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Prüfung von Einflussfaktoren auf ästhetische und persönlichkeitsbezogene Urteile auf Basis der Profilbilder von Dysgnathiepatienten
Katrin Hütter
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Reinhold Jagsch
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.12485
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29512.18493.718666-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde die Beurteilung von Attraktivität und Persönlichkeit von Dysgnathie-Patienten untersucht. Dabei richtete sich das Augenmerk auf Kontextfaktoren, die die Urteile seitens der wahrnehmenden Person beeinflussen können. Verwendete Untersuchungsinstrumente waren der „Fragebogen zur Beurteilung von Attraktivität und Persönlichkeit von Dysgnathiebildern“ der Universität Wien als auch ein generisches Instrument zur Erfassung der Lebensqualität, der „Fragebogen zum Gesundheitszustand – Short-Form 36“ von Bullinger und Kirchberger (1998). Zudem wurden soziodemographische Variablen wie Bildungsstand, Alter und Geschlecht erhoben, die benötigte Zeit bei der Urteilsabgabe festgehalten und ein Teil der Stichprobe einer vorhergehenden Belastung ausgesetzt. Eine durchgeführte Faktorenanalyse bestätigte die beiden Dimensionen der Attraktivität und Persönlichkeit im erst genannten Fragebogen. Die Vorgabe erfolgte in fünf unterschiedlichen Versionen, die veränderte Darbietungen der Bildreihenfolge beinhalteten. Drei Fragebogenversionen begannen jeweils mit einem Bild einer Prognathie-Patientin vor einer Korrekturoperation und zwei mit einem eugnathen Profil. Teilnehmer, die eine der erstgenannten Versionen erhielten, gingen als geprimt in die Untersuchung ein. An der Studie nahmen 82 Personen gleicher kultureller Herkunft (Europa) teil, die 40 Bilder von ausschließlich weiblichen Patientinnen zu beurteilten hatten. Die Darstellungen zeigten sowohl Prognathie- und Progenie-Patientinnen vor und nach einem kieferchirurgischen Eingriff als auch Personen mit eugnather Kieferstellung. Jedes Profil musste bezüglich acht Dimensionen beurteilt werden, deren Pole jeweils eine positive und eine negative Eigenschafts- oder Ästhetikzuschreibung bildeten: unschön – schön, unsympathisch – sympathisch, unattraktiv – attraktiv, unintelligent – intelligent, aggressiv – gutmütig, gehemmt – selbstsicher, brutal – sanft, dominant – nachgiebig. Die Ergebnisse zeigten, dass sich in einigen Dimensionen Beurteilungsunterschiede in Abhängigkeit der Belastung, der physischen Gesundheit, des Primings und des Alters ergaben. Personen ohne Vorbelastung beurteilten die Prognathie-Patientinnen vor und nach der Operation als schöner, attraktiver und weniger gehemmt als Personen mit einer entsprechenden Belastung. Die Progenie-Patientinnen wurden vor der Korrektur attraktiver, sanfter und nachgiebiger beurteilt und nach dem Eingriff als schöner, wenn keine Belastung vorlag. Bezüglich des Gesundheitszustands konnte festgestellt werden, dass Personen, die sich selbst als weniger physisch gesund erlebten, beide Patientengruppen nach der Operation sanfter beurteilten als jene mit gutem physischen Zustand. Gleiches zeigte sich bei der Beurteilung der eugnathen Gesichter. Der Primacy-Effekt hatte präoperativ Auswirkungen bezüglich der Dimension „brutal vs. sanft“, postoperativ bei „dominant vs. nachgiebig“. Die Gruppe, deren erstes Bild eine Dysgnathie-Patientin zeigte, beurteilte die präoperativen Prognathie-Gesichter als sanfter im Vergleich zur Gruppe, die geprimt wurde. Postoperativ wurden die Prognathie-Patientinnen von der Priminggruppe weniger dominant erlebt. Grundsätzlich beurteilten ältere Personen beide Patientengruppen postoperativ als attraktiver im Vergleich zu jüngeren Testpersonen. Eine derartige Tendenz zeigte sich auch in der Dimension „unintelligent vs. intelligent“ bezüglich der Progenie-Patientinnen nach der Operation, allerdings nur auf dem 5%-Niveau. Ältere Teilnehmer nahmen die Patientinnen im Vergleich zur jungen Altersgruppe als intelligenter wahr. Zudem zeigten sich auch Unterschiede zwischen älteren und jungen Testpersonen bei der Beurteilung der Eugnathie-Profile. Ältere Personen bewerteten diese als selbstsicherer. Die Kontextfaktoren Geschlecht, Bildung, Bearbeitungsstil und psychische Gesundheit hatten keinen Einfluss auf die Bewertungen. Bezüglich der eingriffsspezifischen Bewertungen konnte in keiner der berücksichtigten Dimensionen ein Unterschied zwischen den beiden Patientengruppen festgestellt werden. Die Kontrollgruppe wurde generell zu beiden Testzeitpunkten positiver beurteilt. Lediglich in der Dimension „dominant vs. nachgiebig“ zeigten sich postoperativ keine signifikanten Unterschiede mehr zwischen der Kontroll- und Progenie-Gruppe. Bezogen auf den postoperativen Vergleich der Prognathie-Profile mit der Kontrollgruppe zeigten sich signifikante Unterschiede nur mehr auf dem 5%-Niveau. Die beobachteten Zeiteffekte lassen darauf schließen, dass die Patientinnen vor und nach der Operation unterschiedlich bewertet wurden. Prognathie- und Progenie-Profile wurden nach dem kieferchirurgischen Eingriff als schöner, sympathischer, attraktiver, intelligenter, gutmütiger, selbstsicherer und sanfter wahrgenommen. Lediglich die Prognathie-Patientinnen wurden nach der Operation ähnlich dominant beurteilt als zuvor.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Kontextfaktoren Urteiler Ästhetik Persönlichkeit Dysgnathie Progenie Prognathie Persönlichkeitsstheorien Stereotype
Autor*innen
Katrin Hütter
Haupttitel (Deutsch)
Prüfung von Einflussfaktoren auf ästhetische und persönlichkeitsbezogene Urteile auf Basis der Profilbilder von Dysgnathiepatienten
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
II, 86 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Reinhold Jagsch
Klassifikation
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC08440886
Utheses ID
11255
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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