Detailansicht

Sozialer Ausschluss unter Jugendlichen:
eine entwicklungspsychologische Studie zum Happy-Victimizer Phänomen
Sylvia Schwarzinger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Dagmar Strohmeier
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.14432
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29568.61076.355662-5
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Studie untersucht das Happy-Victimizer Phänomen, die Diskrepanz zwischen moralischem Urteil und positiver Emotionsattribution an einen Übeltäter. Jugendlichen im Alter von 11 bis 13 sowie 15 bis 17 Jahren wurde ein innovatives Erhebungsinstrument, eine Videovignette, welchen den sozialen Ausschluss eines Mädchens bzw. eines Burschen zeigt, vorgelegt. Die Untersuchung erforscht, welche Gründe Jugendliche für die Viktimisierung verantwortlich machen, wie sie den sozialen Ausschluss moralisch bewerten und begründen und welche Emotionen sie den Tätern zuschreiben. Dabei wurden Geschlechts- und Altersunterschiede untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die 15- bis 17-jährigen Jugendlichen häufiger rassistisch motivierte Viktimisierungsgründe nennen als die 11- bis 13-jährigen Jugendlichen. Hinsichtlich des Happy-Victimizer Phänomens gehen die Ergebnisse nicht mit der Hypothese, die moralische Beurteilung sei unabhängig vom Geschlecht und vom Alter, konform. Die 15- bis 17-jährigen Burschen bewerten den sozialen Ausschluss als weniger schlimm und geben dem Opfer häufiger die Schuld dafür, wohingegen die Mädchen vorwiegend moralische Begründungen angeben. Darüber hinaus zeigen sich keine Geschlechts- sowie Altersunterschiede bezüglich der allgemeinen Emotionsattribution an die Täter, aber eine signifikante Wechselwirkung zwischen Geschlecht und Alter. Hinsichtlich der differenzierten Emotionsattribution, die mittels der Kategorien positive moralische Gefühle, negative moralische Gefühle sowie andere moralische Gefühle erforscht wurde, zeigt sich, dass die 15- bis 17-jährigen Jugendlichen die Kategorie andere moralische Gefühle, welche die Emotionen ärgerlich und ängstlich beinhaltet, häufiger verwenden als die 11- bis 13-jährigen Jugendlichen. Die Resultate werden in Bezug zur Entwicklung des moralischen Selbst, das eine Konsistenz zwischen moralischer Bewertung und moralischer Emotionsattribution voraussetzt, diskutiert.
Abstract
(Englisch)
This study explores the happy victimizer phenomenon, the discrepancy between young people´s moral reasoning and positive emotion attribution towards a wrongdoer. Adolescents between the ages of 11 and 13 and 15 and 17 years were presented with an innovative research tool, a videovignette showing the social exclusion of a girl respectively a boy. The study investigates which reasons the adolescents hold responsible for the victimization, how they morally evaluate and justify the social exclusion and which emotions they attribute to the victimizers. Gender differences as well as developmental age differences are assessed. The results indicate that the 15- to 17-year old adolescents name more xenophobic motivated reasons for victimization than the 11- to 13-year old adolescents. Concering the happy victimizer phenomenon the results are not congruent with the hypothesis that moral judgment is independent of gender and age. The 15- to 17-year old boys evaluate the social exclusion as less bad and furthermore blame the victims more frequently whereas the girls mostly name moral jugdments. Furthermore the results show no gender and age differences concerning the general moral emotion attribution to the victimizers, but a significant interaction between gender and age. Results concerning the differentiated moral emotion attribution regarding the categories positive moral emotions, negative moral emotions and other moral emotions indicate that the 15- to 17-year old adolescents quote other moral emotions comprehending the emotions angry and anxious more freyquently than the 11- to 13-year old adolescents. Findings are discussed in relation to the development of the moral self, which implies a consistence between making moral judgments and moral emotion attributions.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
happy victimizer phenomenon social exclusion moral judgment moral emotion attribution moral emotions moral self
Schlagwörter
(Deutsch)
Happy-Victimizer Phänomen sozialer Ausschluss moralisches Urteil moralische Emotionsattibution moralische Gefühle moralisches Selbst
Autor*innen
Sylvia Schwarzinger
Haupttitel (Deutsch)
Sozialer Ausschluss unter Jugendlichen:
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine entwicklungspsychologische Studie zum Happy-Victimizer Phänomen
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
160 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Dagmar Strohmeier
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.46 Emotion ,
77 Psychologie > 77.62 Soziale Wahrnehmung, Attribution ,
77 Psychologie > 77.63 Soziale Interaktion, Soziale Beziehungen
AC Nummer
AC08536435
Utheses ID
12942
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1