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Schlaraffenland Europa
Vorstellungen junger afrikanischer Migranten - am Fallbeispiel der Igbo in Wien
Eva Evica Rados
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Norbert Cyffer
DOI
10.25365/thesis.15387
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29777.47629.908766-9
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Igbo sind eine der drei größten Ethnien im ethnisch und sprachlich vielfältigen Nigeria. Bekannt ist der Südosten Nigerias, das Igbogebiet, unter anderem durch den Unabhängigkeitskampf für eine eigene Republik namens Biafra, seine Öl- und Kohlevorkommen, eine lange Migrationsgeschichte, usf. In Wien lebten, laut Statistik der Magistratsabteilung 5, 2010 etwa 4.150 NigerianerInnen. Die Igbo gelten als größte Gruppe darunter, doch zur ethnischen Aufteilung der NigerianerInnen gibt es keine statistischen Erhebungen.
In der Arbeit geht es um die Bilder, Vorstellungen, Klischees, welche Igbo Migranten vor und nach der Migration von Europa oder dem Westen haben, ob diese Erwartungen erfüllt werden und wie die Betroffenen mit der Realität hier umgehen. Daher wurde die quantitative Forschung anhand dieser Fragen aufgebaut. Obwohl die Frage nach den Quellen für die halb-/falschen Bilder unserer Gesellschaften in Europa nicht im Mittelpunkt der Feldforschung stand, wurde sie in dem Kapitel Bilder vor der Migration beleuchtet. Das Fernsehen sowie Familienangehörige und Freunde aus dem Ausland werden als die größten Informanten und damit Quellen für trügerische Bilder über das Leben in den Industriestaaten Europas und Nordamerikas genannt. Es gibt aber noch zahlreiche subtile Einflüsse dafür, die in der Arbeit Eingang finden. Die wichtigsten Aspekte in Bezug auf die Erwartungshaltung gegenüber Europa sind gute Organisation und das gute Leben, im Sinne von persönlicher und wirtschaftlicher Sicherheit. Diese Sicherheit ist auch die eigentliche Definition des hier verwendeten Begriffs Schlaraffenland und sollte keine Anlehnung an die Utopie des Nichtstuns darstellen.
Die Konfrontation mit der Realität im Zielland ist durchwegs eine deprimierende Lektion. Eine der Folgen wird näher beleuchtet. Es ist die geistige und manchmal auch körperliche Flucht in ein anderes Land in der Aussicht die ursprünglichen Erwartungen und Erfolge dort vorzufinden und damit nicht zu Scheitern. Denn obwohl die Rahmenbedingungen ihres Aufenthaltes und der Lokalgesellschaft entscheiden inwiefern jemand die Möglichkeit hat seine Träume zu verwirklichen, wird die Situation, das Misslingen der Integration und der ökonomischen Stabilität für sich und die Familie in Nigeria, als persönliches Scheitern wahrgenommen. Auf den Migranten lastet der Druck von zwei Gesellschaften. Folglich werden häufig, vor allem am Anfang des neuen Lebens in Österreich, die alten falschen, manchmal utopischen, Bilder im Kontakt mit der Familie und Freunden in Nigeria aufrecht erhalten. Aber hier stellt sich nicht nur nach einiger Zeit des Aufenthalts in Europa auch durch mittlerweile eine kollektive Erfahrung mit den Hindernissen immer mehr der Wandel zu Tatsachenberichten ein.
Abstract
(Englisch)
The Igbo are one of the three largest ethnic groups in ethnically and linguistically diverse Nigeria. South-eastern Nigeria, the Igbo land, is known i.a. for the independence struggle for a separate republic called Biafra, its oil and coal resources, and a long history of migration. According to statistics of the Municipal Department 5, about 4.150 Nigerians lived 2010 in Vienna. The Igbo are the largest group among them, but there is no ethnic division in those statistical surveys.
The diploma thesis is about the images, ideas, or stereotypes of Europe or the West, which Igbo migrants have before and after migration, whether these expectations are met, and how they deal with reality here. Therefore, the quantitative research has been based on these questions. Though not in the centre of research, the question of the potential sources for the factoidal or false images of our societies in Europe is elaborated in the section images before migration. Television, family members and friends from abroad are named as the biggest informants and therefore sources of deceptive images of life in the industrialized countries of Europe and North America. But there are still many subtle influences, which will be broached in this thesis. The most important aspects in terms of expectations concerning Europe are being well organized and the good life, in the sense of personal and economic security. This security is the very definition of Cockaigne (Schlaraffenland), the term and headline used here, and should not suggest on the utopia of sweet idleness.
The confrontation with reality in the target country is a thoroughly depressing lesson. One of the consequences deserves a closer look. It is the mental and sometimes physical escape to another country in the prospect of the original expectations to be found and therefore avoiding their “own” failure. Although the regulatory framework and the local society decides to what extent someone has the opportunity to achieve his dreams, the situation, the failure of integration and economic stability for themselves and their family in Nigeria, is perceived as personal failure. The pressure of two societies weighs heavily on the migrants. Consequently, especially at the beginning of the new life in Austria, the old wrong sometimes utopian images are kept alive while in touch with family and friends in Nigeria. Yet here arises, not only after a certain period of residence in Europe, but also by a collective experience with the obstacles, a change towards factual reports.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Migration Igbo Vienna Images Utopia
Schlagwörter
(Deutsch)
Migration Igbo Wien Bilder Utopie
Autor*innen
Eva Evica Rados
Haupttitel (Deutsch)
Schlaraffenland Europa
Hauptuntertitel (Deutsch)
Vorstellungen junger afrikanischer Migranten - am Fallbeispiel der Igbo in Wien
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
V, 158 S. : Ill., graph. Darst., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Norbert Cyffer
Klassifikation
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.10 Wissenschaft und Gesellschaft
AC Nummer
AC08702852
Utheses ID
13807
Studienkennzahl
UA | 390 | | |
