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Was ist der Soldat im Krieg?
Carl Schüddekopf "Im Kessel", Theodor Plievier "Stalingrad" und Günter Hofé "Roter Schnee" zum Soldaten an der Sowjetfront des 2. Weltkrieges im Vergleich
Harald Mesmer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Michael Rohrwasser
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.15727
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29406.08179.548263-4
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Diplomarbeit wird die Darstellung des Soldaten an der Sowjetfront des 2. Weltkrieges anhand eines Vergleiches von drei Werken behandelt. Carl Schüddekopfs Werk Im Kessel beinhaltet Zeitzeugeninterviews mit ehemaligen Soldaten, Theodor Plieviers Stalingrad vereint in sich die vom Autor selbst geführten Gespräche mit Soldaten des 2. Weltkrieges und seine zusätzlichen Beschreibungen, während Günter Hofés Roman Roter Schnee die fiktive Position der Literatur über Soldaten an der Sowjetfront des 2. Weltkrieges darstellt. Ziel der Arbeit ist es darzustellen, wie der Soldat an der Sowjetfront des 2. Weltkrieges im Bezug zu verschiedenen Themen in den drei Werken behandelt wird und wie sich die einleitende Frage beantworten lässt: was ist der Soldat im Krieg? Die Auseinandersetzung mit dem ersten Thema, dem Körper des Soldaten, zeigt, dass die körperlichen und geistigen Verwundungen in den drei Werken ähnlich schonungslos und detailliert beschrieben werden. Die Zeitzeugen in Im Kessel und auch Plievier thematisieren auch Krankheiten, Erfrierungen und den Läusebefall, was in Roter Schnee nicht der Fall ist. Ebenfalls in allen drei Werken aber nehmen die Sanitäter eine Sonderrolle als Helfende mit höherem Ansehen ein. Die Beschäftigung mit dem Tod des Soldaten verdeutlicht, dass die Beschreibungen des Todes bei Plievier und Hofé auch dazu dienen, um Kritik am Krieg selbst, am Regime und an Hitler üben zu können. Der Selbstmord ist in den Ausführungen bei Schüddekopf allgegenwärtig und ein Schicksal vieler einfacher Soldaten, während bei Plievier sich vor allem Offiziere und andere Befehlshaber das Leben nehmen. Hofé thematisiert Selbstmord gar nicht. Beim Thema Mord ist wohl eine Grenze des Erzählen-Wollens der Zeitzeugen erreicht und wird mit Rechtfertigungen verknüpft. Bei Plievier wird Mord auch an Desarteuren begangen, während Hofé sogar seinen Protagonisten morden lässt. Die Schilderungen zu dem Geist des Soldaten zeigen, dass Angst in bei allen drei ein übermächtiges Gefühl ist, welches vom Regime zur Kampfbereitschaftssteigerung noch geschürt wird. Vor allem Hofé benützt die Beschreibungen dieses Gefühls, um seinen Protagonisten noch menschlicher darzustellen. Der Glaube kommt in allen drei Werken vor und ist verstärkt in den Zeitzeugengeschichten etwas, woran sich die Soldaten festhalten. Bei Plievier steht der Pfarrer den Sterbenden bei, die er als reine Opfer des Krieges darstellt und die nicht beichten müssen. Zweifel am Glauben ist dem Inhalt der drei Werke genauso gemeinsam, wie die seltenen Ausführungen zu positiven Gedanken und zur Hoffnung. Plievier lässt zusammengefasst seinen Soldaten fast unbeschreibliches Leid wiederfahren, doch stellt er ihn am Ende, sehr ähnlich wie Hofé, als eine Art geläuterte, kriegsverachtende und Hitler ablehnende Heldenfigur dar, während die Zeitzeugen bei Schüddekopf betonen, keine Helden gewesen zu sein und ihre Geschichten von der Sowjetfront des 2. Weltkrieges preisgeben, damit sie nicht vergessen werden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Soldat 2. Weltkrieg Sowjetfront Plievier Hofé Schüddekopf Stalingrad
Autor*innen
Harald Mesmer
Haupttitel (Deutsch)
Was ist der Soldat im Krieg?
Hauptuntertitel (Deutsch)
Carl Schüddekopf "Im Kessel", Theodor Plievier "Stalingrad" und Günter Hofé "Roter Schnee" zum Soldaten an der Sowjetfront des 2. Weltkrieges im Vergleich
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
107 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Michael Rohrwasser
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.70 Literaturwissenschaft: Allgemeines ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.90 Literatur in Beziehung zu anderen Bereichen von Wissenschaft und Kultur ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen
AC Nummer
AC08742758
Utheses ID
14115
Studienkennzahl
UA | 332 | | |
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