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Das Image von Papst Benedikt XVI. in der US-amerikanischen Presse
Elisabeth Schmidbauer
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Rainer Gries
DOI
10.25365/thesis.15574
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29330.16840.934959-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Im Zentrum der Arbeit steht das Image von Papst Benedikt XVI. in den amerikanischen Qualitätszeitungen New York Times, Washington Post und Philadelphia Inquirer, sowie die Veränderungen, welche dieses Image im Laufe der ersten 5 Amtsjahre Benedikts von 2005 bis 2010 aufweist. Das Spannungsfeld von (Massen)-Medien und dem Papst ist insofern von großer Bedeutung, da es sich bei beiden Institutionen um unzweifelhafte Einflussgrößen auf Gesellschaft und Politik handelt.
Die systematische Analyse des Images eines Papstes, über einen längeren Zeitraum, wurde bisher aus der Wissenschaft ausgeklammert. Zwar finden sich in der Literatur Werke, welche sich punktuell mit der Berichterstattung über den Papst beschäftigen, doch der Fokus den Papst als Imageträger über einen längeren Zeitraum zu untersuchen blieb bisher ausgespart. Die Arbeit stellt insofern den Erst-Versuch dar, das Image eines Papstes unter Einhaltung wissenschaftlicher Kriterien zu untersuchen.
Theorie
Forschungsleitend ist das systemtheoretische Image-Konzept von Boulding, welches als zentrale Rolle des Images den Einfluss auf individuelles Verhalten attestiert und zudem zwei Untersuchungsebenen, die faktenbezogene und die Bewertungseben, von Images anbietet (Vgl. Boulding 1958).
Boulding verstand Images als Sinn- und Wissensbestände welche durch Kommunikations- und Interaktionsakte modifiziert werden können (Vgl. Boulding 1958), wobei er 10 interdepedente
Imagedimensionen entwarf, wie die räumliche (Standort) oder zeitliche (zeitlicher Verlauf) Dimension des Images.
Die Image-Konzeption Bouldings ermöglicht so auch den Zugang einer empirischen Analyse des Imagephänomens: „Übernimmt man den systemischen Zusammenhang, der sich zwischen diesen Einzelelementen herstellen lässt und überträgt systemtheoretische „Dimensionsanalyse“ […] als empirisch-analytisches Grundmuster und Strukturprinzip […] werden kommunikative Inhalte – konkret journalistische Texte – in ihrer wechselseitigen und vieldimensionalen Vernetzung mit bestehenden, modifizierten oder neu konstituierten „Imagestrukturen“ einer empirischen Analyse zugänglich.“ (Gottschlich/Obermair 1989).
Ziel, Frages-
stellung, Hypo-
these
Ziel dieser Arbeit war es, den Imagewandel von Papst Benedikt XVI. während seiner ersten 5 Amtsjahre von 2005 bis 2010, in der US-amerikanischen Qualitäts-Presse zu untersuchen.
Dabei lässt sich folgende forschungsleitende Fragestellung ableiten: Wie hat sich das Image von Papst Benedikt XVI. in der Berichterstattung der US-amerikanischen Qualitätszeitungen innerhalb der ersten 5 Amtsjahren gewandelt? Ausgehend von dieser Fragestellung wurden diese Forschungsfragen formuliert: Anhand welcher stabilen Merkmalsausprägungen lässt sich Benedikts Image beschreiben? Bleiben die Merkmalsausprägungen über die Jahre hinweg gleich oder entwickeln sich neue Merkmale? Welche dieser Ausprägungen weisen eine positive Konnotation auf? Welche dieser Ausprägungen weisen eine negative Konnotation auf?
Welche dieser Ausprägungen treten häufiger auf und dominieren summa summarum Benedikts Image?
Wann wird Papst Benedikt XVI. innerhalb der dominanten oder stabilen Einzelkategorien negativ benotet und wann positiv?
Welche Themen dominieren die Berichterstattung?
Welche Unterschiede in der Bewertung des Images lassen sich zwischen den Zeitungen New York Times, Washington Post und Philadelphia Inquirer ausmachen?
Und es ergaben sich diese Hypothesen:
H1: Bei Fortschreiten seiner ersten 5 Amtsjahre, unterlag das Image von Benedikt XVI. einer Verschlechterung innerhalb der Berichterstattung.
H2: Bei Fortschreiten seiner ersten 5 Amtsjahre wird im Zuge der Berichterstattung zunehmend auf vergangene, negativ besetzte Ereignisse, zu welchen Benedikt maßgeblich beitrug, bei negativer Bewertung und Beschreibung Benedikts Bezug genommen.
