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Einführung in das geistliche Leben
am Beispiel von Dorotheos von Gaza und David von Augsburg
Herbert Bradler
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Betreuer*in
Marianne Schlosser
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29817.32764.824160-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ausgehend von einer in Europa immer häufiger anzutreffenden Haltung religiöser Indifferenz, aber auch abnehmender innerkirchlich-geistlicher Verbundenheit im Alltag, sowie der Tatsache, dass einerseits eine Mehrheit sich für religiöse Werteerziehung ausspricht, andererseits viele Kirchenmitglieder nicht mehr wissen, was Gott bzw. Kirche von ihnen erwartet, zielt die Grundfrage der Arbeit auf Bestimmung und Vermögen geistlichen Lebens. Dies erfolgt mittels jener biblischen Belege, die das Leben als geistlich kennzeichnen, sowie anhand der Aussagen aus der spirituellen Tradition, im Besonderen zweier Klassiker zur Einführung in das geistliche Leben, die unterschiedlicher Provenienz hinsichtlich Zeit und Ort ihrer Entstehung als auch der Zuordnung zur östlichen bzw. westlichen Kirche sind. Diese beiden Werke richten sich zwar im Besonderen an jene, die sich in einer geistlichen Gemeinschaft zusammenfinden, aber da nach kirchlicher Lehre geistliches Leben mit der Taufe beginnt, ist darunter ein Prozess der Neugestaltung des Lebens unter Gottes Geist zu verstehen, wozu jeder Mensch gerufen ist. Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit allgemeinen Fragen der geistlichen Unterweisung und Unterscheidung. Im Besonderen ihren Funktionen, Erfordernissen, Hemmnissen, Risiken und inwieweit es einer Unterweisung ins geistliche Leben bedarf. Ein eigenes Kapitel befasst sich mit jener Person, die die Aufgabe der Unterweisung übernimmt, hierzu wird ihrem 'Anforderungsprofil' nachgegangen. In einem Exkurs wird Bildung durch Begegnung als Form eines spontanen Geistlich-Werdens thematisiert, als auch ein kurzer Überblick über die Lasterlehre Evagrios gegeben. Der zweite Teil beschreibt nach einem Abriss über das Leben und Werk von Dorotheos und David und den anthropologisch-theologischen Grundlagen ihres Hauptwerks einige Grundelemente des Aufbruchs bzw. des Weges, sowie das Ziel geistlichen Lebens. Für den ersten Schritt aus der Selbstbezogenheit ins geistliche Leben steht typologisch der Aufbruch Abrahams aus seiner Heimat auf Gottes Wort hin. In dieser Loslösung zeigt sich bereits das Grundmuster des gesamten Weges. Hinsichtlich der Frage des Motivs diesen Weg zu gehen, wird in dieser Arbeit die Gottesfurcht in besonderer Weise hervorgehoben. Als konkrete Schritte in der Einübung des geistlichen Weges werden die besonderen Fähigkeiten des geistlichen Lebens, die als zentrale Herrentugenden gekennzeichnet werden können, nämlich Sanftmut, Demut und Gehorsam pars pro toto behandelt. Als Ziel geistlichen Lebens gilt das Ruhen in Gott, wobei Ruhe als Folge der Übereinstimmung konstatiert wird und die Größe der Unruhe als Bestimmungsmaß der Distanz gelten kann. In einer Zusammenschau ausgewählter Elemente werden die Ergebnisse aus der Textanalyse dargestellt. Aus diesen ergibt sich ein unterschiedlicher Ansatz in der Vorgehensweise der Vermittlung, bei der Dorotheos den praktischen Teil der Einübungen den theologisch-anthropologischen Grundlagen folgen lässt, während David -nach Entwicklungsphasen differenziert- unterschiedliche Personengruppen anspricht, sowie beim 'weltlichen' Menschen zunächst den Leib den Übungen unterzieht und erst danach den Geist. Beide Autoren legen besonderen Wert auf die Frage der spirituellen Diskretion, und zeigen ebensolche im Umgang mit Schwächen des Menschen. Sie wissen den schmalen Grat zwischen Anforderung und Überforderung zu gehen und haben auch als geistliche 'Überväter' ihre mönchischen Tugenden in der Unterweisung nicht abgelegt. Unterschiede ergeben sich, wenn auch nur in Nuancen, im Gehorsamsverständnis, sowie in der Frage der Notwendigkeit der geistlichen Unterweisung. Eine nicht unwesentliche Differenz besteht in der Frage von Sünde und freiem Willen. In der Conclusio wird geistliches Leben als Kontrapunkt zu einem Leben der religiösen Indifferenz in besonderer Weise an der Frage der Wahrheit und der Freiheit festgemacht.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Geistliche Unterweisung Geistliche Begleitung Theologie der Spiritualität
Autor*innen
Herbert Bradler
Haupttitel (Deutsch)
Einführung in das geistliche Leben
Hauptuntertitel (Deutsch)
am Beispiel von Dorotheos von Gaza und David von Augsburg
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
133 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Marianne Schlosser
Klassifikationen
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.71 Seelsorge ,
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.82 Traditionsliteratur ,
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.99 Theologie, Religionswissenschaft: Sonstiges
AC Nummer
AC08849207
Utheses ID
14547
Studienkennzahl
UA | 057 | 011 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1