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Untersuchungen zur Überlieferung des mesopotamischen Wettergottes vor der altbabylonischen Zeit
Michaela Rinner
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Gebhard Selz
DOI
10.25365/thesis.16098
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29565.71098.132964-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Darstellung des sumerischen Wettergottes Ishkur vor der altbabylonischen Zeit (1792 v. Chr.) wurde anhand von ikongraphischen und philologischen Quellen im obermesopotmaischen Bereich einerseits und im Süden des Landes andererseits untersucht. Zunächst wurde seine Verbreitung in Mesopotamien und der Levante erörtert und die Ursprünge seiner Etymologie untersucht. Nach Übersetzung und Interpretation sumerischer Hymnen und Gebete, wurden in weiterer Folge mesopotamische Abbildungen mit diesen philologischen Ergebnissen verbunden und der Zusammenhang zwischen ihnen herausgearbeitet. Im Norden war der Niederschlag ausreichend für Regenfeldbau, unterstützt durch künstliche Bewässerung. Daher wird der Wettergott einerseits als fruchtbarkeitsbringend, andererseits aber auch als zerstörerisch dargestellt. Im Süden hingegen mussten aufgrund der geringen Niederschlagsmengen schon seit dem frühen dritten Jahrtausend Kanäle geschaffen werden um Landwirtschaft zu betreiben. Hier wird er ausschließlich als fruchtbarkeitsbringend dargestellt, worauf zB seine Bezeichnung als Kanalinspektor „kù gál“ hinweißt. Ikonographische Belege, wie die Wasserspendende Göttin oder das Wasserbecken des Gudea zeigen, wie Wettergott-Vorstellungen und die südmesopotamische Wasser-Symbolik zusammen gehören: Wasser als Ursprung und Grundlage des Lebens ist kein selbstverständliches Element. Im Vorderen Orient wurde es von Beginn der Zeit als die Gabe einer Gottheit gesehen. Um Wassers als fruchtbarkeitsbringendens Element nutzen zu können, bedarf der Mensch der Verbindung zur (wasserspendenden) Gottheit.
Darüber hinaus wurde Ishkur mit dem zentralen Gott Ninurta und dem Süßwassergott Enki/Ea in Verbindung gesetzt. Dabei zeigte sich, dass Ishkur wahrscheinlich ein Botengott des Ninurta ist. Eine Zwillingsstellung zwischen Enki/Ea und Ishkur/Adad scheint plausibel, da Ersterer für das Wasser der Unterwelt zuständig war und sich durch den Zusammenhang beider Gottheiten der Kreislauf des Wassers schließen würde. Eine Brücke zwischen allen drei Gottheiten ergibt sich über den Anzu(-d) Vogel, der möglicherweise eine Metapher für die Schutzfunktion zahlreicher Gottheiten ist.
Abstract
(Englisch)
The depiction of the sumerian weathergod Ishkur before the altbabylonian time (1792 BC) was investigated on the basis of philological and iconographic sources in the North of Mesopotamia on the one hand and in the South of the land on the other hand. Worshipping of the god in Mesopotamia and the Levante and the etymology of the name Ishkur were analyzed. After translation and interpretation of Sumerian Hymns, images were connected to them. In the North there was rain-fed agriculture thus, the weathergod was seen to bring fertility on the one hand but also destruction, due to lightning or flooding. Due to minimal rainfall in the South, agriculture was only possible by irrigation. There, the weathergod was depicted bringing fertility, and called inspector of the irrigation channels (kù gál). Iconographic sources like the watering (rain) goddess or the cistern of Gudea illustrate the importance of water for the living people. Water is the element of life and the gift of a god.
Furthermore, Ishkur was connected with the central god Ninurta and the god of the fresh water Enki/Ea. Ishkur likely was a messenger of Ninurta. A twin-formation between Enki/Ea and Ishkur/Adad seems possible, as the former is in charge of the water of the nether world. The fusion of these two gods thus, would close the circulation of the water. A connection between all three gods is created by the Anzu(-d) bird, which probably is a metaphor for the protective function of many gods.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Mesopotamia Sumer Sumerian Weathergod Ishkur Adad
Schlagwörter
(Deutsch)
Mesopotamien Sumer Sumerisch Wettergott Ishkur Adad
Autor*innen
Michaela Rinner
Haupttitel (Deutsch)
Untersuchungen zur Überlieferung des mesopotamischen Wettergottes vor der altbabylonischen Zeit
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
163 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gebhard Selz
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.02 Philosophie und Theorie der Geisteswissenschaften
AC Nummer
AC08773080
Utheses ID
14441
Studienkennzahl
UA | 384 | | |
