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Aufgeklärt oder ahnungslos?
über die Sexualerziehung Jugendlicher in Südtirol, eine Evaluierung des Sexualkundeunterrichts an der 9. und 12. Schulstufe einiger Schulen in Brixen, Bruneck und La Ila/Stern (Gadertal)
Lucia Pedevilla
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Sylvia Kirchengast
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.13105
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29872.44732.477763-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die dieser Diplomarbeit zugrunde liegende Erhebung über die Sexualerziehung in Südtirol wurde an 8 Schulen in Brixen, Bruneck und La Ila/Stern (Gadertal) durchgeführt. Insgesamt haben 542 Schüler und an dieser Umfrage teilgenommen. Untersucht wurden der Wissenstand und die Informationsquellen, aus denen die Jugendlichen ihr Wissen beziehen, die besprochenen Themen im Zuge des Sexualkundeunterrichts und die Wünsche der Schüler und Schülerinnen in Bezug auf mehr Information über die Thematik „Sexualität“. Bei der Frage nach der Herkunft der Informationsquellen gab die Mehrheit der Mädchen den Unterricht, dicht gefolgt von den Freunden und von der Mutter an. Die Jungen gaben als primäre Informationsquelle die Freunde an, an zweiter Stelle den Unterricht und an dritter Stellen das Internet. Ihr eigenes Wissen bezüglich der Sexualität stuften die meisten Befragten aller drei Sprachen als gut ein, nur ca. 2% empfinden es als nicht ausreichend. Bei der Frage nach den im Unterricht besprochenen Themen ist die Mehrzahl der befragten Jugendlichen der Meinung, dass bis auf das Thema Partnerschaft und SexualpartnerIn alle anderen Themen sehr ausführlich besprochen wurden. Für die meisten Befragten war der Sexualkundeunterricht informativ und interessant. Im Jahr der Erhebungsdurchführung hatten die meisten Befragten keinen Sexualkundeunterricht. Viele Jugendliche gaben an, den Sexualkundeunterricht entweder in der Mittelschule oder in der 2. Oberschule gehabt zu haben. Bei der Bekanntheit der Verhütungsmethoden lag das Kondom bei beiden Geschlechtern und bei jeder Muttersprache an erster Stelle. An zweiter Stelle wurde die Pille danach genannt, dicht gefolgt von der Hormonpille und der Spirale. Am wenigsten bekannt sind natürliche Kontrazeptiva wie die Billings-Methode und der Verhütungscomputer. Was die Sicherheit der Verhütungsmethoden anbelangt, so wurden von der Mehrheit der Jugendlichen die Sterilisation und das Kondom als sichere bzw. sehr sichere Kontrazeptiva angegeben. Am wenigsten sicher wurden die Kalendermethode und die Temperaturmethode angesehen. Was den Schutz der Kontrazeptiva vor sexuell übertragbaren Krankheiten betrifft, so wurde hier von der Mehrzahl das Kondom bzw. das Femidom angeführt. Für 80,3% der Jungen und 94,3% der Mädchen ist es sehr wichtig, dass die von ihnen gewählte Verhütungsmethode große Sicherheit vor einer ungewollten Schwangerschaft bietet. Die Informationen über die Verhütungsmethoden beziehen die meisten Jungen und Mädchen aus der Schule bzw. dem Sexualkundeunterricht. Beide Geschlechter haben Freunde als weitere Informationsquelle angegeben, die Mädchen auch die Mutter und Zeitschriften, die Jungen hingegen Fernsehen/Video und Internet. Einige Wissensfragen über dir Frau wie die Dauer der Menstruationsphase, die fruchtbaren Tagen im Zyklus der Frau und ihre durchschnittliche Fruchtbarkeit, konnten von der Mehrheit der Jugendlichen richtig beantwortet werden. Fragen über die Dauer einer Schwangerschaft, die Befruchtungsfähigkeit einer Eizelle und die Abkürzung PMS bereiteten den Befragten mehr Schwierigkeiten. Wissensfragen über die Dauer der Fruchtbarkeit des Mannes wurden von der Mehrheit der Jungen und Mädchen richtig beantwortet. Die Frage nach der Dauer der Überlebensfähigkeit der Spermien im Körper der Frau wurde ganz unterschiedlich beantwortet. Die Zuordnung einiger Organe zum männlichen bzw. weiblichen Körper bereitete einigen Schwierigkeiten, vor