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Denkmuster des gegenwärtigen deutschen Films
Thomas Arslans "Ferien" und Fatih Akins "Auf der anderen Seite"
Kerstin Muff
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Brigitte Marschall
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.14264
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30464.01372.568459-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ziel dieser Arbeit ist es Fatıh Akın und Thomas Arslan als zwei integrale Akteure des zeitgenössischen deutschen Films vorzustellen. Dabei soll verdeutlicht werden, dass trotz etwaiger medialer Rezeption der beiden Regisseure als symptomatisch deutsch-türkische Filmemacher, ergo Filmemacher mit Migrationshintergrund, dies nicht als ausschlaggebendes Kriterium zur Beurteilung ihres filmischen Schaffens dienen kann. Der Begriff des deutsch-türkischen wird im Rahmen dieser Arbeit als deskriptiver Hilfsterminus herangezogen, um das zentrale Anliegen dieser Arbeit diskursiv zu erleichtern. Da der Suggestivbegriff deutsch-türkisch auf hierarchisierenden Identitätsdiskursen basierende Reduktion impliziert, würde eine Klassifikation von Fatıh Akıns und Thomas Arslans filmischen Schaffen als gar deutsches "Cinéma du métissage" die jeweilige professionelle Entwicklung und Arbeitsweise beider Regisseure verkennen. Darüber hinaus würde somit auch die reale, poly-ethnische Bevölkerungsvielheit Deutschlands restriktiv vertikaldifferenziert werden. Der in diesem Kontext implizierte Topos "Ausländer" reproduziert "eine Teilung zwischen Deutschen und Ausländern, als gäbe es eine separate Gruppe namens ,Ausländer', die es so aber überhaupt nicht gibt. Diese Trennungen zwischen ,wir' und ,ihr' haben immer eine rassistische Note." (Terkessidis im Interview mit Islamische Zeitung, unter: http://www.islamische-zeitung.de/?id=7226 (Letzter Zugriff am 15.04.2011) Als theoretische Perspektive auf die gesellschaftliche Bevölkerungslandschaft Deutschlands und als praktische Handlungsanweisung zu Gunsten eines Paradigmenwechsels hin zum zukunftsorientierten, kosmopoliten und interkulturellen Zusammenlebens der Gemeinschaftlichkeit, dienen insbesondere Mark Terkessidis "Interkultur" und Ulrich Becks "Der kosmopolitische Blick oder: Krieg ist Frieden". Um die Beziehung zwischen staatlicher Nationenbildung und der Entwicklung von identitätsstiftenden, nationalen Kinos exemplarisch darzustellen, werden unterschiedliche Konzepte nationaler Kinos in Europa im Kontext ihrer Entstehungszusammenhänge als auch ihrer aktuellen, transnationalen Positionierungen angeführt. Dabei liegt ein Fokus auf dem Ansatz, ein spezifisch nationales Kino immer in Relation und Abgrenzung zum USamerikanischen, wirtschaftsorientierten Hollywood-Kino zu determinieren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der jüngsten Entwicklungsgeschichte des Films in Deutschland, wobei sich das Schaffen von deutsch-türkischen Regisseuren als expliziter Bestandteil deutscher Filmgeschichte abzeichnen wird. Es wird sich erweisen, dass Fatıh Akın als Regisseur facettenreiche, stilistische als auch persönlich motivierte, inhaltliche Vielfalt beweist (hier unter anderem dokumentiert durch die interdisziplinäre, inhaltliche Verflechtung von Selim Özdoğans Roman Die Tochter des Schmieds), und den internationalen Vergleich und Ansehen in der Filmwelt sucht. Thomas Arslan wird mit dem Kollektiv der Berliner Schule assoziiert und steht für ein Kino theoretisch-ästhetischer Prämissen, die starke Affinität zur französischen Nouvelle Vague bekunden. Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen erfolgt die praktische Filmanalyse von Thomas Arslans "Ferien" (2007) und Fatıh Akıns "Auf der anderen Seite" (2007) um schließlich die personenspezifische Filmpraxis und Methodik beider Regisseure herausarbeiten und akzentuieren zu können und somit beide Regisseure als Beispiele einer differenzierten, vielfältigen deutschen Filmlandschaft auszuweisen und gegenüber Pauschalisierungen eines vermeintlichen deutsch-türkischen oder gar Migrantenkinos abzugrenzen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
deutscher Film
Autor*innen
Kerstin Muff
Haupttitel (Deutsch)
Denkmuster des gegenwärtigen deutschen Films
Hauptuntertitel (Deutsch)
Thomas Arslans "Ferien" und Fatih Akins "Auf der anderen Seite"
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
191 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Marschall
Klassifikation
24 Theater, Film, Musik > 24.30 Film: Allgemeines
AC Nummer
AC08535998
Utheses ID
12798
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
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