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Vom collegium fabrum zur Körperschaft öffentlichen Rechts
die Entwicklung des Freiwilligen Feuerwehrwesens in Niederösterreich zu einer modernen Dienstleistungsorganisation
Judith Geng
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Karl Vocelka
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29353.22893.217559-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit ist Ergebnis des Versuchs die Geschichte des Feuerwehrwesens im Bundesland Niederösterreich in ihrer Komplexität darzustellen. Dazu wurde einerseits ein detaillierter historischer Überblick von den Anfängen einer organisierten Brandbekämpfung in Mesopotamien und Ägypten bzw. für das Gebiet des heutigen Niederösterreichs bei den Römern und andererseits eine Analyse der Entwicklung einzelner Aspekte insbesondere in der Zeit der Zweiten Republik getätigt. Dadurch konnte gezeigt werden, dass sich allgemeine gesellschaftliche und historische Veränderungen in der Entwicklung des Feuerwehrwesens in Niederösterreich widerspiegeln. Zeitliche Schwerpunkte der Betrachtung bilden die Gründungszeit der modernen Freiwilligen Feuerwehren in Niederösterreich ab den 1860er Jahren, als infolge liberalerer Vereinsgesetzgebung die Gründung von Feuerwehrvereinen einsetzte, und die Zeit seit 1945, als der Wiederaufbau der Feuerwehren nach dem großen Bruch in der Organisation derselben durch den Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 und die folgende einheitliche Gestaltung des Feuerwehrwesens im Dritten Reich. Es konnte durch diese Arbeit aufgezeigt werden, dass Kontinuitäten zur Zeit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehren in Niederösterreich im Zeitalter des Liberalismus und zur Zwischenkriegszeit einerseits und zum reichseinheitlich gestalteten Feuerwehrwesen der Jahre 1939 bis 1945 andererseits bis in die Gegenwart bestehen. So wurden bewusst Rückgriffe auf die Zeit vor 1938 gemacht, um das österreichische Feuerwehrwesen wieder herzustellen, was sich vor allem in der Wiedereinführung der Uniformen und Dienstgrade aus der Zwischenkriegszeit als sichtbare Zeichen zeigt. Es wurden aber auch Neuerungen aus der Zeit des Nationalsozialismus beibehalten bzw. nach wenigen Jahren wieder eingeführt, insbesondere im technischen und taktischen Bereich. Der Wandel im Feuerwehrwesen in der Zweiten Republik wurde an ausgewählten Bereichen untersucht. Den wichtigsten Teil nimmt dabei die Behandlung der Veränderungen im Bereich der Mitglieder ein. Ausgespart wird hingegen der technische Aspekt. So wird anhand von vorliegenden Zahlen der vergangenen Jahrzehnte untersucht, aus welchen sozialen Gruppen sich die Feuerwehr rekrutiert, inwieweit sich die Altersstruktur der Feuerwehrmitglieder verändert hat, und aus welchen Gründen und wie die Aufnahme von Jugendlichen und Frauen im Feuerwehrwesen erfolgte. Die Entwicklungen in diesen Bereichen sind dabei stets als von sozialen Veränderungen in der Gesellschaft beeinflusst zu sehen. Um die Dynamik in der Entwicklung des Feuerwehrwesens zu zeigen wurden beispielhaft die Bereiche Ausbildung, Einsatz von EDV in der Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit herausgenommen. Darüber hinaus wurde untersucht, mit welchen veränderten Anforderungen sich die Feuerwehren konfrontiert sehen und wie darauf auf gesetzlicher Ebene reagiert wurde. Die Arbeit konnte durch die Behandlung einer Vielzahl das Feuerwehrwesen betreffenden Aspekten zeigen, dass die Geschichte der Feuerwehren eine komplexe ist, welche nur vor dem Hintergrund der allgemeinen gesellschaftlichen und historischen Veränderungen sinnvoll behandelt werden kann.
Abstract
(Englisch)
This thesis is the result of an attempt to show the complex history of the fire brigades in Lower Austria. In order to achieve this aim this thesis contains both a historical overview covering the time from the first organized groups of fire fighters in Mesopotamia and Egypt, on the one hand, and at Roman times in today’s Lower Austria, on the other hand, and an analysis of the development of individual aspects, especially during the period referred to as “Zweite Republik” in Austrian history, i.e. the time since the year 1945. Thus, it could be showed that social and historical changes are reflected in the development of the fire brigade in Lower Austria. The focus of the investigation lies on the time of the foundation of modern fire brigades in Lower Austria from the 1860s – the time of liberal laws concerning clubs and assemblies of any kind – onwards and on the time after the year 1945 as the organization had to recover from a breach of traditions due to the annexation of Austria by Germany in 1938 and the reorganization of fire brigades according to a common law for the Third Reich. It could be showed that, on the one hand, there are a lot of continuities to the time of the foundation of volunteer fire brigades in Lower Austria during the age of liberalism and to the decades between the two World Wars, on the one hand, and, on the other hand, several new developments of the years 1938 to 1945 have been kept until the present day. The changing character of the fire brigades during the years of the “Zweite Republik” since 1945 is investigated in this thesis by considering selected aspects. The most important point to be made is the changes in the structure of members of the Lower Austrian fire brigades throughout the past decades. Technological changes, however, are not taken into consideration in this thesis. The figures provided are used to find out which social and age groups the members of the fire brigades have come from and if there have been any changes in this respect. Moreover, the roles of women and the youth in the fire brigades and the reasons for admitting them are dealt with. In order to show that fire brigades are a dynamic field, the aspects of education and training, the use of IT and public relations in the fire brigades are considered. Moreover, the description of the changing conditions the fire brigades are confronted with and the ways in which they meet them, form part of this thesis. The thesis could show that the history of the fire brigades is a complex one which can only seriously be dealt with against the backdrop of social and historical changes in general.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
fire brigades Lower Austria
Schlagwörter
(Deutsch)
Feuerwehrwesen Freiwillige Feuerwehr Brandbekämpfung Niederösterreich
Autor*innen
Judith Geng
Haupttitel (Deutsch)
Vom collegium fabrum zur Körperschaft öffentlichen Rechts
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Entwicklung des Freiwilligen Feuerwehrwesens in Niederösterreich zu einer modernen Dienstleistungsorganisation
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
684
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Karl Vocelka ,
Ernst Bruckmüller
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen ,
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte
AC Nummer
AC08408686
Utheses ID
11596
Studienkennzahl
UA | 092 | 312 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1