allem den Jugendlichen italienischer und ladinischer Muttersprache. Bei der Frage nach weiteren Themenbereichen, über die die Jugendlichen gern mehr Information haben wollen, gab die Mehrzahl der Befragten das Thema „Geschlechtskrankheiten“ an. An zweiter Stelle wurde die „Abtreibung“ und an dritter Stelle die „Schwangerschaft“ genannt. Das Thema „Pubertät“ wollen nur die wenigsten näher behandeln. In ähnlicher Folge sollten diese Themen auch im Sexualkundeunterricht besprochen werden. Bei der Art der Vermittlung bzw. Informationsdarbietung würde über die Hälfte der Jungen und Mädchen ein verpflichtendes Unterrichtsfach bevorzugen. Weiters nennen sie einen Experten bzw. eine Expertin in der Schule bzw. die Möglichkeit des Sexualkundeunterrichts als Freifach. Zum Zeitpunkt der Befragung hatte der Großteil aller Mädchen bereits ihre erste Menstruation. Der Durchschnitt des Menarchealters liegt bei 12 Jahren. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Wissensstand der Jugendlichen als durchschnittlich bezeichnet werden kann. Bei einigen Fragen erkennt man jedoch, speziell bei den Italienisch und Ladinisch sprechenden Befragten, einen deutlichen Wissensmangel, welcher behoben werden sollte.
Abstract
(Englisch)
The study underlying this diploma thesis about sex education was done in eight schools in South Tyrol. Altogether, 542 students took part in this survey. The test subjects were between fourteen and eighteen years old. The students’ knowledge, their source of information, as well as the topics discussed in sex education were investigated. When asked about their primary source of information, 63,9% of the female students mentioned school lectures as opposed to 61,9% of the male students who mentioned friends. As second sources the female students quoted friends and their mothers, while the male students quoted school lectures and the internet. When asked to assess their sexual knowledge most of the students considered their knowledge as good. About 20% of the people thought their knowledge to be very good and only approximately 2% found their knowledge not sufficient. The students were also asked about how thoroughly respective topics were discussed in their sex education classes. Most of the students mentioned that topics like puberty, sexual organs, venereal diseases, contraceptives, pregnancy, and birth were discussed sufficiently. Only the issue of partnership or sex-partners was not, or only insufficiently, discussed. When asked about contraceptives most of the students knew condoms, the morning-after pill and the pill. The majority of students found that sterilisation and condoms were very safe contraceptive methods. According to them, the condom is the best protection against genital diseases. Other subjects which sparked interest were venereal diseases, following abortion and pregnancy. When asked about the form in which additional information should best be provided, the majority of the boys and girls mentioned obligatory lectures. Their second choice was experts at school. The impressions the students got from sex education differ from student to student. The majority of the students think that their lessons were informative and interesting.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Evaluierung des Sexualkundeunterrichts in Südtirols
Autor*innen
Lucia Pedevilla
Haupttitel (Deutsch)
Aufgeklärt oder ahnungslos?
Hauptuntertitel (Deutsch)
über die Sexualerziehung Jugendlicher in Südtirol, eine Evaluierung des Sexualkundeunterrichts an der 9. und 12. Schulstufe einiger Schulen in Brixen, Bruneck und La Ila/Stern (Gadertal)
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
250 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Sylvia Kirchengast
Klassifikationen
80 Pädagogik > 80.47 Sexualerziehung ,
81 Bildungswesen > 81.60 Unterrichtsprozess: Allgemeines
AC Nummer
AC08451369
Utheses ID
11787
Studienkennzahl
UA | 190 | 445 | 299 |
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