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Interventionen zur Verbesserung des Schriftbildes
entwicklungspsychologische Grundlagen und pädagogisch-psychologische Realisierungen
Lucia Sieberer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Brigitte Rollett
DOI
10.25365/thesis.13288
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30129.75766.163564-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In unserer Gesellschaft wird die Wichtigkeit der Entwicklung einer schönen Handschrift und die damit verbundene grafomotorische Leistung oft geringgeschätzt. Dennoch haben viele Kinder Schwierigkeiten damit, schön, regelmäßig und leserlich zu schreiben. Ziel der vorliegenden Studie war es somit, im Rahmen eines Trainings herauszufinden, ob gezielte Übungen und Ratschläge Kindern zu einer Verbesserung ihrer grafomotorischen Fähigkeiten und somit zu einem schöneren Schriftbild verhelfen können. Zunächst wurden bei 56 Kindern aus insgesamt vier Schulklassen der 3. und 4. Klasse Volksschule zahlreiche Daten erhoben und allgemeine Fragestellungen hinsichtlich der Grafomotorik untersucht. Im Anschluss daran sollte aus dieser Gesamtstichprobe, die sich aus sämtlichen an der Untersuchung teilnehmenden Kindern zusammensetzte, eine Trainingsstichprobe gewonnen werden, um feststellen zu können, ob ein gezieltes Training zur Verbesserung des Schriftbildes die Handschrift der Kinder tatsächlich verbessern kann. In der Gesamtstichprobe zeigten sich hinsichtlich der grafomotorischen Leistungsfähigkeit durchwegs geschlechtsspezifische Unterschiede zugunsten der Mädchen im Vergleich zu den Buben. Zusammenhänge der Grafomotorik mit der kognitiven Leistungsfähigkeit oder mit dem Alter konnten nicht festgestellt werden. Ebenso spielten einzelne Aspekte der nachmittäglichen Hausübungssituation sowie die Sportlichkeit der Kinder betreffend ihre grafomotorische Leistungsfähigkeit keine Rolle. Eine Regressionsanalyse ergab, dass die Leistungen beim schönen und leserlichen Schreiben einzelner Buchstaben sowie beim Schreiben schwieriger Buchstabenkombinationen die allgemeine grafomotorische Leistungsfähigkeit gut vorhersagen können. Für die Auswahl der Trainingsstichprobe wurden aus der Gesamtstichprobe, in den insgesamt vier Schulklassen, jene 8 Kinder pro Klasse ausgewählt, welche zu Beginn der Untersuchung, den Ergebnissen im Erhebungsbogen Grafomotorik (modifizierter RAVEK, in Anlehnung an Pauli & Kisch, 2008) zufolge, eine eher schlechte Grafomotorik aufgewiesen hatten. Danach wurden die 32 Kinder der Trainingsstichprobe pro Schulklasse hinsichtlich ihres Geschlechts, ihrer im Grundintelligenztest Skala 2-Revision (Weiß, 2006) erzielten kognitiven Leistungsfähigkeit sowie in Bezug auf ihre grafomotorische Leistungsfähigkeit parallelisiert. Auf diesem Weg wurden statistische Pärchen gebildet, die sich möglichst ähnlich sind, um sie dann nach dem Zufallsprinzip der Versuchsgruppe, die am grafomotorischen Training teilnehmen sollte, und der Kontrollgruppe, die kein entsprechendes Training erhalten sollte, zuzuordnen. Das Training dauerte zwei Monate (mit zwei Einheiten pro Woche) und beinhaltete grafomotorische Übungen und Ratschläge zur Verbesserung des Schriftbildes. Vor und nach dem Training war von Versuchs- und Kontrollgruppe im Rahmen eines Prä-Posttestdesigns jeweils eine Schriftprobe in Schreibschrift abzuschreiben. Um diese Schriftproben bewerten zu können, wurde im Rahmen einer Expertendiskussion ein Kategoriensystem zur Schriftbewertung (in Anlehnung an die Kategorien von Pulver, 1981), das sich aus 14 Kategorien und einer Gesamtbewertung zusammensetzte, erstellt. So konnte im direkten Vergleich der beiden Gruppen festgestellt werden, ob die Schrift durch das Training tatsächlich verbessert werden kann. Zu Beginn des Trainings konnten im Rahmen der Schriftbewertung zwischen der Versuchsgruppe, die in Folge das Training erhalten sollte, und der Kontrollgruppe keine Unterschiede hinsichtlich des Schriftbildes insgesamt sowie in den einzelnen Schriftkategorien festgestellt werden. Innerhalb der Versuchsgruppe konnten im Vergleich der beiden Zeitpunkte vor und nach dem Training signifikante Unterschiede hinsichtlich der Gesamtbewertung des Schriftbildes sowie in 9 der insgesamt 14 einzelnen Schriftkategorien verzeichnet werden, welche aufgrund der höheren Mittelwerte zum Zeitpunkt nach dem Training Verbesserungen im Schriftbild darstellen. Innerhalb der Kontrollgruppe konnten im Vergleich der beiden Zeitpunkte keine signifikanten Unterschiede im Schriftbild festgestellt werden. Der Vergleich der Schriftproben beider Gruppen nach dem Training ergab signifikante Unterschiede hinsichtlich der Gesamtbewertung der Schrift sowie signifikante Unterschiede in 5 der 14 einzelnen Schriftkategorien (konkret in den Kategorien: Schriftrhythmus, Abstände, Ränder, Schreibdruck und Entsprechung mit der Schulschrift), welche als Verbesserungen zugunsten jener Kinder, die das Training erhielten, interpretiert werden können. