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Finden und Erfinden
der Umgang mit Geschichte in Salman Rushdies "Midnight's children" und Thomas Pynchons "Vineland"
Martina Breithofer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Ernst Grabovszki
DOI
10.25365/thesis.12351
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29141.23814.885263-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Gattung des historischen Romans, genauer gesagt mit dem postmodernen historischen Roman und der Art und Weise, wie Geschichte in diesem Genre verarbeitet wird. Seit den Anfängen der Gattung bei Sir Walter Scott im 19. Jahrhundert war dessen Hauptmerkmal, nämlich die Verbindung von historischen Fakten mit literarischen Fiktionen, nicht nur unter Wissenschaftlern, sondern auch unter Kunstschaffenden umstritten. Während in früheren Zeiten viel Wert darauf gelegt wurde, die Literatur der Historie anzupassen, um den Vorsatz der Faktentreue nicht zu gefährden, zielt das Genre in der Postmoderne darauf ab, den Konstruktcharakter jeglicher vermeintlich glaubwürdiger und feststehender Wahrheiten der Geschichte sichtbar zu machen, ebendiese Wahrheiten zu hinterfragen und zu verdeutlichen, dass die Möglichkeit einer alleingültigen Version der Geschichte eine utopische Vorstellung ist, da selbst vor dem Hintergrund der löblichsten und ernsthaftesten Absichten zur Verfassung einer realen, wahren und faktischen Historie jeder Historiograph seine subjektiven Anschauungen und Vorstellungen in seine Arbeit miteinfließen lässt.
Zwei sehr eindrucksvolle Beispiele für solch postmoderne historische Romane sind Salman Rushdies Midnight’s Children und Thomas Pynchons Vineland. Beide Werke üben, so unterschiedlich sie auch sein mögen, scharfe Kritik an herkömmlichen Geschichtsbildern. Rushdie benutzt seinen Protagonisten/Erzähler Saleem Sinai um zu veranschaulichen, wie leicht Geschichte verfälscht und verdreht werden kann, ohne dass es dazu immer eine böse Absicht bräuchte. Außerdem stellt Rushdie mit Hilfe des Erzählers private Geschichte auf eine Stufe mit der Weltgeschichte und zeigt, wie die reale Vergangenheit, die wir in unserem Gedächtnis gespeichert zu haben glauben, tatsächlich durch den Filter einer unzuverlässigen Erinnerung verzerrt wird.
Thomas Pynchon prangert vor allem die Medien und die Regierung an, Geschichte zu manipulieren, um in den Köpfen der Bürger eine für die Obrigkeit weitaus günstigere Version zu festigen, als dies die Realität je sein könnte. Pynchon wehrt sich gegen diesen Umstand, indem er unverhohlen eine radikale Gegengeschichte von Erpressung, Zerstörung und Betrug erzählt, in der das medial aufwändig geschönte Bild der Großen und Mächtigen grobe Risse erhält.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Rushdie, Salman Pynchon, Thomas Geschichte historischer Roman Postmoderne
Autor*innen
Martina Breithofer
Haupttitel (Deutsch)
Finden und Erfinden
Hauptuntertitel (Deutsch)
der Umgang mit Geschichte in Salman Rushdies "Midnight's children" und Thomas Pynchons "Vineland"
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
110 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ernst Grabovszki
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.80 Literarische Gattungen: Allgemeines
AC Nummer
AC08375593
Utheses ID
11132
Studienkennzahl
UA | 393 | | |
