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Die rasenden Mänaden
Wahnsinn und Ekstase in Mythos, Ritual, Tragödie
Rosa John
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Brigitte Marschall
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.12411
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30060.43962.310253-5
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Geschichte der Mänaden ist eine Aneinanderreihung von Ambivalenzen. Die Geschlechterzuschreibungen, das Rollenverhalten, körperliche Grenzen werden verdreht, umgedreht, überwunden. Bei all den Grenzüberschreitungen, Wertumkehrungen, Rollenwechseln, denen man bei der Auseinandersetzung mit dem Dionysoskult und den Mänaden begegnet, wird klar, dass diese „Grenzen“ letztlich nicht existieren. Mänaden (μαινάδες, mainades) heißt übersetzt „die Rasenden“, sie sind die Begleiterinnen, Verehrerinnen, aber auch Gegenspielerinnen des Dionysos. Es gibt mythische Mänaden sowie historische Mänaden, Frauen der Antike, welche etwa das Ritual der Oreibasia, eine nächtliche Bergbesteigung mit Tanz, ausführten. Die tragischen Mänaden sind einerseits literarische Figuren (v.a. durch Euripides’ Bakchen geprägt), andererseits wurden diese aber auch leibhaftig von Schauspielern verkörpert. Um das Phänomen Mänaden verstehen zu können, habe ich anhand der ausgewählten Forschungsliteratur die groben Zusammenhänge von Mythos – Ritual – Theater/Tragödie – Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung der Situation der Frauen und der Einstellung zum Wahnsinn nachgezeichnet. Nach Analyse der Faktoren, die das Handeln der Mänaden bezeichnen, lässt sich nachvollziehen: Tanz, Trommel, Gesänge, Thyrsosstampfen rhythmisieren, Flöte, Kithara, Fackel betören. Der Umgebungswechsel sowie Pflanzenschmuck, gelöstes Haar, Kleidung mit Tierfellen fördern den Identitätswechsel. Die kontinuierliche Bewegung und das Aufgehen im Rhythmus induzieren die Trance, helfen dem Enthousiasmos und ermöglichen die Ekstasis. Die Bewusstseinserweiterung, die Loslösung vom Hier-und-Jetzt und den physischen Begrenzungen wird als Erfahrung von etwas Fremdem, das zugleich Teil des Selbst ist, erfahren.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Griechische Antike Tanz Trance Frauen Euripides Bakchen Mania
Autor*innen
Rosa John
Haupttitel (Deutsch)
Die rasenden Mänaden
Hauptuntertitel (Deutsch)
Wahnsinn und Ekstase in Mythos, Ritual, Tragödie
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
273 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Marschall
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.01 Geschichte der Wissenschaft und Kultur ,
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.19 Antike Religionen: Sonstiges ,
20 Kunstwissenschaften > 20.10 Kunst und Gesellschaft ,
24 Theater, Film, Musik > 24.06 Theatergeschichte ,
71 Soziologie > 71.33 Frau
AC Nummer
AC08405681
Utheses ID
11189
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
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