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Wenn Kinder sterben müssen
heranwachsende Kinder als Expertinnen und Experten persönlicher Bedürfnisse in der Interaktion mit Pflegepersonen
Marlis Hochwarter
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Ferdinand Holub
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.15811
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29357.40777.782866-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Hypothese, wenn Kindern Autonomie zugestanden wird, dann gelten sie auch als Expertinnen und Experten persönlicher Bedürfnisse, kann durch diese Arbeit für den Bereich Pflege falsifiziert werden. In der Pflegewissenschaft gibt es nach Kennans Analyse kein Konzept, das Autonomie für diese Disziplin beschreibt. Wie ich in meiner Arbeit ausführlich dargestellt und belegt habe, gibt es in den von mir gewählten Bezugswissenschaften der Pflege, der Psychologie, der Ethik und dem Recht, unterschiedliche aber klar definierte Autonomiekonzepte, sogar explizit für Kinder. Obwohl der Begriff Autonomie in der Pflege in den verschiedensten Kontexten verwendet wird, wird das Phänomen aber nicht erklärt, nicht unterschieden, nicht definiert, nicht abgegrenzt, im Gegensatz zu den Bezugswissenschaften: In der Psychologie: Zuerst lernen Menschen körperliche Autonomie und erst später sind sie fähig Moral, Gesetze oder Regeln zu hinterfragen und selbst über diese zu urteilen. Nach Piaget nehmen junge Kinder das Wort der Eltern ; ohne es zu hinterfragen ; hin. Somit ist es hier sehr schwer Kindern Autonomie leben zu lassen. In schwierigen Situationen übertönt die Angst vor dem Tod, dem Schmerz oder dem Verlust die Akzeptanz der Autonomie. Die größte Gefahr für die Missachtung des Autonomieanspruches des Kindes ist meiner Meinung nach dessen Bezugssystem. In der Ethik: Autonomie im Sinne der Fähigkeit Präferenzen zu entwickeln und begründete Entscheidungen für die eigene Zukunft zu treffen, schließt Kinder nicht automatisch von klinischen Entscheidungsprozessen aus. Ist jemand aus ethischer Sicht autonomiefähig, so ist er das ungeachtet seines Alters. Eine genaue zeitliche Grenze lässt sich nicht ziehen. Aufgabe der Erwachsenen ist es die Autonomie des Kindes zu fördern, indem dessen Kompetenzen durch ehrliche und umfassende Aufklärung erweitert und den Entscheidungen respektvoll begegnet wird. Im Recht: Sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene gibt es mannigfaltige Schutzbestimmungen zugunsten der Persönlichkeitsrechte, die die Autonomie mit umfassen. In Österreich wurde ein Regelungswerk erstellt, welches das Spannungsfeld zwischen Autonomie der Minderjährigen und des aufgrund der noch geringen Lebenserfahrung gegebenen höheren Risikos auf Fehlentscheidungen ausgleicht. Die Einsichts; und Urteilsfähigkeit wird unabhängig von der Schwere der Behandlung mit dem vollendeten 14. Lebensjahr vermutet. In einem Erfahrungsbericht: In emotionaler Hinsicht wird es für Eltern immer sehr schwer sein, die Autonomie ihrer Kinder und deren Wunsch, nicht mehr weiterleben zu wollen, akzeptieren zu können. In der Pflege: Das Konzept Autonomie ist in der Pflege nicht benannt. Laut Lang sind aber nur benannte Dinge existent. Da es also weder Erklärungs; noch Handlungskonzepte gibt, die in der Praxis zur Anwendung gelangen könnten, existiert Autonomie in der Pflege nicht. Das heißt, dass Autonomie in der Pflege nicht zur Anwendung gelangt. Da das Konzept in den Theorien nicht zu finden ist, kann es auch nicht in der Praxis zur Anwendung kommen. Ich bin davon ausgegangen, dass Kinder dann als Expertinnen und Experten der persönlichen Bedürfnisse gelten, wenn ihnen bei schwerer Erkrankung oder im Sterben, im ganz normalen Alltag und in der Institution Krankenhaus, Autonomie zugestanden wird. Die Frage, ob in Österreich sehr schwer kranken oder sterbenden Kindern in der Institution Krankenhaus von der Pflege Autonomie zugestanden wird, muss eindeutig verneint werden, obwohl von drei Bezugswissenschaften der Pflege dafür Orientierungshilfen in Form von Konzepten vorhanden sind. Für die Zukunft bedeutet das, dass TheoretikerInnen der Pflegewissenschaft gefordert sind, Theorien, Konzepte, Modelle und in weiterer Folge Handlungskonzepte zu konzipieren, damit den Akteurinnen und Akteuren in der Institution Krankenhaus Handlungsmöglichkeiten gegeben werden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Sterbende Kinder Autonomie Kommunikation Tod Interaktion mit Pflegepersonal Selbstentscheidung
Autor*innen
Marlis Hochwarter
Haupttitel (Deutsch)
Wenn Kinder sterben müssen
Hauptuntertitel (Deutsch)
heranwachsende Kinder als Expertinnen und Experten persönlicher Bedürfnisse in der Interaktion mit Pflegepersonen
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
126 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ferdinand Holub
Klassifikation
71 Soziologie > 71.99 Soziologie: Sonstiges
AC Nummer
AC08834026
Utheses ID
14192
Studienkennzahl
UA | 057 | 122 | |
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