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Das gute Leben
Entwicklungskonzepte und Praxis der Entwicklungszusammenarbeit in der Chiquitania Boliviens
Markus Hoenig
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Georg Grünberg
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.14317
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30262.71140.784469-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Diplomarbeit befasst sich mit Entwicklungskonzepten und deren Umsetzung durch die Praxis der Entwicklungszusammenarbeit in einer der ethnischen Regionen im Tiefland Boliviens, der Chiquitania. Untersucht werden die Entwicklungskonzepte von drei bedeutenden Entwicklungsakteuren in der Region, dem Deutschen Entwicklungsdienst, der Bolivianischen Regierung und der katholischen Entwicklungszusammenarbeit des Vikariats, um anschließend Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur indigenen Entwicklungsvorstellung hervorzuheben. Anhand eines konkreten Beispiels, der Genossenschaft Minga, wird die Umsetzung genauer betrachtet. In dieser Arbeit wird angenommen, dass unterschiedliche Vorstellungen von Entwicklung existieren, die an Interessen der jeweiligen Akteure gebunden sind und dass diese unterschiedlichen Entwicklungskonzepte in der praktischen Umsetzung aufeinander treffen und zu Problemen in der Entwicklungszusammenarbeit führen. Der theoretischen Rahmen, der an den Befähigungs-Ansatz (Capability Approach) von Amartya Sen angelehnt ist, wird durch die indigenen Armutsindikatoren nach Renshaw und Wray spezifiziert um die Verwirklichungschancen (capabilities) zu beschreiben, die in einer Gesellschaft als wertvoll angesehen werden um sich zu „entwickeln“ bzw. um ein gutes Leben führen zu können (Quality of Life). Als Methoden kommen zwei Vorgehensweisen zum Einsatz. Erstens wird im historisch-deskriptiven Teil die Textexegese für zentrale Texte der Entwicklungsakteure verwendet. Zweitens wurden, um die mangelnde Literatur zu kompensieren und die von der Praxis der Entwicklungszusammenarbeit betroffenen Menschen selbst zu Wort kommen zu lassen, qualitative Befragungen durchgeführt in Form von ero-epischer Gespräche nach Girtler, während der Feldforschung in der Chiquitania Boliviens von März bis Juni 2010. Als Ergebnis stellt sich heraus, dass die Praxis der Entwicklungszusammenarbeit generell von einer modernisierungstheoretischen Entwicklungsvorstellung dominiert und die Zielgruppe dementsprechend behandelt wird. Bei genauer Betrachtung der Akteure zeigt sich allerdings, dass nicht nur die Entwicklungskonzepte der Chiquitanos selbst nicht homogen sind, sondern auch teilweise deren Verwirklichungschancen in den Entwicklungsprojekten implementiert werden. Hier wird deutlich, dass die kritisierte Praxis der Entwicklungszusammenarbeit auch dazu beitragen kann, dass die Chiquitanos gut leben können - wenn das lokale Verständnis von Entwicklung berücksichtigt und auf partnerschaftliche Weise im gesamten Projektzyklus implementiert wird.
Abstract
(Englisch)
This thesis analyzes developing concepts and their implementation through development cooperation in one of the ethnic regions of the lowlands of Bolivia, the Chiquitania. It examines the development strategies of three major development players in the region, the Deutscher Entwicklungsdienst, the Bolivian government and the Catholic development cooperation of the Vicariate, subsequently highlighting similarities and differences to the indigenous development concepts. Based on a specific example, the Minga cooperative, implementation is then investigated in detail. This study assumes that there are different notions of development that are tied to the interests of individual actors and that these different developmental concepts clash during implementation, causing problems in development cooperation. The theoretical framework is based on the Capability Approach by Amartya Sen and specified by indigenous poverty indicators by Renshaw and Wray to describe the capabilities, which are considered valuable in a society in order to "develop" and lead a good life (Quality of Life). As methods, two approaches are used. First, for the historical and descriptive part, text exegesis is used on key texts from development players. Second, to compensate for the lack of literature and to allow those people affected by the practice of development cooperation to speak for themselves, qualitative interviews are used in the form of ero-epic dialogues by Girtler, having been held during field research in Bolivia's Chiquitania between March and June 2010. As a result, it turns out that generally speaking, the practice of development cooperation is dominated by a development idea according to the modernization theory, with the beneficiaries treated accordingly. However, upon closer inspection of the people and organizations involved, it turns out that the development concepts of the Chiquitanos are not only non-homogeneous, but also that the target groups' capabilities are partly implemented in development projects. Here it becomes clear that the criticized practice of development cooperation can also contribute to the quality of life for the Chiquitanos - if the local understanding of development is considered and if it is being implemented in partnership within the entire project cycle.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Quality of life developing concepts development cooperation Chiquitania Chiquitanos Bolivia
Schlagwörter
(Deutsch)
Das gute Leben Entwicklungskonzepte Praxis der Entwicklungszusammenarbeit Chiquitania Chiquitanos Bolivien
Autor*innen
Markus Hoenig
Haupttitel (Deutsch)
Das gute Leben
Hauptuntertitel (Deutsch)
Entwicklungskonzepte und Praxis der Entwicklungszusammenarbeit in der Chiquitania Boliviens
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
127 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Georg Grünberg ,
René Kuppe
Klassifikation
73 Ethnologie > 73.07 Entwicklungsethnologie
AC Nummer
AC08531868
Utheses ID
12844
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
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