Detailansicht

Die Altäre von Johann Lucas von Hildebrandt
Tina Kern
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Ingeborg Schemper-Sparholz
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.15885
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30367.75889.637770-3
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Diplomarbeit bietet eine eingehende Untersuchung der Altarbaukunst des Barockarchitekten Johann Lucas von Hildebrandt. Während die Altäre des Künstlers in der bisherigen Forschung nur am Rande behandelt wurden, beschäftigt sich dieser Beitrag nun konkret mit der Gestaltungsaufgabe Altar. Im Fokus steht sowohl eine zusammenhängende Darstellung aller von Hildebrandt geschaffenen Altäre, die im Katalogteil der Diplomarbeit einzeln präsentiert werden, als auch der Vergleich seiner Altarbaukunst mit der Gesamtentwicklung dieser Kunstgattung im Raum Österreich. Dabei steht die Analyse des Erscheinungsbildes der das Altarbild rahmenden oder hinterfangenden Retabel im Zusammenwirken mit der Raumarchitektur im Vordergrund. Wie diese Arbeit aufzeigt, entstanden Hildebrandts Altäre meist für Kapellen oder Landkirchen und gewöhnlich im Kontext größerer baulicher Aufträge. Bedeutendere Altarprojekte, etwa für Wallfahrtskirchen oder Stadtpfarrkirchen, fielen dagegen nicht in seinen Tätigkeitsbereich. Die Untersuchung von Hildebrandts Altartypen macht deutlich, dass diese in den meisten Fällen von einem Altarbild als Grundlage ausgehen und in ihrer Erscheinung nur wenig variieren. Waren sie anfangs facettenreicher, orientierte sich der Künstler in seiner Spätphase häufig an schon gefundenen Altarlösungen. So entwickelte Hildebrandt offenbar schon um 1718 bei der Ausstattung der Pfarrkirche von Pottendorf die für ihn typische Form des Engelaltars, die der Ingenieur in den 1730er Jahren immer wieder für Hochaltäre in Landkirchen gebrauchte. Ein weiterer Retabeltypus, der häufig für Seitenaltäre verwendet wurde, ist das Volutenretabel. Obwohl Hildebrandt diese Retabelform nicht selbst erfand und er hier wohl Ideen von Guarino Guarini und Antonio Beduzzi aufnahm, trugen die von ihm errichteten Volutenaltäre entschieden zu ihrer Verbreitung bei. Die künstlerische Verwandtschaft mit Antonio Beduzzi ist so eng, dass es bei einigen Altären nicht möglich ist, sie einem der beiden Künstler eindeutig zuzuschreiben. In dieser Arbeit konnte jedoch dargelegt werden, dass Beduzzi durchaus plastisch, voluminöses Formenverständnis beweist, wogegen Hildebrandt sich durch eine flächige, fast graphisch anmutende Gestaltungsweise auszeichnet. Vor allem die flachen Wandaltarlösungen Hildebrandts sind bemerkenswert und für den Künstler charakteristisch. Sie entbehren einer eigenen architektonischen Rahmung, da sie konsequent in die Wandgliederung der Räume eingebunden und von ihr inszeniert werden. In der allgemeinen Entwicklungstendenz des Altarbaus fand Hildebrandt bemerkenswerte, mit seinen architektonischen Eigenheiten konform gehende Altarlösungen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Hildebrandt Altäre Altarbau Barock
Autor*innen
Tina Kern
Haupttitel (Deutsch)
Die Altäre von Johann Lucas von Hildebrandt
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
111, [ca. 50] S. : zahlr. Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ingeborg Schemper-Sparholz
Klassifikationen
20 Kunstwissenschaften > 20.30 Kunstgeschichte: Allgemeines ,
20 Kunstwissenschaften > 20.70 Europäische Kunst: Allgemeines
AC Nummer
AC08769388
Utheses ID
14255
Studienkennzahl
UA | 315 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1