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Stressverarbeitung und Kontrollüberzeugungen bei Angehörigen von Menschen im Wachkoma
Rita Steinhardt
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Ilse Kryspin-Exner
DOI
10.25365/thesis.12420
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29660.79625.847964-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das Forschungsinteresse der vorliegenden Studie lag darin zu untersuchen, ob und inwiefern es Unterschiede zwischen verschiedenen Angehörigengruppen gibt. Bei den Angehörigen handelte es sich um Personen, deren Familienmitglied im Wachkoma liegt. Um die einzelnen Gruppen zu definieren, wurden die Variablen Pflegesituation, Pflegedauer, Besuchsfrequenz und Aktivität bezüglich Selbsthilfeforen im Internet gewählt.
Insgesamt umfasste die Stichprobe 91 Angehörige von Menschen im Wachkoma. Die Untersuchung erfolgte sowohl in Institutionen in Österreich als auch im deutschsprachigen Raum. Die Stichprobe wurde durch einen Fragebogen im Papier-Bleistift Format als auch durch einen gleichwertigen Onlinefragebogen erreicht. Das Alter der Teilnehmer lag zwischen 18 und 87 Jahren. Die Stichprobe bestand aus 74,73% weiblichen und 25,27% männlichen Angehörigen. Davon befand sich bei 70,3% der Angehörigen der Wachkomapatient im Pflegeheim und 29,7% Angehörige bewältigten die Pflege zu Hause. 60,4% der Probanden besuchten ihren Angehörigen häufiger als zwei Mal in der Woche, bei 39,6% war dies weniger als zwei Mal in der Woche der Fall. Bei 63,75% der Angehörigen dauerte die Pflegesituation länger als drei Jahre an, bei 36,6% waren es weniger als drei Jahre.
Als Testverfahren kamen der Stressverarbeitungsfragebogen 120 (SVF-120) von Janke, Erdmann und Ising (1985) und der Fragebogen für Kompetenz-und Kontrollüberzeugungen (FKK) von Krampen (1991) zur Anwendung.
In der vorliegenden Untersuchung zeigte sich, dass Angehörige, die länger als drei Jahre pflegen, signifikant höhere Werte auf den Skalen POS1 (kognitive Strategien wie Abwehr/Abwertung), POS2 (Hinwendung zu positiven Situatio-nen/Ablenkung) und POS3 (Kontrolle des Stressors, Zuschreibung von Kompetenz) aufwiesen. Angehörige, die kürzer als drei Jahre pflegen, wendeten die Strategie Pharmakaeinnahme signifikant häufiger an als Angehörige, die länger als drei Jahre pflegen. Weiters haben Angehörige, die Selbsthilfeangebote im Internet wenig bis gar nicht wahrnehmen, signifikant höhere Werte auf der POS1 Skala (kognitive Strategien wie Abwehr/Abwertung) gezeigt. Angehörige, die zu Hause pflegen, haben signifikant höhere Werte auf der Skala Soziale Externalität (FKK-P) gezeigt. Angehörige, die länger als drei Jahre pflegen, haben signifikant höhere Werte auf der Skala Selbstkonzept eigener Fähigkeiten (FKK-SK) gezeigt. Angehörige, die den Patienten seltener als zweimal in der Woche besuchen, haben signifikant höhere Werte auf der Skala Selbstkonzept eigener Fähigkeiten (FKK-SK) gezeigt. Weiters hat sich gezeigt, dass Angehörige, die den Patienten häufiger als zweimal in der Woche besuchen, signifikant höhere Werte auf der Skala Fatalistische Externalität (FKK-C) aufwiesen. Aufgrund der Ergebnisse der vorliegenden Studien zeigt sie die Notwendigkeit einer intensiven Unterstützung der Angehörigen von Menschen im Wachkoma während der gesamten Pflegedauer.
Abstract
(Englisch)
The aim of the present study was to investigate the question whether or not differences between several groups of caregivers of a family member with appallic syndrome emerge. To define the groups, the following variables were created: caregiving situation, duration of caregiving, frequency of visiting and activity concerning internet-based self-help groups.
The sample consisted of 91 persons who took care of a patient with appalic syndrome. The study took place in institutions in Austria and in the german-speaking area. The sample was reached via a paper-pencil questionnaire and an equal online-version of the questionnaires. The participants were aged between 18 and 87 years. The sample consisted of 74,73% female and 25,27% male caregivers. 70,3% were taking care of the patient in a nursing home, 29,7% were managing the care-situation at home. 60,4% of the participants visited their family member more than twice a week, 39,6% visited less than twice a week. In 63,75% of the caregivers the caregiving-situation lasted longer than three years, in 36,6% it lasted less than three years.
The Stressverarbeitungsfragebogen 120 (SVF-120) by Janke, Erdmann & Ising (1985) and the Fragebogen für Kompetenz-und Kontrollüberzeugungen (FKK) by Krampen (1991) were administered in this study.
Findings of the present study showed that caregivers, who found themselves in the caregiving situation longer than three years, scored significantly higher on the POS1, POS2 and POS3 scales, which are defined to describe stress-reducing strategies. Persons who gave care less than three years scored significantly higher concerning the coping strategy Pharmakaeinnahme. Caregivers, who didn't or barley used self-help on the internet, showed significant higher scores on the Soziale Externalität scale (FKK-P). Participants, who gave care longer than three years, showed significant higher scores on the Selbstkonzept eigener Fähigkeiten scale (FKK-SK). Caregivers, who visited their family member less than twice a week, showed higher scores on the Selbstkonzept eigener Fähigkeiten scale (FKK-SK). Furthermore, caregivers who visited more than twice a week have shown significant higher scores on the Fatalistische Externalität (FKK-C) scale. Findings of the present study show that it is necessary to support the caregivers of a patient with apallic syndrome during the care-giving process.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
coping locus of control caregiver persistent vegetative state
Schlagwörter
(Deutsch)
Stressverarbeitung Kontrollüberzeugungen Angehörige Wachkoma
Autor*innen
Rita Steinhardt
Haupttitel (Deutsch)
Stressverarbeitung und Kontrollüberzeugungen bei Angehörigen von Menschen im Wachkoma
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
140 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ilse Kryspin-Exner
Klassifikation
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC08472009
Utheses ID
11198
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
