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Gedächtnispolitische Bezüge in der Sprachen- und Minderheitenpolitik der baltischen Staaten insbesondere am Beispiel Lettlands
Isabella Maria Tury
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Karin Liebhart
DOI
10.25365/thesis.14585
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30022.20119.409565-4
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die gedächtnispolitischen Bezüge in der Sprachen- und Minderheitenpolitik der baltischen Staaten, insbesondere am Beispiel Lettlands. Analysiert wird die Sprachen- und Minderheitenpolitik gegenüber der russischsprachigen Minderheit kurz vor und nach der Erlangung der Unabhängigkeit und bis zum Beitritt in die Europäische Union 2004. Besonderes Augenmerk wird auf den internationalen Kontext gelegt. Der Einfluss von Seiten der Europäischen Union bzw. OSZE und Russland ist für die Gestaltung der Sprachen- und Minderheitenpolitik nicht zu unterschätzen. Es wird davon ausgegangen, dass es sich bei der Sprachen- und Minderheitenpolitik nicht um eine bloße interne Angelegenheit handelt, sondern dass sich darin der Wunsch nach einer Neupositionierung als unabhängige Staaten, verankert in der Europäischen Union, zeigt.
Den theoretischen Rahmen bilden einerseits die Konzepte von Halbwachs, andererseits die enge Verflechtung von Nationalstaat, Sprache und Gedächtnis als Identitätsmarker und Ausgrenzungskriteria. Der Nationalstaat wird als Konstruktion folgend Andersons Konzept der Nation als „vorgestellte politische Gemeinschaft“ (Anderson 1996, 15) untersucht.
Um die gedächtnispolitischen Bezüge genauer untersuchen zu können, enthält die Arbeit eine Darstellung der staatlichen Unabhängigkeit in Zwischenkriegszeit und der Zeit als Sowjetteilrepubliken. In der Sprachen- und Minderheitenpolitik kurz vor und nach Erlangung der Unabhängigkeit 1990/91 lassen sich deutliche Bezüge zu dieser Zeit und zu ihren gegensätzlichen Interpretationen erkennen. Als Material werden Dokumente der Europäischen Union, OSZE und des lettischen Parlaments herangezogen.
Nach Darstellung und Analyse der gedächtnispolitischen Bezüge und der Inszenierung von Geschichte von Seiten der baltischen Staaten als neue EU-Mitglieder wird als Ausblick der Frage nachgegangen, ob nach den Beitritten von 2004 ein gemeinsames europäisches Gedächtnis möglich ist und welche Auswirkungen dies auf die Konstruktion einer gemeinsamen europäischen Identität haben könnte.
Abstract
(Englisch)
This master thesis analyses the interdependence of memory culture, history politics, language and minority politics and practices in the Baltic states concerning the Russian speaking minority, especially using the example of Latvia. The language and minority politics towards the Russian speaking minority in the time period shortly before and after the gaining of independence 1990/91 and the entry in the European Union 2004 are analysed. Attention is turned to the international context. The arrangement and constitution of language and minority politics in Estonia, Latvia and Lithuania were effected by the European Union, the OSCE and Russia. In addition, they were highly effected by the diametrically different interpretations of the time when the Baltic states were part of the USSR. The role of the Russian speaking minority changed dramatically after independence 1990/91. It is assumed that language and minority politics are not a subject of internal affairs but an expression of and an aim for a repositioning as independent states within the European Union.
The theoretical background is formed by the concepts of Halbwachs and by the strong interconnection between national state, language and memory used as criteria for the construction of identity. Following Benedict Anderson’s concept, nation is seen as a construct.
The master thesis contains a description of national independence of the Baltic states in the time between the World Wars and of the time when the Baltic States were part of the USSR. In language and minority politics shortly before and after the gaining of independence 1990/91 can be found clear references to this period and to the different interpretations of it. As material documents of the European Union, the OSCE and the Latvian parliament are analysed.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
memory culture history politics language politics minority politics Baltic states
Schlagwörter
(Deutsch)
Gedächtnispolitik Sprachenpolitik Minderheitenpolitik baltische Staaten
Autor*innen
Isabella Maria Tury
Haupttitel (Deutsch)
Gedächtnispolitische Bezüge in der Sprachen- und Minderheitenpolitik der baltischen Staaten insbesondere am Beispiel Lettlands
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
98 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Karin Liebhart
Klassifikation
89 Politologie > 89.41 Staat und einzelne Gruppierungen
AC Nummer
AC08582256
Utheses ID
13081
Studienkennzahl
UA | 300 | | |
