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Tätigkeit der Mariannhiller Mission unter ihrem Gründer Franz Pfanner bzw. bis zu dessen Tod
1882 - 1909
Marc Andre Heim
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Michael Zach
DOI
10.25365/thesis.1735
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30444.06115.500254-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
1880 verließ der Trappistenprior Franz Pfanner mit einem Teil seiner
Mönchsgemeinde das Kloster Mariastern in Bosnien, um in der östlichen
Kapprovinz Südafrikas das Stammkloster für eine Mission aufzubauen. Nachdem
sich der Plan des verantwortlichen Bischofs als undurchführbar erwiesen hatte,
zogen die Trappisten nach Natal weiter.
In der Nähe von Durban erwarb Pfanner Ende 1882 ein geeignetes Grundstück,
auf dem in der Folge ein Trappistenkloster mit umfassender Infrastruktur
entstand. Mit Schulunterricht, Predigtübersetzungen und Katechesen wurde die
Missionsarbeit begonnen. 1885 wurde Mariannhill zur Abtei erhoben und ein
Schwesternorden gegründet, der die Trappisten in der Mission unterstützte. Von
1886 an wurde ein Netz an Missionsstationen in Natal und der östlichen
Kapkolonie angelegt, ab 1897 folgten Stationen in Rhodesien und Deutsch-
Ostafrika.
Handarbeit, ein zentrales Element des Trappistenlebens, prägte neben dem
Schulunterricht den Missionsalltag. Das Mariannhiller Unterrichtsprogramm, das
eine fünfjährige Schulzeit mit weit mehr praktischen Arbeits- als Theoriestunden
vorsah, passte sehr gut in das Konzept der „Industrial Schools“ der britischen
Kolonialregierung bzw. Regierung von Natal. Wie die Schule waren auch die
Kindergärten und Lehrlings- und Gesellenhäuser Internate mit
Geschlechtertrennung. Später entstanden auch Tageskindergärten und -schulen.
Mädchen erhielten weniger ausführlichen Schulunterricht, dafür war ihre religiöse
und hauswirtschaftliche Ausbildung mit besonderer Sorgfalt bedacht. In Hinblick
auf Gläubigkeit und Kultur ihrer späteren Kinder wurden große Hoffnungen in sie
gesetzt. Frauen und Kinder galten allgemein als offener der neuen Religion und
Kultur gegenüber. Familienoberhäuptern, die sich, und vor allem ihre Kinder und
Frauen, von den Missionsstationen fernhalten wollten, drohten Sanktionen. Im
schlimmsten Fall war dies der Verweis von den günstig verpachteten
Grundstücken der ausgedehnten Missionsfarmen. Auch versuchten die
Missionare, das Glaubens- und Sittenleben in eigenen Siedlungen zu schützen,
die ausschließlich von Christen bewohnt wurden.
Der kulturelle Wandel umfasste neben den Handwerken europäischen Zuschnitts
auch die Landwirtschaft, die um neue Methoden wie Pflügen, Stallhaltung und
verschiedene Weiterverarbeitungstechniken bereichert wurde. Nur wenige der ausgebildeten Handwerker konnten aber wegen der Ablehnung nicht-weißer
Konkurrenten auf dem regionalen Arbeitsmarkt Beschäftigung finden, die meisten
waren deshalb zu der Zeit innerhalb der Klosterwirtschaft tätig. Anfangs waren
viele der Missionare davon überzeugt, sie könnten traditionelle Vorstellungen und
Sitten durch den christlichen Glauben und die europäische Kultur verdrängen.
Nach einigen Jahren aber wuchs die Einsicht, dass neuer Glaube und neues
Brauchtum in eine fest verankerte Kultur der indigenen Bevölkerung Eingang
fanden. Gegen bestimmte Bräuche auch wurde weiterhin angekämpft.
Das in den Vordergrund gerückte Missionsleben der Trappisten ließ sich immer
schwerer mit dem Ordensleben verbinden, in welchem neben Arbeit auch
Schweigen und tägliches Chorgebet wesentlich waren. Viele Kompromisse waren
nötig geworden, Verfechter der beiden Lebensweisen wurden zunehmend
unzufrieden. 1892 erfuhr Mariannhill eine erste Visitation durch den Orden, die
im folgenden Jahr zur Absetzung von Abt Pfanner führte. Auch seine Nachfolger
konnten Missions- und Mönchsleben nicht mehr zufriedenstellend vereinigen. Um
diese Schwierigkeit zu beenden und eine freiere Missionsarbeit zu gewährleisten,
erfolgte 1909 die Trennung Mariannhills vom Trappistenorden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Mission Mariannhill Pfanner Zulu koloniales Südafrika
Autor*innen
Marc Andre Heim
Haupttitel (Deutsch)
Tätigkeit der Mariannhiller Mission unter ihrem Gründer Franz Pfanner bzw. bis zu dessen Tod
Hauptuntertitel (Deutsch)
1882 - 1909
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
132
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Michael Zach
AC Nummer
AC07060803
Utheses ID
1410
Studienkennzahl
UA | 313 | 456 | |
