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"Wo kommt das ganze Nichts auf einmal her?"
Kapitalismus und Theater in Elfriede Jellineks "Die Kontrakte des Kaufmanns"
Susanne Berthold
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Monika Meister
DOI
10.25365/thesis.14044
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30099.75430.198565-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Elfriede Jelinek geht in Die Kontrakte des Kaufmanns von den beiden österreichischen Bankenskandalen um die Gewerkschaftsbank BAWAG und die Meinl Bank aus und zeigt anhand der Muster, die sich in diesen Fällen auftun, Mechanismen und Funktionsweisen des herrschenden kapitalistischen Systems. Das Stück entstand noch vor dem Ausbrechen der weltweiten Finanzkrise im September 2008 und beschreibt somit Strukturen, die schließlich viele Kleinanleger ihr hart erarbeitetes Kapital kosteten. Jelinek greift also das Allgemeingültige dieser Einzelfälle auf und lässt beide Seiten des Systems, die Kleinanleger genauso wie die Banker, zu Wort kommen. Dabei dreht sich das Sprechen unerbittlich um Geld, das von allen begehrt wird, stets mehr werden soll und dann wiederum so schnell zu „Nichts“ wird.
Durch den Verzicht auf Einzelfiguren wird deutlich, dass die Sprache durchgängig die Sprache eines Kollektivs ist, die auf beiden Seiten vom Kapitalismus geprägt ist und somit das Denken und Handeln einer ganzen Gesellschaft beherrscht. Haben oder Nicht-Haben von Geld und damit einhergehend die Partizipationsmöglichkeiten innerhalb dieser kapitalistischen Gesellschaft bestimmen die Stellung und Situation eines jeden Einzelnen, sowie Verhältnisse und Beziehungen zu Anderen.
In der Uraufführungs-Inszenierung von Nicolas Stemann werden diese Strukturen des Kapitalismus schließlich aufgegriffen und transformiert in eine theatrale Situation: die Ausschließlichkeit des Textes und somit einer vom kapitalistischen System geformten Sprache stellt sich als genauso unumgänglich dar wie das Aufgehen des Einzelnen im Kollektiv. Einen Gegenentwurf zum herrschenden kapitalistischen System bietet weder Elfriede Jelinek in ihrem Text, noch Nicolas Stemann in seiner Inszenierung an.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Elfriede Jelinek Nicolas Stemann Kapitalismus Meinl Bawag Finanzkrise Chor Komödie
Autor*innen
Susanne Berthold
Haupttitel (Deutsch)
"Wo kommt das ganze Nichts auf einmal her?"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Kapitalismus und Theater in Elfriede Jellineks "Die Kontrakte des Kaufmanns"
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
130 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Monika Meister
AC Nummer
AC08576742
Utheses ID
12618
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
