Detailansicht
Die Eingewöhnungsorganisation in ihrer Wirkung auf die kindliche Bewältigung der Krippenaufnahme und die Stressreaktion auf die Krippenaufnahme
Doris Gehmayer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Gregor Kappler
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30254.35723.688653-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit ist im Rahmen der „Wiener Kinderkrippenstudie“ entstanden und widmet sich der Frage, ob eine abrupte oder nicht vorhandene Eingewöhnung in die Kinderkrippe den Einsatz effektiver Bewältigungsstrategien auf Seiten des Kindes blockiert und so zu erhöhten physiologischen Stressreaktionen führt. Insgesamt wurden 65 Kinder, die bei ihrem Eintritt in die Krippe zwischen 16 und 33 Monaten alt waren (M = 32.42, SD = 4.22), untersucht. Mithilfe detaillierter Videoanalysen war es möglich das Ausmaß an negativen Belastungsreaktionen, Explorationsverhalten sowie trennungs-bezogenen Verhaltensweisen der Kinder zu identifizieren, welche als Parameter für die Bewältigung eingesetzt wurden. Die physiologischen Stressreaktionen der Kinder wurden mittels Speichelkortisol erhoben.
Die vorliegende Arbeit konnte aufzeigen, dass der Gestaltung der Eingewöhnung in die Krippe eine wichtige Funktion zukommt. Kinder, die langsam eingewöhnt wurden, zeigten unmittelbar nach Krippeneintritt einen signifikant stärkeren Kortisolabfall während der Fremdbetreuung als Kinder, die nicht/abrupt eingewöhnt wurden. Vier Monate danach war der Unterschied jedoch nicht mehr signifikant. Im Hinblick auf den Einsatz kindeigener Bewältigungsstrategien konnte gezeigt werden, dass sich die Anwesenheit eines bereits in der Krippe etablierten Geschwisterkindes positiv auf das Ausmaß an trennungsbezogenem Verhalten und auf die unmittelbar nach Krippeneintritt gezeigten negativen Emotionen, auswirkte. Auch konnte gezeigt werden, dass eine fehlende/abrupte Eingewöhnung, spezifisch bei schüchternen Buben, zu signifikant längerem trennungsbezogenen Verhalten und vier Monate nach Krippeneintritt zu signifikant mehr negativen Emotionen führte. Bezüglich Explorationsverhalten wurde spezifisch bei jüngeren Mädchen ein positiver Effekt einer langsamen Eingewöhnung nachgewiesen. Außerdem konnte gezeigt werden, dass Vorerfahrungen der Kinder mit der Krippe, die sie später besuchten, bei Mädchen zu signifikant kürzerem Trennungsverhalten führten. Vorerfahrungen mit außerhäuslicher Fremdbetreuung im Allgemeinen wirkten sich positiv auf das Explorationsverhalten der Kinder aus, sehr viele Vorerfahrungen führten jedoch, vor allem bei Buben, zu signifikant längerem trennungsbezogenen Verhalten sowie zu mehr negativen Emotionen unmittelbar nach Krippeneintritt. Auf physiologischer Ebene konnte keine stressreduzierende Wirkung von Vorerfahrungen und der Anwesenheit bereits in der Krippe etablierter Geschwister nachgewiesen werden.
Die Eingewöhnungsorganisation in die Krippe konnte in der vorliegenden Arbeit dank detaillierter Videoanalysen und Kortisolmessungen als wichtige Einflussgröße für die kindlichen Stressreaktionen und das kindliche Bewältigungsverhalten identifiziert werden und verdient auch in zukünftigen Untersuchungen mehr Beachtung.
Abstract
(Englisch)
The present study, which was developed in the context of the „Wiener Kinderkrippen-studie“, examines the question whether a abrupt or missing settling into childcare blocks the child’s own coping strategies and leads to increased physiological stress reactions. A total of 65 children, aged between 16 and 33 months, were studied. Using video analyses it was possible to identify the extent of negative emotions, exploration behaviour and separation behaviour, which were used as parameters for coping behaviour. The physiological stress reactions of children were collected by salivary cortisol measurements.
The present study could show that the organization of settling into childcare has an important function. Children who were acclimated slowly to the crèche showed immediately after crèche entrance a significantly stronger cortisol decline during the child care than children who were not or abrupt acclimated. Four months later the difference was no longer significant. Regarding to the use of child-own coping strategies it could be shown that the presence of an already well established sibling in the crèche had a positive effect on the extent of separation behaviour, but also on the negative Emotions shown immediately after childcare entrance. In addition to that it could be shown that a missing/abrupt acclimatizing, especially in shy boys, led to significantly longer separation behaviour and to significantly more negative emotions (four month after childcare entrance). Concerning exploration behaviour a positive effect of a slow acclimatizing could be demonstrated only in younger girls. Furthermore, it was shown that previous experience of children with the crèche they will visit later led to significantly shorter separation behaviour in girls. Prior experiences with child care generally had a positive impact on the exploratory behaviour of children. Much experience, however, led especially in boys to significantly longer separation behaviour and to more negative emotions immediately after crèche entrance. On physiological level no stress-reducing effect of prior experiences and the presence of already established siblings could be detected.
Acclimatizing into the crèche could, through to detailed video analyses and salivary cortisol measurement, be identified as important for the children’s stress reactions and the use of coping strategies and earns also in future investigations more attention.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
childcare adaptation coping salivary cortisol
Schlagwörter
(Deutsch)
Krippe Krippeneintritt Eingewöhnung Bewältigung Kortisol
Autor*innen
Doris Gehmayer
Haupttitel (Deutsch)
Die Eingewöhnungsorganisation in ihrer Wirkung auf die kindliche Bewältigung der Krippenaufnahme und die Stressreaktion auf die Krippenaufnahme
Paralleltitel (Englisch)
The organization of settling into childcare and its impact on children's coping strategies and their physiological stress reactions
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
112 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gregor Kappler
AC Nummer
AC08526990
Utheses ID
13517
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
