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Grundsätzliches zur Kulturtheorie der latènezeitlichen Kelten
Michela Vignoli
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Raimund Karl
DOI
10.25365/thesis.12997
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29861.31464.727764-2
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Ausgangsbasis meiner Arbeit war die Annahme, dass „die Kelten“, die uns durch die antiken Quellen überliefert sind, nicht in erster Linie durch Sprache, materielle Kultur oder ihre Geschichte beschrieben werden können. Ich habe mich bemüht, den Begriff der „eisenzeitlichen Kelten“ in den Kontext ihrer Lebenswirklichkeit zu stellen. Im ersten Teil der Arbeit habe ich die Dekonstruktion des „Kelten“-Begriffes in der aktuellen Fachliteratur zusammengefasst. Durch die anschließende Fokussierung auf die archäologische Perspektive konnte aufgezeigt werden, wie antike Begriffe und Konzepte zum Umgang mit frühgeschichtlichen Quellen in der modernen Keltenforschung und Archäologie diskutiert werden. Die Problematisierung der ethnischen Deutung und der Konzeption der „archäologischen Kulturen“ führte zur Notwendigkeit, das Konzept der „materiellen Kultur“ näher zu betrachten. Im zweiten Teil habe ich deshalb verschiedene Ansätze zur Konzeption von „materieller Kultur“, sowie die Problematik der „archäologischen Kultur“ zusammenfassend vorgestellt. Das Problem der Verknüpfung der Erkenntnisse aus interdisziplinären Quellen, sowie die Beeinflussung der Ergebnisse durch die Perspektiven der jeweiligen wissenschaftlichen Zugänge, wurden auch thematisiert. Im dritten Teil der Arbeit habe ich mich schließlich um die Einbettung dieser Diskussionen in einen kulturtheoretischen Rahmen bemüht. Anhand der Zusammenfassung von wichtigen Kultur-Konzepten wurde deutlich, dass „Kultur“ ein vielfältiger Begriff ist, der unterschiedlich aufgefasst und ausgerichtet werden kann. Dadurch erhält er verschiedene Implikationen und kann auch mehrere Funktionen einnehmen. Abschließend kam ich auf die Konzeption von „Kultur“ in einem altertumswissenschaftlichen Rahmen und den „Kelten“-Begriff zurück. Mein Versuch war es, verschiedene Ansätze mit dem Leitthema „Kultur“ nebeneinander zu stellen und das Konzept der eisenzeitlichen Kelten damit in Zusammenhang zu bringen. Diese weite Perspektive ermöglicht die kritische Hinterfragung von fachspezifisch verwendeten Begriffen, die auch in anderen Kulturwissenschaften verwendet und thematisiert werden. Anstelle der leichtfertigen Verwendung von Kultur-, Ethnos- oder Identitätsbegriffen sollte nach Definitionen und Modellen gesucht werden, die geeignete Werkzeuge zur Erlangung von kontextgerechten Erkenntnissen über Lebenswirklichkeiten vergangener Gesellschaften dienen können. Wir sind über die Ansicht hinausgewachsen, dass Wissenschaft zu endgültigem Wissen beiträgt; das letzte Wort ist nie gesprochen. Wir wissen, dass wir nicht wissen, sondern in vielen Fällen nur annehmen können. Warum also nicht mehrere Lösungsmöglichkeiten akzeptieren?
Abstract
(Englisch)
The starting point of my diploma thesis was the hypothesis, that „the Celts“ cannot be described or defined only by their languages, material cultures or history separately. I tried to put the term „the Iron Age Celts“ in context of their everyday life („Lebenswirklichkeit”). No matter how we define „the Celts”, they were humans interacting with the surrounding world, which includes all elements like language, material culture and so on. In the first chapter I summarized the deconstruction of the term „Celts” based on current debates. Focussing on the problems of the term „archaeological culture” and the ethnic interpretation of archaeological sources, I tried to summarize the difficulties of defining the Celts based on the constructed relation of ancient terms and other evidence like the material culture of the „Latène Culture”. In the second chapter I enlarged upon the concept of „material culture” and the associated implications for archaeology. I tried to resume the difficulties coming along with the construction of connections between interdisciplinary evidences in archaeology. The influence of the scientist’s point of view and methods used in the scientific process are important factors. In the third chapter I tried to relate the preceding issues to theoretical concepts and debates in Culture Theory. The concept of „culture” can be used and defined in many ways. The issue is to find suitable definitions of the term, which are applicable to problems in Classical Studies. I tried to connect various approaches to „culture” with the concept of the „Iron Age Celts”. A broad and interdisciplinary view can lead to a more critical usage of constitutive terms like „the Celts” or „culture”. We have got over the assumption, that science leads to final knowledge. Why not accept various conclusions?
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kelten Eisenzeit Latènezeit Kultur Kulturtheorie
Autor*innen
Michela Vignoli
Haupttitel (Deutsch)
Grundsätzliches zur Kulturtheorie der latènezeitlichen Kelten
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
128 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Raimund Karl
AC Nummer
AC08465183
Utheses ID
11698
Studienkennzahl
UA | 057 | 327 | |
