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Pilgern im regionalen Raum
der Weinviertler Pilgerweg als Erfolg einer Idee
Robert Müller
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Hermann Steininger
DOI
10.25365/thesis.15971
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29399.77046.668966-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Der Weinviertler Pilgerweg war eine vom Vikariat Nord der Erzdiözese Wien jeweils in der zweiten Augustwoche von 2003 bis 2006 organisierte siebentägige Fuß-Pilgerreise durch das Weinviertel (Marchfeld); Abschluss und Höhepunkt war 2007 eine Flug-/Bus-Reise nach Santiago de Compostela mit ca. 250 Pilgern. Entstanden ist diese Idee im Vikariatsrat, nachdem in der zweiten Amtsperiode des Bischofsvikars Prälat Dr. Matthias Roch (2002-2007) die geplante Israel-Reise aus Sicherheitsgründen und der spanische Jakobsweg aus Kostengründen nicht durchgeführt werden konnten. Weshalb für die nächsten vier Jahre eine Fußwanderung durch je eine der vier Regionen des Weinviertels, mit "der Bibel im Rucksack" (= jedes Jahr mit einem der Evangelisten als geistlichem Schwerpunkt) geplant wurde. BV Roch ging jede Etappe des Pilgerweges mit.
Geistliches und organisatorisches Zentrum was das Bildungshaus Schloss Großrußbach im Weinviertel, wo sämtliche Sitzungen stattfanden, alle Pläne ausgearbeitet, die schriftlichen Unterlagen zusammengestellt und alle Entscheidungen getroffen wurden. Der Leiter des Bildungshauses, Franz Knittelfelder, war für die Gesamtorganisation verantwortlich und ging jede Etappe des Weinviertler Pilgerweges mit. Das Bildungshaus ist ein kirchliches Seminar-Hotel mit allen Ressourcen, weshalb auch die "Wochenpilger", d. h. die ganzwöchig teilnehmende "Kerngruppe" (Mitarbeiter des Vikariats sowie engagierte Pfarr-Mitarbeiter) dort schliefen und täglich mit Autobussen zu den Start-Etappen gebracht und abends wieder nach Großrußbach zurückgeführt wurden. Nur 2005 waren die "Wochenpilger" im Kolpingheim und der Landwirtschafts-Schule in Poydorf untergebracht. Zusätzlich nahm eine (jährlich zunehmende) Anzahl von "Tagespilgern", d. h. Privatpersonen ohne Anmeldung, einen oder mehrere Tage am Pilgerweg teil, wurde mitverpflegt und fuhr abends nach Hause.
Was hat nun den Erfolg (steigende Pilgerzahlen, von knapp 100 im Jahr 2003 bis über 500 im Jahr 2006 sowie 250 Teilnehmer an der Reise nach Santiago de Compostela) ausgemacht? Welche Motive bewegten (wortwörtlich) die Menschen, welche in ihrer engeren Heimat durch die Dörfer wanderten, beteten, miteinander die Mühen des sommerlichen Weges und die Mahlzeiten teilten und sich mit dem "Pilgertuch" als gläubige Katholiken präsentierten?
Der Weinviertler Pilgerweg war erfolgreich, weil er die Bedürfnisse der Menschen nach Gemeinschaft und Spiritualität, nach alten Werten mit neuen Inhalten sowie dem Naturerlebnis beim Wandern, mit Sicherheit, Komfort und einer charismatischen Führer-Persönlichkeit verbunden hat. Es ist wohl keine neue Religiosität, aber in einer "Aufbruchstimmung" der Mut zu neuen Wegen entstanden. Wie BV Roch am Start des Weinviertler Pilgerweges sagte: "Zum Glauben braucht man Freunde!"
Abstract
(Englisch)
The "Weinviertler Pilgerweg" was based on an initiative by the vicariate North of the Archdiocese of Vienna and consisted of four pilgrimages in Lower Austria in August of four consecutive years (2003 to 2006). In 2007 a combined pilgrimage by plane and bus led to Santiago de Compostela in Spain, such celebrating the formal end of the initiative. Originally a pilgrimage to the Holy Land and/or Santiago de Compostela was planned, but the planning had to be adapted due to security and financial obstacles. Vicar Dr. Matthias Roch chose the foot pilgrimage in Lower Austria as an alternative. For each year one of the four regions of the so-called "Weinviertel", the parish of the Vicariate, was organized and one of the four Evangelists was put in the centre of the year. An educational institution of the Vicariate, the Hotel Großrußbach was chosen organizational headquarter of the initiative. For the availability of rooms the participants of the pilgrimage without local affiliations lodged there. Unforeseen an increasing number of pilgrims without formal registration participated for one or more days, such indicating a popular success of the initiative.
In the first sections the affiliation and methodological approach of the thesis are described while in the consecutive sections the developments of pilgrimages in history are analyzed. The organization of the "Weinviertler Pilgerweg" is described in detail. The subsequent sections are focused on – probably spiritual – motivations of the pilgrims, findings of other researchers on these topics and potential upcoming projects are presented.
An aspect motivating the author is the combination of a century-old tradition (the pilgrimage as such), the currently booming outdoor sport and also pilgrimage, the development of regional initiatives in Lower Austria and an astonishing community of pilgrimages which was founded on the "Weinviertler Pilgerweg". The increasing number of participating pilgrims from year to year (more than 100 percent increase from year to year) and the approx. 250 participants in the final event in Santiago de Compostela can be interpreted as a success. The question arises why people walked through their region, prayed, bore the heat and the sun, shared their meals and wore the identification cloth, the so-called "Pilgertuch", such presenting them as faithful Roman Catholics. The thesis of course also deals with these issues.
The author sets up the refutable hypothesis that the initiative was successful because it responded to people’s demands for community and spirituality, for old values and for the experience of the nature. The Vicar described it with the proverb "Faith needs friends".
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Pilgern Wallfahrt Gemeinschaft Weinviertel
Autor*innen
Robert Müller
Haupttitel (Deutsch)
Pilgern im regionalen Raum
Hauptuntertitel (Deutsch)
der Weinviertler Pilgerweg als Erfolg einer Idee
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
VI, 185 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hermann Steininger
Klassifikationen
73 Ethnologie > 73.08 Regionale Ethnologie ,
73 Ethnologie > 73.55 Religionsethnologie: Allgemeines
AC Nummer
AC08785496
Utheses ID
14329
Studienkennzahl
UA | 308 | | |