H3: Bei Fortschreiten seiner ersten 5 Amtsjahre wird im Zuge der Berichterstattung zunehmend zu Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. Bezug genommen oder Vergleiche angestellt bei zugleich zunehmend negativer Bewertung Benedikts
Forschungs-
design
Ausgehend von Bouldings Imagekonzept entwarfen Gottschlich/Obermair Kategorienschemata für eine Inhaltsanalyse um in einer Langzeitstudie das Österreichimage in ausländischen Medien zu analysieren. Dieses Kategorienschemata diente als formale Vorlage und wurde den für die Arbeit aktuellen Forschungsfragen und Hypothesen angepasst.
Für die Untersuchung des Papstimages wurden 8 Ereignisse von 2005 bis 2010 ausgewählt, anhand welcher die Berichterstattung über den Papst in den Zeitungen analysiert wurden.
Die Analyse der Zeitung wurde anhand von, teilweise im Vorfeld und zum Teil ex-post, entwickelten Themenkategorien (insges. 142) und Signifikanzzuweisungen (insges. 111) vorgenommen, wobei zusätzlich auch immer die Gesamtbewertungen( 1=sehr gut bis 7=sehr schlecht) des Papstes in den jeweiligen Themenkategorien festgehalten wurde.
Ergebnisse
Für diese Studie mussten alle Hypothesen, bis auf eine Ausnahme, für alle drei Zeitungen falsifiziert werden. In keiner Zeitung konnte eine eindeutige Verschlechterung des Papstimages festgestellt werden, noch wurde verstärkt auf vergangene negativ besetzte Ereignisse Bezug genommen. Außerdem wurden keine zunehmenden Vergleiche zu Papst Johannes Paul II. angestellt, bei zugleich zunehmend negativer Beschreibung und Bewertung von Benedikt XVI. Einzige Ausnahme: in der Washington Post konnte dies schon bestätigt werden.
Die Ergebnisse der Studie legen folgende Annahmen nahe: der Papst scheint in den untersuchten Zeitungen kein stabiles Image zu haben. Beziehungsweise konnten nur wenige stabile Image-Komponenten in der Sachdimension und der Thematisierungsdimension erfasst werden, sodass sich eine Ableitung des Images als schwierig gestaltet. Zudem scheinen die Bewertungen und Beschreibungen des Papstes innerhalb einer Zeitung immer in großer Abhängigkeit beziehungsweise unter Eindruck des aktuellen Ereignisses zu geschehen.
Wird dennoch von den Ergebnissen ein Image abgeleitet, ergeben sich folgende Bilder: Das Image von Papst Benedikt XVI. in der New York Times ist das eines bedeutenden, gelehrten und direkten Theologen. Er zeichnet sich durch eine konservative, kritische/skeptische Haltung aus und lässt sich zudem als streng/strikt, mahnend, distanziert zudem auch als offen und schüchtern charakterisieren und genießt wenig Beliebtheit. Er wird vor allem mit seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation und Kardinal, als auch mit seiner allgemeinen Haltung und seiner Persönlichkeit in Verbindung gebracht.
In der Washington Post fand sich das Bild eines bedeutenden, konservativen und kritisch/skeptischen Papstes, der in thematischer Hinsicht vor allem mit seiner Zeit als Präfekt und Kardinal, aber auch mit seiner Haltung zum interreligiösen Dialog und mit seiner Persönlichkeit in Verbindung gebracht wird. Zudem wird er im Vergleiche zu Johannes Paul II. zunehmend negativ beschrieben und bewertet.
Das Image von Papst Benedikt XVI. im Philadelphia Inquirer ist geprägt von seiner Zeit vor dem Pontifikat: Papst Benedikt wird hier vor allem mit seinem Amt als Präfekt der Glaubenskongregation und Kardinal assoziiert. Zudem zeichnete der Philadelphia Inquirer das Bild eines bedeutenden Papstes und er wurde im Laufe der Zeit zwar positiver bewertet, doch die Umschreibungen von ihm waren in der Mehrzahl negativer Natur.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Image von Papst Benedikt XVI. Imagekonzepte Systemtheorie US-amerikanische Qualitätspresse Inhaltsanalyse
Autor*innen
Elisabeth Schmidbauer
Haupttitel (Deutsch)
Das Image von Papst Benedikt XVI. in der US-amerikanischen Presse
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
341 S. : graf. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Rainer Gries
AC Nummer
AC08841125
Utheses ID
13968
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
