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Feministische Theorie und feministische Linguistik
problemtheoretische Erläuterungen
Eva Steltzer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Richard Schrodt
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.1582
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30440.13489.670864-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die feministische Forschung zu Sprache und Geschlecht hat sich als interdisziplinäres Unternehmen etabliert, das immer wieder durch verschiedene Methoden und Denktraditionen anderer Disziplinen stimuliert wurde und wird. Gerade deshalb spielen kontinuierliche Versuche, Analysekategorien, sprachtheoretische Grundannahmen und Perspektiven zu hinterfragen und zu präzisieren eine wichtige Rolle. Besonders durch die Einflüsse der Queerforschung auf die feministische Theorie seit Anfang der 199oer Jahre kam es zu einer Problematisierung der Sexualität und ihrer Beziehung zu Gender. Dieser Ansatz ist von der Feministischen Linguistik noch wenig berücksichtigt worden. Aber gerade die Dekonstruktion des Sex/Gender Modells wirft wichtige Fragen für die Feministische Linguistik auf, was die Konzeption der Beziehung von Sprache und Gender anbelangt. In den meisten Untersuchungen der Feministischen Linguistik, die entweder geschlechtsspezifische Unterschiede im Gesprächsverhalten oder als sexistisch kritisierten Sprachgebrauch analysieren, wird Gender als eine dem Sprechen vorgängige Kategorie angenommen. Die neue feministische Theorie, wie sie beispielsweise von Judith Butler vertreten wird, stellt eine derartige Annahme radikal infrage und stellt somit eine Herausforderung für die Feministische Linguistik dar. Die feministische Sprachkritik, die mit sprachpolischen Maßnahmen wie Richtlinien und Empfehlungen zu einem geschlechtergerechten Sprachgebrauch einen deutlich merkbaren Sprachwandel, was die Verwendung von Personenreferenzformen betrifft, eingeleitet hat, ist eine wichtige Kraft im feministischen Bestreben Geschlechterhierarchien aufzuzeigen und zu bekämpfen. Mit der Forderung nach sprachlicher Sichtbarmachung von Frauen und dem Beharren auf geschlechtsspezifischen Formen für die Personenreferenz, wird aber auch eine dichotome Geschlechterordnung verfestigt und nicht problematisiert. Eine verstärkte Auseinandersetzung mit der neuen feministischen Theorie wird zu einer verstärkten Reflexion über das eigene Forschungsgebiet und die Verwendung der Kategorie „Geschlecht“ führen.
Abstract
(Englisch)
Since its beginnings in the 1970s feminist linguistics has developed into an interdisciplinary field of research on gender and language. Different methods and approaches have stimulated this field of study and have produced productive tensions and discussions. Therefore it is extremely important to continually question and to make explicit the categories of analysis and the linguistic theories used in the different approaches. Since the 1990s feminist theory has been especially stimulated by queer theory and has developed a new approach to the study of gender. The deconstruction of the Sex/Gender model raises important questions, which most feminist linguists still have to face. Both, feminist research on gender-specific ways of speaking and on sexist language take the category of gender as something that exists prior to language. Researchers of both groups have to rethink their concepts of the relationship between language and gender so that they do not inadvertently reinforce gender polarization and the myths of essential female-male difference. While feminist language reform has proved successful in initiating a remarkable language change during a comparably short period of time, there remains the problem that many of the advised strategies at least in German-speaking countries, which aim at gender-specific linguistic representation in language, strengthen the idea of a binary dichotomy. The new feminist theory presents a challenge to feminist linguistics: rethinking the category gender in their own research. This could lead to challenging new questions.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
feminism language and gender non-sexist guidelines feminist theory language Reform
Schlagwörter
(Deutsch)
Feminismus Sprache und Geschlecht feministische Linguistik feministische Theorie Sprachpolitik Richtlinien
Autor*innen
Eva Steltzer
Haupttitel (Deutsch)
Feministische Theorie und feministische Linguistik
Hauptuntertitel (Deutsch)
problemtheoretische Erläuterungen
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
74 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Richard Schrodt
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.10 Sprache in Beziehung zu anderen Bereichen der Wissenschaft und Kultur ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.69 Sprachwissenschaft: Sonstiges
AC Nummer
AC07057712
Utheses ID
1264
Studienkennzahl
UA | 333 | 344 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1