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Transformationsdynamiken der Arbeit
Veränderungen der Arbeitsmarktpolitik und Qualifizierung der Arbeitskräfte im Postfordismus
Roland Atzmueller
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Hannelore Eva Kreisky
DOI
10.25365/thesis.15044
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30241.65144.249165-2
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Transformationsdynamiken der Arbeit
Die vorliegende Arbeit wird in Form einer kumulativen Dissertation eingereicht. Die in dieser Arbeit gesammelte Auswahl von Aufsätzen wurde in einem Zeitraum von etwa sechs Jahren geschrieben. Ihnen liegen Fragestellungen und Themen zugrunde, die in einer Reihe von europäischen und nationalen Forschungsprojekten bearbeitet und in den hier gesammelten nationalen wie internationalen Publikationen auf empirischer, wie auch theoretischer Ebene diskutiert wurden. Im Zentrum der Analysen stehen v.a. Veränderungen der Regulation der Reproduktionsprozesse der Ware Arbeitskraft und der (kapitalistischen) Arbeitsteilungen, die eine wesentliche Dimension des Umbaus der (kapitalistischen) Wohlfahrtsstaaten im Übergang zu einem postfordistischen Akkumulationsregime in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten bilden. Dies wird anhand von Veränderungen der Arbeitsmarktpolitik und des Wohlfahrtsstaates (v.a. in Österreich und Großbritannien) sowie der Transformationen der (Erwerbs-)Arbeit und der Qualifizierung/Berufsausbildung der Arbeitskräfte (die auch im Bereich der Arbeitsmarktpolitik von zentraler Bedeutung sind), auf theoretischer wie empirischer Basis diskutiert. Da die jüngsten Veränderungen der Arbeitsmarktpolitik, die mit Begriffen wie Workfare und Aktivierung beschrieben werden, die Qualitäten der Arbeitskräfte, also ihre Fähigkeit und Bereitschaft am Erwerbsleben teilzunehmen, ins Zentrum politischer Auseinandersetzungen rücken, ist der Bezug auf qualifizierungstheoretische und berufsbildungspolitische Themen unerlässlich. Die Neuzusammensetzung der Ware Arbeitskraft wird zu einem wichtigen Inhalt der Rekonfiguration des Wohlfahrtsstaates im Postfordismus.
Das Kapitel I „Theoretische Grundlagen“ beschäftigt sich v.a. mit den staatstheoretischen Grundlagen der folgenden Untersuchungen und Analysen zur Veränderung der Arbeitsmarktpolitik, der Transformationen der Arbeit und der Bedeutung der beruflichen Qualifizierungsprozesse im Übergang zum Postfordismus. Der Fokus liegt dabei auf grundlegenden Überlegungen zu den Zusammenhängen zwischen Veränderungen der gesellschaftlichen Arbeitsteilungen und dem kapitalistischen Staat, wie sie nicht zuletzt von Nicos Poulantzas in die Diskussion eingebracht worden waren. Außerdem wird die Entstehung einer postfordistischen Form des Staates, die als „Workfare-Staat“ bezeichnet wurde, näher diskutiert. Workfare bezieht sich v.a. auf Veränderungen im Bereich der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, die auf die Aktivierung von Arbeitslosen und WohlfahrtsempfängerInnen abzielen und die dekommodifizierenden Elemente und Effekte des fordistischen Wohlfahrtsstaates, also die Reduktion des Zwanges sich um jeden Preis am Arbeitsmarkt verkaufen zu müssen, wieder zurücknehmen. Die Aufsätze über die veränderte Rolle der städtischen Ebene für die wohlfahrtsstaatliche Dimension des kapitalistischen Staates wie auch die Auseinandersetzung mit der Krise der Solidarität vertiefen die Analysen zur Veränderung des (Wohlfahrts-)Staates im Übergang zum Postfordismus in diesem Abschnitt.
Im Kapitel II werden „Entwicklungen der Arbeitsmarktpolitik“ in Österreich und Großbritannien näher diskutiert. In diesen Arbeiten werden die im Theoriekapitel entwickelten Überlegungen zur Entstehung sogenannter Workfare-Staaten und workfaristischer Aspekte der Regulation der Ware Arbeitskraft am Beispiel der Entwicklungen der Arbeitsmarktpolitik diskutiert. Dies inkludiert auch die Auseinandersetzung mit Entwicklungen aktiver Arbeitsmarktpolitik auf regionaler, genauer städtischer Ebene – nämlich in Wien. Wie auch in den nationalstaatlichen Variationen zwischen so unterschiedlichen Ländern wie Großbritannien und Österreich so wird auch in der Analyse der regionalen Ebene sichtbar, dass die Analyse konkreter und komplexer Entwicklungen fähig sein muss, die Kontingenzen gesellschaftlicher Entwicklungen mit abstrakteren Überlegungen etwa zur Entwicklung von Workfare-Staaten und Veränderungsdynamiken auf städtischer Ebene zu artikulieren.
Im Kapitel III wird „Die Neuzusammensetzung des Arbeitsvermögens der Ware Arbeitskraft“ näher untersucht. Diese Aufsätze versuchen die Analyse der Durchsetzung einer postfordistischen Regulationsweise des Arbeitsvermögens der Ware Arbeitskraft voranzutreiben und mit den Analysen zur workfaristischen Rekonfiguration des Wohlfahrtsstaates zu artikulieren. Insbesondere die Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Lern- und Veränderungsfähigkeit der Individuen für den postfordistischen Kapitalismus und die Bewältigung seiner konstitutiven Instabilität und Krisenhaftigkeit, verweisen auf eine Reihe forschungsstrategischer wie auch politischer Fragen, die insbesondere in der gegenwärtigen Phase der Bewältigung der (gesellschaftlichen) Folgen der Krise zentral sind. Die Analysen versuchen zu zeigen, inwiefern wesentliche Dimensionen der postfordistischen Regulationsweise der Arbeit und der Produktionsverhältnisse darin bestehen, dass die Bewältigung der Krisenhaftigkeit und Instabilitäten des Postfordismus den Individuen aufgeherrscht wird und deren Fähigkeit zur Anpassung und Selbstveränderung zur Voraussetzung für die erweiterte Reproduktion des Kapitalismus, die permanente Revolutionierung der Produktionsverhältnisse und Produktivkräfte, gemacht wird. Die heftig umkämpften Rekonfigurationsprozesse des Wohlfahrtsstaates, die mit den Begriffen Workfare und Aktivierung angesprochen sind, transformieren die Instabilität und Krisenhaftigkeit des postfordistischen Kapitalismus in unterschiedliche Politikfelder (Arbeitsmarktpolitik, Bildungspolitik etc), sodass die Adaptierungsprozesse der Individuen in bestimmte institutionelle Logiken eingebettet und damit für das Kapital nutzbar werden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Arbeitsmarktpolitik Qualifizierung Postfordismus Marxismus Staat Innovation Veränderungen der Arbeit
Autor*innen
Roland Atzmueller
Haupttitel (Deutsch)
Transformationsdynamiken der Arbeit
Hauptuntertitel (Deutsch)
Veränderungen der Arbeitsmarktpolitik und Qualifizierung der Arbeitskräfte im Postfordismus
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
VIII, 347 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Hannelore Eva Kreisky ,
Alex Demirovic
Klassifikationen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.00 Politologie: Allgemeines
AC Nummer
AC08888143
Utheses ID
13501
Studienkennzahl
UA | 092 | 300 | |
