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The international engagement in Kosovo
achieving positive peace?
Elisabeth Schleicher
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Helmut Kramer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.12966
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29603.09600.123866-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Friedenskonsolidierung nach gewaltsamen Konflikten hängt nicht nur davon ab ein sicheres Umfeld zu schaffen und aufrecht zu erhalten, sondern verlangt auch die Entwicklung der ökonomischen und sozialen Situation, ohne die sich Friede nur als vorübergehend erweisen wird. Elf Jahre nach Beendigung des Krieges im Kosovo untersucht die vorliegende Arbeit, inwieweit sich Frieden im Kosovo erfolgreich etabliert hat. Aufbauend auf Ulrich Schneckeners Ansätzen über die Funktionen eines Staates und den Theorien des Friedens- und Konfliktforschers Johan Galtung über direkte und strukturelle Gewalt untersucht diese Studie, inwieweit und in welcher Form Gewalt im Kosovo vorhanden ist, und beurteilt, in welchem Ausmaß der Staat seinen Bürgern Sicherheit und Wohlfahrt bietet – Lebensdimensionen die einen Staat unter anderem ausmachen. Zugleich wird analysiert, in welchem Ausmaß über den vorhandenen negativen Frieden – das ist lediglich ein Nichtvorhandensein von Krieg und direkter Gewalt – hinausgehend Ansätze zum positiven Frieden vorhanden sind, welcher Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit, gleiche Entfaltungsmöglichkeiten, gleiche Verteilung von Macht und Ressourcen sowie die Garantie menschlicher und sozialer Sicherheit voraussetzt. Die Hypothese dieser Arbeit lautet, dass es einen Zusammenhang zwischen der Erfüllung der Staatsfunktionen Sicherheit und Wohlfahrt und der Verwirklichung eines positiven Friedens gibt. Eine gründliche Analyse des politischen Systems, der Sicherheitssituation und der sozialen und wirtschaftlichen Lage ergibt, dass Kosovo − vor allem dadurch, dass er seinen Bürgern kein angemessenes Leben und dementsprechende Zukunftsperspektiven bietet − ein fragiler und unvollendeter Staat ist – ein Ergebnis, das auf die Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft seit 1999 ein schlechtes Licht wirft. Während der internationale Einsatz eine deutliche Verbesserung der Sicherheitslage und eine Reduzierung der direkten Gewalt brachte, bleibt die wirtschaftliche und soziale Lage des Landes weiterhin katastrophal; Arbeitslosigkeit und Armut stellen die hartnäckigsten Probleme dar. Strukturelle Gewalt, welche Galtung als Gewalt in der Struktur einer Gesellschaft definiert, die sich in ungleicher Macht und ungleichen Entfaltungsmöglichkeiten manifestiert, durchdringt den jungen Staat. Positiven Frieden gibt es auch nach elf Jahren internationaler Präsenz nicht. Obwohl die internationale Gemeinschaft eine entscheidende Rolle spielt, hängt die Erreichung eines positiven Friedens in erster Linie von den kosovarischen Autoritäten selbst ab. Der Maßstab, ob Gewalt erfolgreich bekämpft werden kann oder nicht, ist nicht darin zu sehen, wie viele Staaten Kosovos Unabhängigkeit anerkannt haben, sondern ob es Kosovo schaffen wird, seine ökonomische und soziale Lage zu verbessern.
Abstract
(Englisch)
Consolidation of peace following violent conflict does not only depend upon creating and maintaining a secure environment but also requires improvement of the economic and social situation, without which peace will only be ephemeral. Eleven years after the end of the war in Kosovo, this study investigates how successfully peace has been established in this country. Using the framework of Ulrich Schneckener’s theory of state functions and Johan Galtung’s concept of direct and structural violence it analyzes the degree and forms of violence that persist in Kosovo and assesses the extent to which its authorities fulfill the state functions of providing security and welfare to the people. The study looks into the extent to which Kosovo has moved beyond negative peace – the simple absence of war and violent conflict – towards positive peace, which implies the entrenchment of social justice through equal opportunity, a fair distribution of power and resources, impartial enforcement of law and equal protection under it. The main assumption of this study is that there is a relationship between the fulfillment of the state functions of providing security and welfare and the achievement of positive peace. A thorough evaluation of the political system, the security situation, the social dimension and the state of the economy, brings the result that Kosovo, primarily due to its failure adequately to provide a decent life for its citizens and hope for their future, remains a fragile and unfinished state – a judgment which throws a negative light on the efforts of the international community since 1999. While the international engagement in Kosovo has successfully managed to improve security and considerably curtailed direct violence, the economic and social position of the country is still calamitous, and unemployment and poverty are Kosovo’s most intractable problems. Structural violence, which Galtung describes as violence built into the structure of a society, showing up as unequal power and consequently as unequal life chances, pervades the young state. Positive peace has not been achieved even after 11 years of international presence. Although the international community has an important role to play, Kosovo’s achievement of positive peace will primarily depend upon the Kosovar authorities. The measure of success or failure to achieve an end to violence, will be less how many countries have recognized Kosovo’s independence, but whether Kosovo succeeds in improving economic and social conditions.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
international engagement Kosovo positive peace negative peace direct violence structural violence state functions security welfare rule of law economic and social position fragile statehood
Schlagwörter
(Deutsch)
Internationaler Einsatz Kosovo positiver Friede negativer Friede direkte Gewalt strukturelle Gewalt Staatsfunktionen Sicherheit Wohlfahrt Rechtsstaatlichkeit wirtschaftlich und soziale Situation fragile Staatlichkeit
Autor*innen
Elisabeth Schleicher
Haupttitel (Englisch)
The international engagement in Kosovo
Hauptuntertitel (Englisch)
achieving positive peace?
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
XII Bl., 384 S. : graph. Darst.
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Helmut Kramer ,
Gernot Stimmer
Klassifikationen
89 Politologie > 89.72 Internationale Organisationen ,
89 Politologie > 89.75 Internationale Konflikte: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.76 Friedensforschung, Konfliktforschung ,
89 Politologie > 89.79 Internationale Konflikte: Sonstiges
AC Nummer
AC08437672
Utheses ID
11672
Studienkennzahl
UA | 092 | 300 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1