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Molecular mechanisms underlying the anticancer activity of the new lanthanum compound KP772
Petra Heffeter
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Walter Berger
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.1578
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29561.10361.904570-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Platinhältige Chemotherapeutika gehören zu den am häufigsten in der Krebstherapie eingesetzten Medikamenten. Leider ist ihr Einsatz auf Grund hoher Nebenwirkungen und dem Auftreten von Chemotherapieresistenzen nicht immer erfolgreich. Deswegen ist die Entwicklung von neuen, verbesserten metallhältigen Medikamenten weiterhin ein aktuelles Thema. In den letzten Jahrzehnten wurden zu diesem Zweck tausende neue Metallverbindungen entwickelt, von denen es aber nur ein Bruchteil bis zur klinischen Anwendung geschafft hat. Außerdem ist trotz der Menge neuer Substanzen das Wissen über ihre chemischen und biologischen Wirkungsmechanismen im Körper und im Tumor immer noch begrenzt. Besonders der Einfluss und die Entwicklung von Resistenzmechanismen gegen diese Verbindungen sind weitgehend unerforscht (Manuskript 1). [Tris(1,10-phenanthroline)lanthanum(III)]trithiocyanate (KP772) ist eine neue Lanthanverbindung mit vielversprechender Wirksamkeit gegen ein großes Spektrum von Tumorzelllinien in vitro und ein Dickdarmkrebsmodell in vivo. Ziel der hier präsentierten Arbeit war es die molekularen und zellbiologischen Mechanismen zu erforschen, die der Wirksamkeit dieser neuen Substanz gegen Krebszellen zugrunde liegen. Schon in einer frühen Phase des Projekts wurde entdeckt, dass die Behandlung mit KP772 die DNS-Synthese in Tumorzellen blockiert und die Zellteilung in der G0/G1-Phase stoppt. Dieser Zellzyklusarrest, der nicht durch DNS-Schäden hervorgerufen wurde, wurde von apoptotischem Absterben der Zellen begleitet (Manuskript 2, Manuskript 3). Zusätzlich wurde die Zytotoxizität von KP772 gegen 60 Zelllinien am National Cancer Institute (NCI) getestet und das Ergebnis in einer Datenbankanalyse mit anderen Chemotherapeutika verglichen. Dieses Screening zeigte, dass die Wirksamkeit von KP772 nur schwach mit der von anderen Substanzen korrelierte. Interessanterweise waren mehrere Antimetaboliten (z.B. Hydroxyharnstoff) unter jenen Zytostatika, die die höchsten Korrelationswerte erreichten. Da der Hydroxyharnstoff ein allgemein bekannter Ribonukleotidreduktase (RR)-Hemmstoff ist, wurde als nächstes die Hemmwirkung von KP772 auf dieses Enzym untersucht. Die Behandlung mit KP772 führte zu einer signifikanten Reduktion des Cytidineinbaus und dem Abfall der zellulären dNTP-Level. Außerdem zeigten die in diesem Projekt durchgeführten Experimente, dass KP772 die R2 Untereinheit der RR durch Eisenchelatierung und Störung des Tyrosylradikals hemmt (Manuskript 4).Zusätzlich wurde in diesem Projekt der Einfluss von resistenzvermittelnden Transportproteinen auf die Wirksamkeit von KP772 untersucht (Manuskript 5). Interessanterweise stellte sich heraus, dass die Expression dieser Resistenzproteine mit einer erhöhten Sensitivität gegen KP772 einhergingen. Außerdem führte eine längere Behandlung mit subtoxischen KP772 Konzentrationen zum kompletten Verlust der Transportpumpen, was zu einer Wiederherstellung der Sensitivität gegen Chemotherapie führt. Schließlich wurde das mögliche Auftreten von Resistenz gegen KP772 nach mehreren Behandlungszyklen untersucht. Im Gegensatz zu herkömmlichen Medikamenten konnten Krebszellen keine Resistenz gegen KP772 entwickeln. Zusammenfassend deuten die hier präsentierten Untersuchungen daraufhin, dass KP772 besonders vielversprechend für die Behandlung von PatientInnen sein könnte, die an chemotherapieresistenten Tumortypen leiden. Darüber hinaus könnte es sogar ein Wiederansprechen dieser Tumorerkrankungen auf herkömmliche Chemotherapie bewirken.
