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Vom Greifen zum Begriff
Sprache im Lichte der Spiegelneuronen
Matthias Rella
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Chris Schaner-Wolles
DOI
10.25365/thesis.14018
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29281.20422.139963-8
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Spiegelneuronen, ursprünglich im Gehirn des Makaken entdeckt und mittlerweile auch am Menschen nachgewiesen, sind aktiv, wenn man eine zielgerichtete Handlung selbst ausführt oder an einem anderen Individuum beobachtet. Die einzelnen Neuronen kodieren dabei keine einzelnen Muskelbewegungen, sondern stets eine Aktion als Ganze, vom Ansatz bis zur Erreichung des Ziels, und dies kontextsensitiv und multimodal. Sie dürften daher mithilfe primär motorischer Prozesse und im Rahmen eines höheren kortikalen Netzwerks grundlegend -- vom Greifen zum Begriff -- an der Entwicklung und Repräsentation einer körperbasierten Semantik beteiligt sein. Hinzu kommt, dass sie sich in Gehirnregionen befinden, die zentral für das menschliche Sprachvermögen sind: dem Broca-Areal und dem Gyrus supramarginalis.
Diese Arbeit bietet aus neurolinguistischer Perspektive einen umfassenden Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu Spiegelneuronen selbst und wie sie mit Sprache und Sprachentwicklung zusammenhängen. Der erste Teil beleuchtet zunächst ihre Entdeckungsgeschichte und Funktionalität. Im zweiten Teil wird ihre Bedeutung für die neuronale Sprachverarbeitung auf Ebene der Phonologie, Semantik und Syntax behandelt. Der dritte Teil schließlich setzt Spiegelneuronen in bezug zur Onto- und Phylogenese der Sprache und endet mit einer kritischen Bewertung ihrer Rolle für zwischenmenschliche Kommunikation.
Abstract
(Englisch)
Mirror neurons, which were firstly discovered in the brains of macaque monkeys and recently in human brains too, are activated during the execution and observation of goal directed actions. However, they do not code single muscle movements but the entire motor action, from its onset to its goal, in a context-sensitive and multi-modal way. That is why these neurons, within higher neural circuits, might be involved in the development and representation of embodied semantics. Moreover, they are located in brain regions crucial for language and speech, i.e. Broca's area and the supramarginal gyrus.
From a neuro-linguistic perspective, this thesis provides a comprehensive overview of current research on mirror neurons and their contribution to language and language development. The first part sheds light on their discovery and function. The next part deals with the relevance of these neurons for neural language processing on phonological, semantic and syntactical levels. Finally, the last part examines their relation to the onto- and phylogenetics of language and ends in a discerning evaluation of the role they might play for human communication.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Mirror neurons language development language evolution gestures embodied semantics Broca supramarginal gyrus FMRI TMS
Schlagwörter
(Deutsch)
Spiegelneuronen Erstspracherwerb Sprachevolution Gestik körperbasierte Semantik Broca Gyrus supramarginalis FMRT TMS
Autor*innen
Matthias Rella
Haupttitel (Deutsch)
Vom Greifen zum Begriff
Hauptuntertitel (Deutsch)
Sprache im Lichte der Spiegelneuronen
Paralleltitel (Englisch)
Mirror Neurons and Language
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
VI, 97 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Chris Schaner-Wolles
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.35 Neurolinguistik
AC Nummer
AC08818913
Utheses ID
12597
Studienkennzahl
UA | 328 | | |
