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Hormonelle Veränderungen und deren Einfluss auf die Geruchswahrnehmung
Kathrin Kollndorfer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Birgit Derntl
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.13435
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30267.56365.347463-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Einfluss von hormonellen Schwankungen im Verlauf des Menstruationszyklus sowie der Beeinflussung durch die Einnahme oraler Kontrazeptiva auf die Geruchswahrnehmung. Da-zu wurden die Teilbereiche Wahrnehmungsschwelle, Diskriminations- und Identifikationsfähigkeit untersucht. Diese Fragestellung ist von Interesse, da die Datenlage zum Einfluss hormoneller Veränderungen auf die Geruchs-wahrnehmung bisher in weiten Bereichen inkonsistent ist. Außerdem wurden bisher ausschließlich Untersuchungen zur Wahrnehmungsschwelle durchge-führt. Untersucht wurden 80 Kaukasier, davon 60 Frauen und 20 Männer im Alter von 18 bis 44 Jahren. Die 60 Frauen unterteilten sich in 20 Pilleverwenderin-nen und 40 Frauen, die keine hormonellen Verhütungsmittel einsetzen. Von diesen 40 Frauen befanden sich 20 zum Zeitpunkt der Ersttestung in der Fol-luikulärphase, die anderen 20 in der Lutealphase. Alle 80 Personen wurden im Abstand von zwei bis sieben nach der ersten Testung erneut untersucht. Dabei wurde bei den Frauen, die keine Hormone einnahmen, darauf geach-tet, dass jene, die zum ersten Untersuchungstermin in der Follikullärphase getestet wurden, die zweite Untersuchung in der Lutealphase stattfand und umgekehrt. Alle Testpersonen hatten zumindest Maturaabschluss und waren Nichtrau-cher. Es zeigten sich keine Unterschiede in Bezug auf die eigene Bildung und den familiären Bildungshintergrund. Um mögliche Einflüsse der kognitiven Leistungsfähigkeit kontrollieren zu können, wurden die kristalline Intelligenz, die Verarbeitungsgeschwindigkeit und die kognitive Flexibilität gemessen. Auch die aktuelle Stimmung wurde erhoben, um mögliche Beeinflussungen feststellen zu können. Die Erhebung der Riechleistung erfolgte mit Sniffin’ Sticks der Firma Burghart Medizintechnik. Es handelt sich dabei um Filzstifte, die mit Duftstoffen gefüllt sind. Im Schwellentest wurde die Wahrnehmungsschwelle für n-Butanol in einem single-staircase Verfahren mit drei Antwortalternativen durchgeführt. 112 Für die Ermittlung der Wahrnehmungsschwelle stehen 16 verschiedene Kon-zentrationen von n-Butanol zur Verfügung. Im Diskriminationstest werden 16 Tripletts an Stiften nacheinander präsentiert. Jedes Triplett besteht aus einem Duftstoffpaar und einem Einzelgeruch. Ziel der Untersuchung ist es, den Stift herauszufinden, der den Einzelgeruch enthält. Im Identifikationstest werden 16 verschiedene Duftstoffe vorgegeben. Die Testperson hat die Aufgabe, an-hand einer Antwortkarte mit vier Antwortmöglichkeiten den Geruch zu benen-nen. Es werden Ergebnisse pro Teiltest und für den Gesamtscore (SDI) aus-gewertet. Die Untersuchung hat gezeigt, dass es zu einer Veränderung der Riechfähig-keit zwischen den beiden Zyklusphasen kommt. Frauen in der Lutealphase erreichten in allen Teilbereichen höhere Werte als in der Follikulärphase, al-lerdings zeigten nur der SDI-Wert und die Wahrnehmungsschwelle signifikan-te Unterschiede auf. Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel einnehmen, zeigten im SDI-Wert ähnliche Ergebnisse, wie Frauen in der Lutealphase. Dieses Ergebnis lässt darauf schließen, dass die Veränderung des Hormon-spiegels Einfluss auf die Leistung im Geruchstest hat. Der Geruch von n-Butanol in der stärksten Konzentration wurde von Frauen in der Lutealphase als unangenehmer bewertet. Die Konzentration, die drei Stufen über der Schwelle liegt, wurde von Frauen in der Follikulärphase als intensiver bewertet. Diese Ergebnisse kann dadurch begründet werden, dass die Wahrnehmungsschwelle weniger sensitiv war, und die Stifte daher auch tatsächlich intensiver waren. Diese Begründung wird durch den fehlenden Unterschied in der Intensitätsbewertung der stärksten Konzentration gestützt. Als weitere Forschungsansätze sind Untersuchungen mit Frauen mit bzw. ohne Hormonersatztherapie nach der Menopause von Interesse. Außerdem sollte genauer darauf eingegangen werden, ob die Testpersonen das Gefühl haben zu raten, oder ob sie sicher sind richtig zu liegen.
