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Vertrauen in Geschwisterbeziehungen
vergleichende Studie zum Einfluss personenspezifischer Faktoren
Saskia Dreier
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Werner Herkner
DOI
10.25365/thesis.1649
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29978.82038.986770-9
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Studie wurden erwachsene Geschwisterpaare mit engen Freundschaftspaaren hinsichtlich des Vertrauens in den anderen verglichen. Im Rahmen einer Fragebogenerhebung wurden dabei personenspezifische Merkmale, wie Bindung, Selbstwert, Erinnertes Elterliches Erziehungsverhalten, allgemeine Vertrauensbereitschaft und Reziprozität als Faktoren des Vertrauens berücksichtigt. Die theoretische Basis bildet die Konzeptualisierung des Vertrauens in eine konkrete Person von Johnson-George und Swap (1982), sowie Buck und Bierhoff (1986). Eine weitere Grundlage bietet das dyadische Modell zur Erklärung von Vertrauen in Beziehungen von Simpson (2007), das die Relevanz von dispositionellen Merkmalen für zwischenmenschliches Vertrauen betont. Die Ergebnisse der Hypothesenprüfung zeigen übereinstimmend mit den bisherigen Forschungsbemühungen, dass im Allgemeinen hoher Selbstwert, sichere Bindung und eine rückblickend als warm anstelle von strafend erinnerte elterliche Erziehung mit mehr Vertrauen in die andere Person einhergehen. Ist das emotionale Vertrauen in den anderen hoch, so wird dieses auch eher erwidert. Allgemeine Vertrauensbereitschaft erweist sich als unbedeutend für das Vertrauen in die andere Person, vermutlich darauf zurückzuführen, dass es sich hier um bereits länger bestehende Beziehungen handelt. Es zeigten sich keine Unterschiede zwischen Geschwistern hinsichtlich Geschwisterkonstellationsvariablen wie Geburtsrangplatz oder Altersabstand. Geschwister und enge Freunde unterscheiden sich jedoch grundsätzlich in ihrem Spezifischen Vertrauen. Das emotionale Vertrauen ist bei Geschwistern wesentlich geringer als bei engen Freunden, was dadurch erklärbar ist, dass Geschwister sich anders als Freunde nicht aussuchen können, sondern lernen müssen, miteinander auszukommen. Insgesamt unterscheiden sich Geschwisterpaare mit unterschiedlicher Merkmalsausprägung wesentlich mehr in der Einschätzung der Vertrauenswürdigkeit des anderen, als Freundschaftspaare. Die Ergebnisse zeigen nicht nur die Relevanz von persönlichen Merkmalen für Vertrauen auf, sondern auch die Notwendigkeit, die unterschiedlichen bestehenden Beziehungsformen in der Vertrauensforschung verstärkt zu berücksichtigen.
Abstract
(Englisch)
The present study deals with specific trust in adult sibling dyads compared to that of very close friends. It also analyses the influence of certain individual aspects of specific trust such as general attachment style and dimensions, trait self-esteem, retrospective perception of parental treatment, general trust and reciprocity. The concept of trust in a specific other of Johnson-George & Swap (1982) and the german adaptations of Buck & Bierhoff (1986) were used as a theoretical basis. Simpsons (2007) dyadic model of trust in relationships focussing on the importance of dispositional factors for building and maintaining trust is also considered. The results of the analysis of collected data relying on questionnaires correspond to previous research: in general high self-esteem, secure attachment and parental treatment in the youth and adolescence remembered as emotionally warm in contrast to punishing, were correlated to more trust in the other person. If emotional trust in the other person is high, the other person’s trust is reciprocated. The general tendency to trust is of no relevance to specific trust in this study, maybe because it was based only on long-term relationships. There was no significant evidence for differences between siblings in terms of constellation variables like birth order and spacing. Emotional trust of siblings is lower than of close friends. The reason could be, that siblings cannot choose each other in the first place. Generally, the comparison of pairs of siblings and close friends with high differences in the indidual factors examined showed lower trust of sibling pairs than that of close friends. The results do not only point out the relevance of indivual factors for specific trust but also the need to focus more on diffent types of relationships in future trust research.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Interpersonal Trust siblings close friends attachment self-esteem parental treatment
Schlagwörter
(Deutsch)
interpersonales Vertrauen Geschwister Freunde Bindung Selbstwert Erinnertes elterliches Erziehungsverhalten Vertrauensbereitschaft
Autor*innen
Saskia Dreier
Haupttitel (Deutsch)
Vertrauen in Geschwisterbeziehungen
Hauptuntertitel (Deutsch)
vergleichende Studie zum Einfluss personenspezifischer Faktoren
Paralleltitel (Englisch)
Trust in sibling relationships
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
293 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Werner Herkner
Klassifikation
77 Psychologie > 77.60 Sozialpsychologie: Allgemeines
AC Nummer
AC07496847
Utheses ID
1328
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
