Ebene so konzipiert, dass er gleichzeitig die
Qualitäten einer theoretischen Gegenwartsdiagnose und einer provozierenden Thesenschrift vereinen soll. Der oftmals bemerkte Grundwiderspruch des Textes, dass die eigenen politischen Anforderungen nicht mit den in Schwebe gehaltenen Betrachtungen zur Kunst im Zeitalter des Medienwandels der 1930er-Jahre zusammenstimmen, wird somit als eine textuelle Strategie lesbar, die aktiv auf Ein- und Widersprüche von intellektuellen Mitstreitern hin angelegt ist. Diese Form der vorgelagerten Einmischung lässt sich dadurch als konsequente Umsetzung eines indirekten, kooperativen Engagements verstehen, das durch die Aufwertung der Rezipierenden mit Benjamins Überlegungen zum Fortleben von Texten verknüpft werden kann. Gemäß der
Anforderungen, gleichermaßen für theoretisches Rüstzeug und intellektuelle Entrüstung zu sorgen, werden zentrale Widersprüche des Kunstwerkaufsatzes nachvollziehbar.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Walter Benjamin Bertolt Brecht Engagement Kunstwerk Produzent
Autor*innen
Matthias Schmidt
Haupttitel (Deutsch)
Denkaufgabe
Hauptuntertitel (Deutsch)
zum auszutragenden Engagement in Walter Benjamins "Kunstwerkaufsatz"
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
180 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Wolfgang Müller-Funk
AC Nummer
AC08348453
Utheses ID
11024
Studienkennzahl
UA | 332 | | |
