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Nachhaltige Entwicklung und genmanipulierte Nutzpflanzen. Effekte der Einführung genmanipulierter Soja auf das soziale und ökologische System der Familienlandwirtschaft.
Laura Klueber
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Christian Vogl
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.12232
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29116.89939.897962-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Der Anbau von genmanipulierten Nutzpflanzen ist besonders in den letzten fünf Jahren weltweit stark angestiegen. Multinationale Biotech- Konzerne und andere Befürworter der „Grünen Gentechnik“ betonen immer wieder deren Bedeutung für Entwicklungsländer, um Ernährungssicherheit zu gewährleisten, die Umwelt zu schützen und Armut zu reduzieren. Kurz: Um eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft zu ermöglichen. Dabei sollen besonders ressourcenarme Kleinbauern von den angeblichen Vorteilen genmanipulierter Nutzpflanzen profitieren. Kritiker der „Grünen Gentechnik“ hingegen befürchten jedoch weitreichende negative Auswirkungen auf die natürliche Umwelt und den Menschen, die den Nutzen dieser Technologie gerade für Kleinbauern in Frage stellen. Die Erfahrungen der Familienlandwirtschaft mit gentechnisch veränderter Soja in der Region Santa Rosa, Rio Grande do Sul, Brasilien bestärken diese Befürchtungen. Sowohl in ökologischer, als auch in sozioökonomischer Hinsicht zeigt sich, dass der Anbau von Gensoja einer nachhaltigen Entwicklung der Familienlandwirtschaft entgegenwirkt. Da die natürliche Umwelt neben dem Wirtschaftsraum auch gleichzeitig den Lebensraum der Kleinbauern darstellt, sind ökologische und sozioökonomische Effekte des Gensojaanbaus eng miteinander verwoben. Hohe Produktionskosten und fehlende Ertragssteigerungen führen in Kombination mit der Abhängigkeit von der intensiven Verwendung von Pflanzenschutzmitteln bei der transgenen Sojaproduktion sowie den noch nicht abschätzbaren Risiken der Genmodifikation zu einer hohen Zukunftsunsicherheit hinsichtlich der eigenen landwirtschaftlichen Existenz und Gesundheit. Das Auftreten von Unkrautresistenzen, neuen Krankheiten und Schädlingen bei Gensoja verursachen darüber hinaus eine weitere Intensivierung der Giftverwendung. Obwohl sich die Familienlandwirtschaft der negativen Auswirkungen der Umweltgifte bewusst ist, kommt es angesichts geringer Wahl- und Handlungsmöglichkeiten in Kombination mit einer strukturell schwierigen landwirtschaftlichen Situation zu einer „gefühlten Pfadabhängigkeit“ hinsichtlich des transgenen Sojaanbaus, die eine Rückkehr zu anderen Produktionsmethoden verschließt. Lebensqualität und Wohlstand der betroffenen Kleinbauern haben sich durch den Anbau von Gensoja folglich nicht verbessert. Doch auch die Zukunftsperspektive der familienlandwirtschaftlichen Biosojaproduktion wird aufgrund der toxikologischen und genetischen Kontaminationsgefahr durch transgen bewirtschaftete Nachbarfelder enorm eingeschränkt. Sofern sich der Gensojaanbau auch weiterhin in der Region ausbreiten sollte, wird die Zukunft der Familienlandwirtschaft darin liegen, die exportorientierte Sojaproduktion aufzugeben und sich auf die Produktion von Nahrungsmitteln zu konzentrieren.
Abstract
(Englisch)
The global cultivation of genetically modified crops has seen an enormous increase in the last five years. Multinational Biotech corporations and other proponents of genetic engineering in agriculture accentuate consistently its significance for developing countries in terms of food security, protection of the environment and poverty reduction. In other words: to facilitate the sustainable development of agriculture. Particularly, ressource- poor small scale farmers are to benefit from the supposed gain of genetically modified crops. However, critics of genetic engineering in agriculture suspect negative large scale implications for the environment and the human being that question the benefits of this technology particularly for small scale farmers. The experience of family agriculture with genetically modified soy in the region of Santa Rosa, Rio Grande do Sul, Brazil confirms these fears. In regard of ecological and socioeconomic aspects, the cultivation of transgenic soy rather antagonizes a sustainable development of family agriculture. Given that for small scale farmers the natural environment is economic and living space at the same time, ecological and socioeconomic impacts of the cultivation of transgenic soy are strongly connected. High production costs and absent yield increases in combination with dependence on the intensive use of agricultural pesticides in transgenic soy production as well as yet unassessable risks of the genetically modified traits, lead to high insecurity in terms of their own agricultural existence and health. The appearance of resistent weeds, new diseases and pests in transgenic soy causes a further intensification of agricultural pesticide use. Although small scale farmers are conscious about the negative impacts of these toxic substances, marginal options and possible courses of action in combination with a challenging structural agriultural situation lead to the perception of path dependence in respect of trangenic soy, which blocks a return to different production methods. Hence, quality of life and wealth of the affected small scale farmers did not improve due to transgenic soy cultivation. Moreover, the future perspective of family based organic soy production is constrained as well, because of the hazard of toxicologic and genetic contamination by transgenically cultivated neighbour fields. In case of a further expansion of transgenic soybean cultivation in the region, the future of family agriculture is to quit export orientated soy production and to concentrate on food production.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
sustainable development genetic engineering GMOs soy family agriculture small scale farmers Brazil
Schlagwörter
(Deutsch)
Nachhaltige Entwicklung Grüne Gentechnik GVOs Soja Familienlandwirtschaft Kleinbauern Brasilien
Autor*innen
Laura Klueber
Haupttitel (Deutsch)
Nachhaltige Entwicklung und genmanipulierte Nutzpflanzen. Effekte der Einführung genmanipulierter Soja auf das soziale und ökologische System der Familienlandwirtschaft.
Paralleltitel (Englisch)
Sustainable development and genetically modified crops. Impacts of the introduction of GM- soy on the social and ecological system of small scale farmers. Case study from Rio Grande do Sul, Brazil.
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
142
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christian Vogl
Klassifikationen
43 Umweltforschung > 43.70 Entwicklungsländer und Umwelt ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC08380753
Utheses ID
11026
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
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