Detailansicht

"Lauter Märchen"
Erika Manns politisches Kabarett "Die Pfeffermühle" im Wandel der Zeit
Eva-Kristin Funk
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Hilde Haider
Volltext herunterladen
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.12867
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30366.49595.815559-3
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Zu Beginn des Jahres 1933 gründete eine Gruppe von Künstlern, darunter Erika Mann, ihr Bruder Klaus Mann, die erfolgreiche Schauspielerin Therese Giehse und der Pianist Magnus Henning, das politische Kabarett Die Pfeffermühle in München. Von Anfang an war die Pfeffermühle als Protest gegen den Nationalsozialismus gedacht. Nicht mit direkter Kritik ging das Ensemble gegen den NS-Staat vor, vielmehr gelang es ihm mit einer „Strategie des Indirekten“ politische Missstände, sowie die rassistische und antisemitische Weltanschauung des totalitären Regimes anzuklagen. Namen, Daten und Orte werden hinter Gleichnissen verschleiert oder zu Märchen der Gebrüder Grimm umgeschrieben. Chansons, Sketche und groteske Inszenierungen ziehen den politischen Zustand ins Lächerliche und demaskieren diesen. Das Dritte Exilprogramm steht ganz im Zeichen „Lauter Märchen“ und kann als das schärfste und aggressivste Programm gegen den NS-Staat angesehen werden, war jedoch zugleich das letzte, welches das Kabarett zur Aufführung brachte. Stilistische und inhaltliche Merkmale der Gattung „Märchen“ eigneten sich besonders für die textuelle Umsetzung und musikalische Vertonung des Programms. Diese gattungsspezifischen Besonderheiten des Märchens finden sich ebenso in der nationalsozialistischen Ideologie wieder. So etablierten sich die Grimmschen Kinder- und Hausmärchen als Sinnträger nationalsozialistischer Normen und Werte und zählten neben der Bibel als wichtigste literarische Schrift im Dritten Reich. Eine kurze Analyse des Gattungsbegriffs „Märchen“ sowie der Kabaretttexte des Pfeffermühlenprogramms hinsichtlich Erika Manns Märchenästhetik soll die künstlerische, gesellschaftskritische Funktion und Motivation des politischen Kabaretts im Kontrast zur NS-Propaganda, verdeutlichen. Im Zuge der Betrachtung zeitgenössischer Neuinszenierungen des Pfeffermühlenprogramms rücken die Arbeit mit den Originaltexten und deren künstlerische Umgestaltung in den Vordergrund. Neben der szenischen Umsetzung werden auch der Stellenwert und der Wirkungsgrad von aktuellem, politischem Kabarett diskutiert.
Abstract
(Englisch)
At the beginning of 1933, a group of artists consisting of Erika Mann, her brother Klaus Mann, the successful actress Therese Giehse and the pianist Magnus Henning founded the political cabaret Peppermill in Munich. Its intent was to fight against the growing nationalsocialism in Germany and all over Europe. The ensemble did not attack the NS-State directly, it was rather working on an indirect level to disclose political and social grievances like unemployment while pointing out the brutal and violent acting of the regime. Names, dates and places were covered behind parables or paraphrased in fairy tales of the Brothers Grimm. Chansons, sketches and grotesque performances were used in order to ridicule and expose the political situation. The third exile-program possessed the leitmotif “Lauter Märchen” and was by far the most aggressive and obvious attack against the NS-regime, but also the last program the Peppermill should be performing. The typical characteristics of fairy tales regarding form and content were particularly suitable for the lyrical and musical transfer of the program. Those specifics of the genre also constituted a supporting part of the NS-ideology. The Kinder- und Hausmärchen of the Brothers Grimm were abused to legitimate the nazi norms and values and were established as the most important scripture of the Third Reich next to the holy bible. A short general analysis of the genre “fairy tale” and an attempt of a closer description of the Peppermill-texts considering the aesthetics of Erika Mann should shed light upon the artistic and critical aims of the cabaret in contrast to the NSpropaganda. Keeping in mind contemporary political cabaret, which also reproduced the Peppermill-program, the textual analysis of the original artwork as well as the artistic transfer and performance are especially emphasized. The social significance and the power- to-influence of contemporary political cabaret are also discussed.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Peppermill Erika Mann
Schlagwörter
(Deutsch)
Pfeffermühle Erika Mann
Autor*innen
Eva-Kristin Funk
Haupttitel (Deutsch)
"Lauter Märchen"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Erika Manns politisches Kabarett "Die Pfeffermühle" im Wandel der Zeit
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
157 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hilde Haider
Klassifikationen
24 Theater, Film, Musik > 24.03 Theorie und Ästhetik des Theaters ,
24 Theater, Film, Musik > 24.23 Kleinkunst, Kabarett, Revue
AC Nummer
AC08407580
Utheses ID
11583
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1