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich gezeigt hat, dass Interventionen zur Verbesserungen des Schriftbildes auch nach dem eigentlichen Prozess des Schreibenlernens noch Sinn machen und die Schrift deutlich verbessern und verschönern können.
Abstract
(Englisch)
Learning how to write properly and improving fine motor skills is a basic challenge in child development. In fact, the handwriting of many children is of poor quality and this is due to various reasons, such as lack of individual interventions in terms of conveyance for instance. These children simply are not able to develop a functional, beautiful, neat, rhythmical and legible handwriting. The main aim of this study was to detect variables that seem to have an impact on a child’s fine motor skills. In a sample of 56 pupils attending 3rd and 4th grade there was neither found a relation nor a difference between variables like age, cognitive abilities, the learning situation at home, the quality of parental relationship, sportsmanship and fine motor skills. Nevertheless, there was a significant difference in fine motor skills between girls and boys showing better performance on the part of the girls. In addition 16 out of 32 children characterised with a lack in handwriting were selected for an experimental group receiving a training that aimed at improving handwriting. The other 16 children were selected for a control group that did not receive any training. After the selection process both groups showed comparable fine motor skills and cognitive abilities and had an equal distribution of girls and boys. The training lasted over two months, was held two times a week and lasted forty minutes each session. Before and after the overall training the 32 children had to write the same text (a sample in block letters) in cursive handwriting. These samples were assessed using a composed checklist to evaluate the overall handwriting and several handwriting characteristics. Results show that the children who attended the training compared to the control group were able to significantly improve their overall handwriting. This was the case in five out of fourteen categories of handwriting. The five reported improvements took place in terms of rhythm of handwriting, spaces between words and letters, the consideration of margins, pressure while writing and accordance to normed letters. The comparison of handwriting performance before and after the training did not show significant improvements in aspects such as the consideration of lines, writing within lines, regularity, amplitude and narrowness of letters, slant, letter connections, spreading of words and tidiness. What is more, there was no difference in the extent of the improvement of handwriting between the girls and the boys of the experimental group and the control group. To sum up, it has to be said that even in 3rd and 4th grade according to which it can be assumed that children should already be able to apply cursive handwriting correctly, it is recommendable to spend time on training fine motor skills and giving advice how to write properly. This study showed that in just two months it is apparently possible to improve the quality and beauty of handwriting.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
fine motor skills handwriting school age
Schlagwörter
(Deutsch)
Grafomotorik Handschrift Schriftbild
Autor*innen
Lucia Sieberer
Haupttitel (Deutsch)
Interventionen zur Verbesserung des Schriftbildes
Hauptuntertitel (Deutsch)
entwicklungspsychologische Grundlagen und pädagogisch-psychologische Realisierungen
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
V, 171 S. : graf. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Rollett
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.29 Strömungen und Richtungen in der Psychologie: Sonstiges ,
77 Psychologie > 77.80 Spezielle Intervention
AC Nummer
AC08468952
Utheses ID
11945
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
