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Michael Haneke / Slavoj Žižek: Der Einbruch des Realen
eine Analyse zu Benny's Video (Ö, CH 1992) und Caché (F, Ö, D, I 2005)
Adrian Jager
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Elisabeth Büttner
DOI
10.25365/thesis.15594
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29070.97096.805754-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Wie um ein schwarzes Loch kreisen Michael Hanekes Benny’s Video (Ö, CH 1992) und Caché (F, Ö, D, I 2005) jeweils um Überschreitungen des geltenden sozialen Rahmens: Ein Mord an einem gleichaltrigen Mädchen durch den vierzehnjährigen Benny und dessen versuchte Vertuschung durch die Eltern. Anschließend die Anzeige der Eltern bei der Polizei durch den Mörder selbst. Als belastendes Beweismaterial dient ein versteckt gefilmtes Videoband. Demgegenüber stehen in Caché das Pariser Massaker von 1961, in dessen Folge zwei Kinder zuerst unfreiwillig zu Brüdern werden, bis die unbekannte Tat des einen zur Verstoßung des anderen aus der Familie führt. Wieder spielen Videokassetten eine entscheidende Rolle, indem sie den erwachsenen Georges mit seiner verborgenen Schuld aus der Vergangenheit konfrontieren.
Mit Slavoj Žižek sollen die Überschreitungen nicht erklärt und in den Rahmen eingebettet werden, sondern es soll der Zusammenhang zwischen den traumatischen, den Rahmen sprengenden Ereignissen und dem Rahmen selbst beleuchtet werden. Den Ausgangspunkt für eine solche Lektüre bildet dabei die Lacansche Trias der Seinsordnungen der Psyche: Ihre grundlegenden Elemente sind das Reale, das Symbolische und das Imaginäre. Wie Reales und Symbolisches einander ausschließen und zugleich bedingen, so weist auch das Verhältnis zwischen Überschreitung und Rahmen die selbe paradoxale Struktur auf. Den auf der bildlichen Ebene des Imaginären wirksamen Phantasmen kommt dabei die Aufgabe zu, die zutage tretenden Widersprüche zu zähmen und zu verdecken.
Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit dem Einbruch des Realen in die Lebenswelt der Figuren beziehungsweise mit dessen Wiederkehr und zeigt, wie das Reale dazu dienen soll, die herrschende Ordnung zu begründen oder aufrecht zu erhalten. Die Bilder der Videokassetten durchbrechen dabei die gewohnte Rolle des Phantasmas. Der zweite Teil skizziert anhand von Benny’s Video einen möglichen Ausbruch aus der inhärenten Logik von Ordnung und Überschreitung und greift dazu auf Žižeks Konzept des authentischen Akts zurück. In einem kurzen Ausblick wird schließlich angedeutet, wie der Einbruch des Realen, durch die Videos auch die Ebene der Zuschauer betrifft.
Abstract
(Englisch)
Michael Haneke’s Benny’s Video (AT, CH 1992) and Caché (FR, AT, DE, IT 2005) both centre on traumatic transgressions of the socially accepted frame: In Benny’s Video the fourteen-year-old Benny kills a girl of about the same age while his parents then try to obscure his fatal deed. Caché focuses on the aftermath of a fateful event that lies hidden in the past of the main figure Georges. The historical Paris massacre of 1961 forms the dark background to his story. In both cases video tapes play a decisive role. They serve as incriminating evidence as well as they force Georges to confront the guilt of the past.
Rather than to render these transgressions comprehensible, the aim of this work is to throw light on the relation between the traumatic events that exceed the frame and the frame itself. Following Slavoj Žižek, this interpretation is based on Lacan’s triad Real-Symbolic-Imaginary. Together, its elements constitute the fundamental order of being of the psyche. In this triad, the connection of the Real and the Symbolic is structured by a paradox. Although mutually exclusive, they are nevertheless dependant on each other. The same kind of paradox also characterises the relation between transgression and frame. By means of phantasmatic images, the Imaginary is meant to hide the inconsistencies and make the contradictions acceptable.
The first part concerns the violent intrusion and return of the Real in the world of the figures and shows how the Real substantiates or re-establishes the existing order of social rules and norms. In both films the images of the video tapes transcend the usual role of phantasmatic images. The second part sketches a possible exit from this logic of inherent transgression referring to Žižek‘s concept of the authentic act. The last part finally poses a few questions about how the intrusion of the Real also affects the extrafilmic level of the spectators through the video tapes.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Michael Haneke Slavoj Žižek Benny's Video (Film) Caché (Film) the Real reality symbolic order transgression and rules phantasma authentic act aphanisis
Schlagwörter
(Deutsch)
Michael Haneke Slavoj Žižek Benny's Video (Film) Caché (Film) Das Reale Realität symbolische Ordnung Überschreitung und Ordnung Phantasma authentischer Akt Aphanisis
Autor*innen
Adrian Jager
Haupttitel (Deutsch)
Michael Haneke / Slavoj Žižek: Der Einbruch des Realen
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Analyse zu Benny's Video (Ö, CH 1992) und Caché (F, Ö, D, I 2005)
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
100 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Elisabeth Büttner
AC Nummer
AC08802599
Utheses ID
13986
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
