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Lernendenautonomie und ihre Grenzen in DaF- / DaZ-Kursen mit Erwachsenen
Manuela Regina Wascher
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Klaus-Börge Boeckmann
DOI
10.25365/thesis.1672
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29064.90904.790260-9
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Begriffe „Lernendenautonomie“ und „autonomes Lernen“ spielen in der bildungspolitischen und fachdidaktischen Diskussion eine wichtige Rolle, bezeichnen Schlüsselqualifikationen, die es im Fremd- und Zweitsprachenunterricht zu fördern gilt, und stehen im Zusammenhang mit den Grundbedürfnissen des Menschen nach Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit. Lernendenautonomie wird in der vorliegenden Arbeit aus der psychologischen Perspektive betrachtet, bei der das Verhältnis der/des Lernenden zu ihrem/seinem eigenen Lernen im Mittelpunkt steht und Autonomie sowohl als Weg als auch als Ziel allen Lernens aufgefasst wird, wobei es in dieser Arbeit auch darum geht, Herausforderungen und Schwierigkeiten, die sich hinsichtlich der Autonomieförderung in der Unterrichtspraxis ergeben können, zu benennen. Selbstbestimmung und Lernen-Lernen spielen in der psychologischen Version autonomiefördernder Ansätze eine wichtige Rolle. Auch in anderen pädagogischen Konzepten sind sie von Bedeutung, insbesondere in reformpädagogischen, die sich infolge auch als besonders einflussreich für die Gestaltung von offenen Unterrichtsformen erwiesen haben. Offene Unterrichtsformen ermöglichen unterschiedliche Grade der Offenheit in Bezug auf Selbstbestimmung und Selbstorganisation der Lernenden und legen nicht nur großen Wert auf Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit, sondern auch auf Reflexion und eignen sich daher besonders gut zur Förderung des autonomen Lernens. Den Begründungszusammenhang dazu liefern Kognitionspsychologie, Neurowissenschaften und erkenntnis-theoretische Ansätze des Konstruktivismus, wonach Lernen ein individueller und aktiver Prozess der Wissenskonstruktion ist, autonom sowie selbstorganisiert verläuft und von außen nicht direkt gesteuert, aber durch die Gestaltung der Lernbedingungen beeinflusst werden kann. Als besonders wichtig erweisen sich in diesem Zusammenhang eine reiche Lernumgebung und intensive soziale Interaktion – was den Lernenden ermöglicht, an ihre individuellen Wissensbestände anzuknüpfen und Hypothesen zu formen, zu testen und weiterzuentwickeln – sowie ein affektiv-emotional positives Lernklima. Daraus ergeben sich einige allgemeine Prinzipien, die in einem autonomiefördernden Unterricht zum Tragen kommen sollten: Unterricht, der autonomes Lernen unterstützen will, muss einerseits lernendenorientiert sein, womit vor allem die Individualisierung der Lehr-Lernprozesse durch Prozess- bzw. Produktorientierung und die Berücksichtigung unterschiedlicher Lernstile und Lerntypen bei der Gestaltung des Unterrichtsgeschehens gemeint sind. Andererseits sind Kooperation und Interaktion von zentraler Bedeutung, weshalb Gruppenarbeit eine wichtige Rolle spielen muss. Auch Reflexion und Authentizität der Materialien und des Unterrichts stellen wichtige Unterrichtsprinzipien eines autonomiefördernden Unterrichts dar. Weitere Bereiche, durch die und in denen die Autonomie der Lernenden gestärkt werden kann, sind die optimale Orientierung der Lernenden im aktuellen und curricularen Unterrichtsgeschehen, die Reflexion über Lernweisen sowie über kulturbedingte Verhaltensweisen und vor allem die Übergabe bzw. Übernahme von Lernverantwortung in den Bereichen der Lernziele, der Lerninhalte sowie der Bearbeitung derselben und der Evaluation der Lernergebnisse. Dabei hat sich im Rahmen eines Aktionsforschungsprozesses einerseits herausgestellt, dass der Autonomieförderung durch institutionelle Rahmenbedingungen Grenzen gesetzt sein können, weil beispielsweise bestimmte Aktivitäten oder Aufgaben aus organisatorischen Gründen nicht umgesetzt werden können bzw. für die Zielgruppe nicht oder kaum geeignet sind. Andererseits hat sich erwiesen, dass die Einbettung autonomiefördernder Elemente in den Unterricht sowohl die Bereitschaft zur Reflexion voraussetzt – so können Lernende zum Teil unwillig auf die Bitte reagieren, über ihr eigenes Lernen nachzudenken und sich mit anderen darüber auszutauschen – als auch bereits einen bestimmten Grad an Autonomie benötigt: Manche Lernende sind von der Möglichkeit, eigene Ziele, Inhalte und Bearbeitungswege festzulegen, überwältigt und können sich nicht entscheiden, während es anderen schwerfällt, eigeninitiativ tätig zu werden, was sie die ihnen leichter erscheinenden Aktivitäten wählen lässt, auch wenn sie ihre Arbeit dann als unbefriedigend emfinden. Selbstbestimmtes Lernen erfordert außerdem auch Selbstdisziplin und Willenskraft, was für Lernende ebenfalls ein Hindernis darstellen kann. Den „Druck von außen“ scheinen mehrere Lernende zu vermissen, wenn sie ihre Lern- und Arbeitsergebnisse selbst kontrollieren und evaluieren können bzw. sollen. Deshalb erscheint es wesentlich, dass Lehrende auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen Rücksicht nehmen, behutsam vorgehen und so transparent wie möglich agieren.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
DaF-/DaZ-Unterricht Lernendenautonomie Erwachsenenbildung
Autor*innen
Manuela Regina Wascher
Haupttitel (Deutsch)
Lernendenautonomie und ihre Grenzen in DaF- / DaZ-Kursen mit Erwachsenen
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
134 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Klaus-Börge Boeckmann
AC Nummer
AC07058317
Utheses ID
1351
Studienkennzahl
UA | 333 | 344 | |