Abstract
(Englisch)
Hormones influence a wide range of human behaviour including the sense of smell. Previous studies demonstrated a significant impact of sex hormone concentration on olfactory thresholds in females. However, regarding dis-crimination and identification of odours only limited data exist and show in-consistent results. Therefore, this study seeks to answer the question if a broader range of olfactory performance, i.e. identification, discrimination and olfactory threshold as well as hedonic valence of n-butanol, is determined by cyclical hormonal variations. As oral contraceptives cause an artificial rise in the hormone level, we further tested whether hormone-intake can lead to changes in odour perception. In the present study we examined 80 healthy non-smoking Caucasians (60 females, 20 males) ranging from 18 to 44 years. The female group consisted of 20 pill users and 40 females without hormone-intake. The latter were di-vided into two cycle phases: follicular (day 1 to 14) and luteal phase (day 15 to 28/30). Between two and seven weeks after the first testing all participants were tested twice. Females who had their first test during follicular phase were retested in their luteal phase and vice versa. Olfactory performance was examined by Sniffin’ Sticks, which provide the testing of olfactory threshold, odour discrimination and odour identification. Moreover, all participants rated the intensity and pleasantness of n-butanol. Data analysis revealed significant gender differences in odour discrimination and odour identification. Females showed a better performance in both tasks. Moreover, a significant impact of menstrual cycle phase occurred, indicating that women have a more sensitive odour threshold in the luteal phase. For the other tests no significant difference emerged. Pill users did not differ from other groups. Regarding the valence rating of n-butanol, females in the luteal phase rated the dilution as less pleasant. During the follicular phase the dilu-tion of n-butanol three steps above the threshold was rated as most intense. As females had a less sensitive odour threshold during the follicular phase, the dilution three steps above the threshold was indeed more intensive. This presumption is supported by the result that there was no difference in the most intensive dilution. Moreover, a significant correlation between duration of pill-intake and olfactory performance emerged pointing to better performance with longer intake. In addition, a better overall olfactory performance was found at the second testing. Comparing the groups, only females who were testes first in the fol-licular phase showed a significant improvement. For pill users and men a trend to a better performance was observed. Females who were tested first in the luteal phase tended towards a deterioration of olfactory performance. This result supports the assumption of a modulating influence of the cycle phase on olfactory performance. Hence, our data show that odour performance is influenced by menstrual cy-cle phase and pill-intake and thus indicate that this ability is modulated by hormonal changes. Future research should clarify whether menstrual cycle phases and hormone-intake lead to changes in valence and intensity ratings of different odours.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
hormones menstrual cycle hormonal contraceptives olfactory perception
Schlagwörter
(Deutsch)
Hormone Menstruationszyklus hormonelle Verhütungsmittel Geruchswahrnehmung
Autor*innen
Kathrin Kollndorfer
Haupttitel (Deutsch)
Hormonelle Veränderungen und deren Einfluss auf die Geruchswahrnehmung
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
143 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Birgit Derntl
Klassifikation
77 Psychologie > 77.40 Wahrnehmungspsychologie
AC Nummer
AC08469140
Utheses ID
12072
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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