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Theater der Unterdrückten als Empowerment-Strategie im transkulturellen Kontext
Olimpia Pietrangeli
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Marie-France Chevron
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.14233
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30489.28362.302670-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Arbeit werden die Möglichkeiten des Theaters der Unterdrückten als Empowerment- Strategie im transkulturellen Kontext untersucht. Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile: einen theoretischen Teil der sich mit Foucaults Begriff der "Macht", deren Strukturen und Wirkungen befasst sowie den Empowerment Prozess nach den Psychologen Stark (1996), Herriger (1991), Kieffer (1984), Rappaport (1984) darlegt. Ebenso werden in diesem Teil die theoretischen und historischen Grundlagen des Theaters der Unterdrückten aufgezeigt und ihre unterschiedlichen Techniken dargestellt. Im zweiten Teil der Arbeit wird der Feldzugang und die Vorgangsweise der Forschung dargelegt und die empirischen Ergebnisse aus den durchgeführten qualitativen Interviews in Kombination mit theoretischen Ansätzen dargestellt. Zur Beginn meiner Recherche begann eine Auseinandersetzung mit dem Begriff "Macht", deren Strukturen und Wirkungen nach Foucault. "Macht" wird nach ihm als eine "omnipräsente Instanz" und als „Netz von Beziehungen“ wahrgenommen. Empowerment kann als ein Prozess der Interessenorganisierung definiert werden, der auf die Stärken und Ressourcen der Menschen fokussiert (Rappaport) und in dem es nötig ist, bestehende Machtverhältnisse zu verändern um Kontrolle über individuelle und soziale Umstände wieder zu entdecken (vgl. Stark 1996). Darauf aufbauend wurde das Phasenmodell von Kieffer (1984) präsentiert, der aus vier Stufen besteht. Diese sind: (1) Mobilisierung,(2) Engagement und Förderung, (3) Integration und Routine sowie (4) Überzeugung und „Brennende Geduld“. In diesem Zusammenhang ist die Wichtigkeit sozialer Netzwerke im Empowerment-Prozess hervorzuheben. Turners Konzept des Sozialen Dramas (1982) stellt in diesem Zusammenhang eine Verbindung mit der Methode des Theaters der Unterdrückten dar. Vier Phasen werden dabei unterschieden: der Bruch mit der sozialen Norm, die Krise und der Konflikt, der Versuch der Konfliktlösung durch ein Ritual, die Wahl: Wiedereingliederung oder Spaltung. Wie auch bei der Methode des Theaters der Unterdrückten (bzw. mit dem sogenannten Forum Theaters) spielt der Bruch bzw. die Krise in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Darauf folgend werden Freires (1973) Ansätze der Pädagogik der Unterdrückten analysiert, die eine dialogische Praxis zwischen Lehrer und Schüler auffordert und Ähnlichkeiten mit Boals Methode des Theaters der Unterdrückten aufweist. Dynamisierung soll nach Boal das Individuum zum Widerstand sowie zum Handeln auffordern. Um diesen Prozess zu ermöglichen, werden verschiedene Techniken angewendet: das Zeitungstheater, das Unsichtbare Theater, das Statuentheater, das Forumtheater, das Legislative Theater. Im letzten Teil dieser Arbeit wurden in Anlehnung an Christiane Schmidts Auswertungsmethode (2007) neun Kategorien erstellt: (1) die Performance, (2) der transkulturelle Aspekt des Prozesses, (3) das Fremde, (4) Kunst und künstlerische Praxis, (5) Politische Einbettung, (6) der Empowerment Prozess, (7) Veränderung der Eigenwahrnehmung bzgl. des Österreich Bildes, (8) Die Bildung von sozialen Netzwerken, (9) Das Phänomen der sozialen Integration. Es hat sich gezeigt, dass die AkteurInnen mit Migrationshintergrund dank der Theatererfahrung ihr Fremdbild verändert haben, indem sie ein Einblick in kulturell geprägte Praktiken, Werte und Normen der österreichischen Gesellschaft gewonnen haben und ein Interesse für die Aufnahmekultur entwickelt haben. Aus den Aussagen der AkteurInnen kann festgestellt werden, dass im Rahmen des transkulturellen Prozesses soziale Kontakte geknüpft worden sind, die zu einem sozialen Netzwerk geführt haben der heute zum Teil noch besteht.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Empowerment Theater der Unterdrückten transkulturalität
Autor*innen
Olimpia Pietrangeli
Haupttitel (Deutsch)
Theater der Unterdrückten als Empowerment-Strategie im transkulturellen Kontext
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
102 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Marie-France Chevron
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.16 Wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit ,
24 Theater, Film, Musik > 24.29 Theater: Sonstiges
AC Nummer
AC08552802
Utheses ID
12772
Studienkennzahl
UA | 307 | | |
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