Detailansicht
Jiang Rongs „Zorn der Wölfe“: vom "Garen der Barbaren" zur Idealisierung des "verlorenen Paradieses" in der Steppe
Altantuya Bat-Ochir
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Susanne Weigelin-Schwiedrzik
DOI
10.25365/thesis.14056
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29943.03988.758865-3
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit ist der Versuch einer mehrschichtigen Analyse des Romans „Lang Tuteng“, den der chinesische Soziologe Jiang Rong im Jahr 2004 veröffentlicht hat. Im Roman wird die Geschichte eines jungen Intellektuellen erzählt, der während der Kulturrevolution mehrere Jahre bei Viehzüchtern in der Inneren Mongolei verbracht hat. Wegen seines Erfolges als Bestseller hat „Lang Tuteng“ die Aufmerksamkeit vieler chinesischer Literaturkritiker und Akademiker auf sich gelenkt und sowohl in China als auch im Ausland die unterschiedlichsten aber immer heftigen Reaktionen ausgelöst. Die vorliegende Arbeit stellt einer Sichtung der chinesischen und ausländischen Kritiken die These gegenüber, dass es sich bei Jiang Rongs Werk um eine Allegorie handelt, die nur unzureichend gedeutet worden ist. Wolf und Totem nehmen im Roman Züge an, die nicht in Einklang mit den in soziologischer Manier gemachten Beobachtungen der Hauptperson stehen, sondern vielmehr als Aussagen über das Befinden der chinesischen Gesellschaft verstanden werden wollen, die unverhüllt aber nicht ungestraft gesagt werden könnten. Ein Kapitel der Arbeit widmet sich den ins Werk eingeflochtenen Elementen aus dem mongolischen Epos, deren Verwendung für chinesische Autoren ungewöhnlich ist und stellt sie ebenso in den Kontext einer alternativen Interpretation des Werkes. Ausgehend von den zahlreichen Hinweisen ist für jemanden, der sich in die mongolische Perspektive versetzen kann (die Autorin ist mongolische Staatsbürgerin) die Annahme berechtigt, dass ein wesentliches Anliegen des Autors die Kritik an der Minderheitenpolitik der VRCh und an der Rolle der chinesischen Intellektuellen in der Gesellschaft ist. Die Annäherung an das Werk über die meta-textuelle Ebene versteht sich außerdem als ein Beitrag von kulturhistorischer Relevanz in Hinblick auf Chinas Beziehung zu den „Anderen“ vermittelt aus der Perspektive der in „Lang Tuteng“ von Jiang Rong sehr detailliert und liebevoll beschriebenen Menschen der (Inneren) Mongolei.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Gegenwartsliteratur in der VRCh
Autor*innen
Altantuya Bat-Ochir
Haupttitel (Deutsch)
Jiang Rongs „Zorn der Wölfe“: vom "Garen der Barbaren" zur Idealisierung des "verlorenen Paradieses" in der Steppe
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
209 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Susanne Weigelin-Schwiedrzik
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.36 Philosophische Anthropologie ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.01 Geschichte der Sprach- und Literaturwissenschaft
AC Nummer
AC08523676
Utheses ID
12626
Studienkennzahl
UA | 066 | 811 | |
