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Zirkuläre Migration in die Gemüsebaugebiete Österreichs
eine qualitative Studie zur Beschäftigung ausländischer SaisonarbeiterInnen im Marchfeld
Angelika Binder
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Betreuer*in
Heinz Fassmann
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.1751
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29791.54406.446162-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Thema der Diplomarbeit aus dem Fachbereich Bevölkerungsgeographie ist an der Schnittstelle von zirkulärer Arbeitsmigration bzw. grenzüberschreitender Mobilität und einer Nachfrage nach Arbeitskräften in der Landwirtschaft angesiedelt. Am Beispiel der Produktion von handarbeitsintensiven Feldfrüchten wird das über nationalstaatliche Grenzen hinweg stattfindende Zusammenwirken von gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politisch-rechtlichen Konstellationen betrachtet. Dazu wird unter anderem auf die Theorie des dualen Arbeitsmarktes Bezug genommen. Die Arbeitsplätze in diesem Produktionssektor sind dem sekundären Arbeitsmarktsegment zuzuordnen. Das bedeutet, dass die Beschäftigungskonditionen vergleichsweise unattraktiv und die Arbeitskräfte weitgehend austauschbar sind, da für die Ausführung der beruflichen Tätigkeiten kaum Humankapital erforderlich ist. Die Saisonalität der Produktion und damit ein schwankender Arbeitskräftebedarf ist in der Landwirtschaft Teil dieser relativ schlechten Arbeitsbedingungen, vergleichbar den konjunkturellen Zyklen im sekundären Wirtschaftssektor. Die empirisch feststellbare Tendenz zu zirkulären Migrationsmustern vor allem im Bereich der Ost-West-Wanderung und ein offenbar bestehendes Interesse an der temporären Beschäftigung von Seiten der MigrantInnen kommt den UnternehmerInnen angesichts des kaum noch vorhandenen Potentials von einheimischen Arbeitskräften entgegen und wird von ihnen auch genutzt. Das zeigt eine stetige Zunahme dieser Beschäftigungsverhältnisse in Österreich innerhalb der letzten zwei bis drei Jahrzehnte. Weil die Beschäftigung von ausländischen SaisonarbeiterInnen als weitgehend komplementär zu dem Angebot auf dem heimischen Arbeitsmarkt angesehen werden kann und eine temporäre und kontrollierte Arbeitswanderung grundsätzlich auch im politischen Interesse der Zielländer ist, wurden in Österreich wie auch in anderen europäischen Staaten rechtliche Regelungen geschaffen, die genau diese Möglichkeit vorsehen. 152 Die Arbeit beinhaltet darüber hinaus eine qualitative Studie am Beispiel von vier Betrieben in der Gemüsebauregion Marchfeld. Darin werden die konkreten Entwicklungen beschrieben, die zur Herausbildung eines transnationalen sekundären Arbeitsmarktes im Rahmen der landwirtschaftlichen Produktion geführt haben. Weitere Themen sind die Bedeutsamkeit der erfolgreichen betrieblichen Spezialisierung mit Hilfe der ausländischen ArbeitnehmerInnen vor dem Hintergrund des landwirtschaftlichen Strukturwandels, ein in zunehmendem Maße über Lohnkosten geführter internationaler Verdrängungswettbewerb, das Problem der Informalität von Beschäftigungsverhältnissen sowie spezifische Charakteristika der HilfsarbeiterInnen im Marchfeld. Abgerundet wird die Arbeit von einem historischen Rückblick auf die Saisonarbeitswanderung in der europäischen Landwirtschaft, einer Überblicksdarstellung zu den unterschiedlichen räumlichen Einzugsbereichen der österreichischen Gemüsebauregionen und einer zusammenfassenden Diskussion verschiedener Lösungsansätze unter scheinbar zunehmend schwierigeren Rahmenbedingungen für die Branche.
Abstract
(Englisch)
This paper is about the interface of temporary labour migration respectively transnational mobility and the demand for workforce in agriculture. By giving the example of the fruits and vegetables production requiring intense manual work it aims to illustrate the collaboration of social, economic and political constellations taking place across the national borders. In this context it will also be referred to labour market segmentation theory. The workplaces offered in this production sector belong to the secondary segment of the labour market. This means that the conditions of employment are comparatively unattractive and the employees can be exchanged quite easily since for doing these jobs hardly any human capital is required. In the field of agriculture the season-bound production and thus the varying need for employees is part of these relatively bad working conditions comparable to the changing business cycles within the secondary economic sector. The boost for periodical 153 migration patterns can be proved, mainly in the field of the East-West-movement, and since a lack of national labour force is noticed, the migrants’ obvious interest for temporary employment can be regarded as a big advantage for the entrepreneurs who make use of it. This development is illustrated by a constant rise of these employment relationships over the last three decades. As the employment of foreign seasonal staff can be largely seen as complementary to the offer of the domestic job market, and temporary and controlled labour migration is basically of political interest for the receiving countries, specific regulatios have been created in Austrian public law as well as in other European countries. Moreover this paper covers a qualitative study of four companies of the vegetable gardening region Marchfeld. The study describes the various steps leading to the development of a transnational secondary labour market in the field of agricultural production. Further topics are the meaning of the successful specialising of farm production by help of foreign employees against the background of the changing agricultural structure, an international crowding out in the branche led to an increasing extent via labour cost, the problem of irregularities in regard to employment as well as specific characteristics of unskilled workers in the Marchfeld region. Finally the paper looks back upon the seasonal labour movements in the European agriculture on a historical basis. It shows an overview of the countries of origin where seasonal workers in the various Austrian vegetable gardening regions come from, and summarizes different approaches dealing with the seemingly more and more difficult basic conditions in this sector.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
circular labour migration transnational mobility seasonal employment in Austrian agriculture vegetable gardening region Marchfeld labour market segmentation theory
Schlagwörter
(Deutsch)
zirkuläre Arbeitsmigration grenzüberschreitende Mobilität Saisonarbeit in der österreichischen Landwirtschaft Gemüseanbauregion Marchfeld Theorie des Dualen Arbeitsmarktes
Autor*innen
Angelika Binder
Haupttitel (Deutsch)
Zirkuläre Migration in die Gemüsebaugebiete Österreichs
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine qualitative Studie zur Beschäftigung ausländischer SaisonarbeiterInnen im Marchfeld
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
167 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Heinz Fassmann
Klassifikationen
48 Land- und Forstwirtschaft > 48.99 Land- und Forstwirtschaft: Sonstiges ,
71 Soziologie > 71.99 Soziologie: Sonstiges ,
74 Geographie > 74.09 Sozialgeographie
AC Nummer
AC07132805
Utheses ID
1426
Studienkennzahl
UA | 456 | 344 | |
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