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Disequilibrium models, credit rationing, and bank wholesale funding
Thomas Hrdina
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Betreuer*in
Robert Kunst
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.16009
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29808.29813.563469-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Dissertation beschäftigt sich mit der Schätzung von sogenannten Disequilibrium Modellen sowie mit den Auswirkungen der Finanzkrise von 2007 auf die Vergabe von Bankkrediten. Während sich der erste Artikel ausschließlich mit Disequilibrium Modellen befasst, konzentriert sich der dritte Artikel hauptsächlich auf die oben genannten Auswirkungen der Finanzkrise. Im Gegensatz dazu werden diese beiden Forschungsschwerpunkte im zweiten Artikel zusammengeführt. Viele real existierende Märkte, wie etwa der Arbeits- oder der Kreditmarkt, unterscheiden sich grundlegend von der in der ökonomischen Theorie vorherrschenden Modellvorstellung eines Marktes. Disequilibrium Modelle tragen dieser Diskrepanz unter anderem dadurch Rechnung indem ihnen die Annahme zugrunde liegt, dass Märkte nicht notwendigerweise geräumt werden. Zwei wesentliche Punkte bei der Schätzung von derartigen Modellen sind das Finden der geeignetsten Modellspezifikation sowie die Berücksichtigung von dynamischen Modellkomponenten. Im ersten Artikel dieser Dissertation zeigen wir anhand von Monte Carlo Experimenten, dass obwohl der Grad der Misspezifikation der kanonischen Disequilibrium Modelle von einem Modell-Parameter abhängt, Forscher sehr vorsichtig bei der Auswahl der Modellspezifikation agieren sollten. Zudem legen unsere Resultate nahe, dass die Verwendung von Schätzern, die auf den kanonischen, d.h. statischen, Disequilibrium Modellen basieren, keine zuverlässigen Resultate liefert wenn der zugrundeliegende datengenerierende Prozess dynamisch ist. Dieser Umstand impliziert, dass in der Praxis auf Schätzer zurückgegriffen werden sollte, die von dynamischen Modellen abgeleitet wurden. Im zweiten Artikel wenden wir schließlich Disequilibrium Modelle auf Daten des U.S. Kreditmarktes an. Laut gängiger Meinung hatte die Finanzkrise von 2007 einen sogenannten Credit Crunch zur Folge, d.h. Banken reduzierten ihr Kreditangebot drastisch was einer Rationierung der Kreditmenge gleichkam. Was jedoch die empirische Beweislage mit Hinblick auf Kreditrationierung im Allgemeinen und die Credit Crunch Hypothese im Speziellen betrifft, so kann man von keiner eindeutigen Richtung sprechen. Vor diesem Hintergrund analysieren wir ob Geschäftsbanken in den Vereinigten Staaten während der Krise tatsächlich das Angebot für Industriekredite drastisch rationierten. Dabei wenden wir im Rahmen eines Disequilibrium Modells einen alternativen Indikator für den Nachfrageüberschuss bei Industriekrediten an, der besser geeignet zu sein scheint als bisherige Indikatoren. Unsere Resultate zeigen, dass obwohl es einen Anstieg bei der Rationierung von Kredit gegeben haben dürfte, dieser vernachlässigbar klein war, was wiederum impliziert, dass die realen Auswirkungen dieses Anstiegs bestenfalls moderat waren. Schließlich beschäftigt sich der dritte Artikel mit einer neuen Form des Bank Runs. Bei dieser neuen Form, die auch Liquidity Crunch genannt wird, sind es nicht Privat- bzw. Kleinkunden die ihre Einlagen in großer Zahl zurückfordern sondern Großinvestoren, wie etwa andere Banken oder Fonds, die einer Bank Finanzmittel entziehen. Die Auswirkungen sind ähnlich wie bei einem herkömmlichen Bank Run, nämlich dass die betroffene Bank ihre Bilanz schrumpfen muss. In diesem Zusammenhang zeigt unsere Untersuchung, dass Banken, die anfälliger für diese neue Form des Bank Run waren, d.h. Banken die mehr auf Großinvestoren angewiesen waren, ihr Kreditangebot stärker reduzierten als weniger anfällige Banken. Zudem weisen unsere Ergebnisse darauf hin, dass dieser negative Effekt für Banken, die über ein größeres Polster aus liquiden Mitteln verfügten, schwächer war. Somit stützen unsere Resultate die Einführung von Liquiditätsstandards wie sie etwa vom Baseler Komitee für Bankenaufsicht vorgeschlagen wurden.
Abstract
(Englisch)
This thesis deals with the estimation of disequilibrium econometric models as well as the implications of the financial crisis that started in 2007 on bank lending. While the first article is solely concerned with disequilibrium models, the third article mainly focuses on the implications of the financial crisis on bank lending behaviour. The second article, in contrast, brings these two research topics together. Many markets, like the labour or the credit market, differ in some important respects from the standard market framework in economics. Disequilibrium models account for this peculiarity in the sense that they do not assume that markets necessarily clear. Two major issues in the estimation of these models are the identification of the most appropriate model specification and the provision for dynamic model features. In the first article we show by means of Monte Carlo sampling experiments that although the degree of misspecification of the canonical disequilibrium models depends on the size of a particular model parameter, researchers should pay careful attention to the issue of specification. Our results further suggest that the estimators of the static canonical models, though they are consistent under certain conditions, are not reliable in dynamic settings which calls for the use of tractable dynamic models. In the second article we apply the disequilibrium framework to U.S. loan market data. According to conventional wisdom the recent financial crisis entailed a so-called credit crunch, i.e. banks cut back on lending sharply essentially rationing the amount of credit. However, empirical evidence regarding credit rationing in general and the credit crunch hypothesis in particular is ambiguous. Using an alternative excess credit demand indicator – which seems to be superior to previous indicators used – within the disequilibrium framework, we analyse whether U.S. commercial banks have increased nonprice credit rationing sharply in the market for commercial and industrial loans during the crisis. Our findings suggest that although excess demand for credit indeed increased, the extent of rationing is negligible, implying that its real effects are moderate at most. Finally, the financial crisis witnessed the emergence of a new form of bank run. In this modern form, also referred to as liquidity crunch, it is not depositors that run but wholesale financiers. The consequences, however, are similar to a traditional run, that is banks have to shrink their balance sheets. In the third article we show that banks more vulnerable to the run, i.e. more wholesale dependent banks, decreased loan supply more than less vulnerable banks and that the amount of liquid asset holdings affects lending behaviour positively during a liquidity crunch. Thus, our results support the introduction of liquidity standards as proposed by the Basel Committee on Banking Supervision.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
disequilibrium models credit rationing bank wholesale funding financial crisis
Schlagwörter
(Deutsch)
Disequilibrium Modelle Kreditrationierung Bank Wholesale Funding Finanzkrise
Autor*innen
Thomas Hrdina
Haupttitel (Englisch)
Disequilibrium models, credit rationing, and bank wholesale funding
Paralleltitel (Deutsch)
Disequilibrium Modelle, Kreditrationierung und Bank Wholesale Funding
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
100 S. : graph. Darst.
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Robert Kunst ,
Sylvia Kaufmann
Klassifikationen
83 Volkswirtschaft > 83.50 Geld, Inflation, Kapitalmarkt ,
83 Volkswirtschaft > 83.70 Banken, Versicherungen
AC Nummer
AC08833924
Utheses ID
14363
Studienkennzahl
UA | 094 | 140 | |
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