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Der Einfluss der Temperatur auf die Lautbildung und das Hörvermögen des Liniendornwelses Platydoras armatulus (Familie Doradidae)
Sandra Papes
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Friedrich Ladich
DOI
10.25365/thesis.13684
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29443.92182.187565-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Lauterzeugung und das Hörvermögen ektothermischer Tiere werden von der Umgebungstemperatur beeinflusst. Die aktuelle Studie hat den Einfluss der Außentemperatur auf die Lautparameter und das Hörvermögen des neotropischen Liniendornwelses Platydoras armatulus untersucht. Welse der Familie Doradidae (Dornwelse) produzieren einerseits
Stridulationslaute durch das Reiben der Dornfortsätze der Brustflosse im Schultergürtel und andererseits Trommellaute mit Hilfe des Springapperates, der die Schwimmblase in Vibration versetzt. Die Versuchstiere wurden mindestens drei Wochen zuerst an 22° C akklimiert, dann an 30° C und anschließend wieder an 22° C akklimiert. Die Laute der Welse wurden in Stresssituationen, in denen sie in der Hand gehalten wurden, aufgenommen. Die Stridulationslaute wurden bei höherer Temperatur kürzer, während die Anzahl der Pulse, die kleinste und die größte Pulsperiode, der Schalldruckpegel und die Hauptfrequenz sich nicht mit der Temperatur veränderten. Auf der anderen Seite erhöhte sich die Grundfrequenz und die durchschnittliche Pulsperiode der Trommellaute verkürzte sich mit steigender Temperatur. Mittels der Auditory Evoked Potential (AEP) Recording Methode wurde die Hörempfindlichkeit bei insgesamt sechs verschiedenen Frequenzen zwischen 0.1 bis 4 kHz getestet. Das zeitliche Auflösungsvermögen des Hörvermögens wurde durch die minimale auflösbare Klickperiode (0.3 – 5 ms) bestimmt und die Latenzen der Antwort als Verzögerungen auf den präsentierten Klick gemessen. Das Hörvermögen verbesserte sich zwischen 0.5 und 4 kHz mit steigender Umgebungstemperatur, während das zeitliche Auflösungsvermögen als Antwort auf Doppelklicks nicht von der Temperatur beeinflusst wurde. Die Latenzen der AEPs verkürzte sich in drei von insgesamt vier Peaks bei höherer Temperatur. Diese Daten lassen daraus schließen, dass die Hörempfindlichkeit mit zunehmender Temperatur steigt. Die biologischen Gegebenheiten, die sich auf das Hörvermögen bei unterschiedlichen Temperaturen anders auswirken, können selbst nach langer Akklimierungsperiode nicht kompensiert werden. Da einige Lautparameter ebenfalls temperaturabhängig waren, lautet die Schlussfolgerung, dass die Umgebungstemperatur direkt die akustische Orientierung und die Kommunikation des neotropischen Liniendornwelses P. armatulus beeinflusst.
Abstract
(Englisch)
Sound production and hearing sensitivity of ectothermic animals are affected by the ambient temperature. The present study investigates the influence of temperature on sound characteristics and the hearing ability in the neotropical Lined Raphael catfish Platydoras armatulus. Doradid catfishes produce stridulation sounds by rubbing the pectoral spines in the shoulder girdle and drumming sounds by an elastic spring mechanism which vibrates the swimbladder. Fish were acclimated for at least three weeks to 22°, then to 30° and again to 22° C. Sounds were recorded in distress situations when fish were hand-held. The stridulation sounds became shorter at the higher temperature, whereas the pulse number, the minimum and maximum pulse period, the sound pressure level and dominant frequency did not change with temperature. On the other hand, the fundamental frequency increased and the mean pulse period of drumming sounds decreased at the higher temperature in drumming sounds. Using the auditory evoked potential (AEP) recording technique, the hearing thresholds of eight specimens were tested at six different frequencies from 0.1 to 4 kHz. The temporal resolution was determined by analyzing the minimum resolvable click period (0.3 - 5 ms). Auditory sensitivity increased from 0.5 to 4 kHz with rising temperature, whereas temporal resolution in response to double-clicks did not change with temperature. Latencies of AEPs in response to single clicks decreased in three out of four peaks at higher temperature.
These data indicate that hearing sensitivity increases with temperature at higher frequencies. Constraints imposed on hearing sensitivity at different temperatures cannot be compensated even by longer acclimation periods. As sound characteristics also change with temperature, it is suggested that the ambient temperature directly affects acoustic orientation and communication in the neotropical catfish P. armatulus.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
catfish hearing sound production thermal acclimation auditory evoked potentials temporal resolution latency
Schlagwörter
(Deutsch)
Wels Hörvermögen Lautbildung thermische Akklimation Auditory Evoked Potentials zeitliche Auflösungsvermögen Latenz
Autor*innen
Sandra Papes
Haupttitel (Englisch)
Der Einfluss der Temperatur auf die Lautbildung und das Hörvermögen des Liniendornwelses Platydoras armatulus (Familie Doradidae)
Paralleltitel (Englisch)
Effects of temperature on sound production and auditory sensitivity in the Lined Raphael catfish Platydoras armatulus (Family Doradidae)
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
57 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Friedrich Ladich
AC Nummer
AC08513252
Utheses ID
12297
Studienkennzahl
UA | 439 | | |