Abstract
(Englisch)
Platinum drugs are essential components of modern cancer chemotherapy. However, their success is limited due to severe adverse effects and/or drug resistance. Thus, several research groups focus on the synthesis of novel metal drugs with reduced adverse side effects and less propensity to induce drug resistance (Manuscript 1). Although a large number of new metal compounds has been developed, in many cases the knowledge on their actual chemical and biological interactions within the human body, especial with regard to mechanisms which lead to resistance of tumor cells is still limited. [Tris(1,10-phenanthroline)lanthanum(III)] trithiocyanate (KP772) is a new compound exerting potent activity against a wide range of tumor cell lines in vitro and a colon carcinoma xenograft model in vivo. Aim of the here presented thesis was the investigation of the molecular and cell biological mechanisms underlying the anticancer activity of KP772. Treatment with KP772 was found to block DNA synthesis and cell cycle progression in G0/G1 phase which was not based on radical- or intercalation-induced DNA damage. This was accompanied by apoptotic cell death via the mitochondrial pathway. Additionally, KP772 was evaluated against a panel of 60 cell lines as part of the in vitro anticancer-screening services provided by the NCI (Manuscript 2, Manuscript 3). When this NCI profile was compared to that of other drugs, only moderate correlations with other known chemotherapeutics were observed. Notably, several antimetabolic drugs including hydroxyurea (HU) were amongthose reaching significant correlations. Since HU is a known ribonucleotide reductase (RR) inhibitor, the next step was the investigation of the RR inhibitory potential of KP772. The respective experiments revealed that KP772 treatment led to significant reduction of cytidine incorporation and decrease of all dNTP pools. Moreover, the iron center of the R2 subunit of RR might be targeted by due to the iron chelating and radical scavenging properties of KP772 (Manuscript 4). With regard to the impact of common resistance mechanisms, overexpression of resistancemediating efflux pumps (ABC-transporter) was found to significantly sensitise against KP772. This hypersensitivity was demonstrated to be based on stronger apoptosis induction and/or cell cycle arrest at unaltered cellular drug accumulation. Moreover, long-term KP772 treatment of transporter-overexpressing cells at subtoxic concentrations led within 20 passages to a complete loss of drug resistance. Additionally, when exposing chemosensitive cells to stepwise increasing KP772 concentrations, we observed, in contrast to several other metal drugs, no acquisition of resistance (Manuscript 5). Taken together, these data indicated that KP772 might be especially promising for treatment of patients suffering from chemotherapy-resistant tumors based on ABC transporter-mediated resistance or as second line treatment after standard chemotherapy failure.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
lanthanum cancer therapy resistance cell cycle apoptosis cell culture
Schlagwörter
(Deutsch)
Lanthanverbindung Krebs Therapie Resistenz Zellzyklus Zelltod Zellkultur
Autor*innen
Petra Heffeter
Haupttitel (Englisch)
Molecular mechanisms underlying the anticancer activity of the new lanthanum compound KP772
Paralleltitel (Deutsch)
Molekulare Mechanismen, die der Wirksamkeit der neuen Lanthanverbindung KP772 gegen Krebs zugrundeliegen
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
206 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Gunda Köllensperger ,
Wolfgang Weigand
Klassifikationen
42 Biologie > 42.13 Molekularbiologie ,
42 Biologie > 42.15 Zellbiologie ,
44 Medizin > 44.52 Therapie ,
44 Medizin > 44.81 Onkologie
AC Nummer
AC05038463
Utheses ID
1260
Studienkennzahl
UA | 091 | 439 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1