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Wirtschaft und Politik am Pranger
Bewertung der Akteure der Wirtschaft sowie der Finaz- und Wirtschaftskrise aus der Sicht von Experten
Claudia Karin Ehrentraut
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Erich Kirchler
DOI
10.25365/thesis.16241
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30278.73483.986254-2
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Studie erforscht Bewertungen in Bezug auf die Finanz- und Wirtschaftskrise sowie auf Wirtschaftsakteure vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 anhand der Theorie sozialer Repräsentationen. Besonderes Augenmerk gilt dabei wirtschaftlichen ExpertInnen und LaiInnen sowie – in Bezug auf zukünftige Wirtschaftsentwicklungen – optimistisch und weniger optimistisch eingestellten Personen. Als Methode der Wahl wurden freie Assoziationen zu den fünf Stimulusworten „Finanz-/Wirtschaftskrise“, „Politik/Regierung“, „Geldinstitute/Banken“, „ManagerInnen/ UnternehmerInnen“, „KonsumentInnen/VerbraucherInnen“ erhoben. Diese Assoziationen wurden im Anschluss von den TeilnehmerInnen als positiv, neutral oder negativ bewertet. Zudem wurde mit Hilfe einer Skala gemessen, ob die teilnehmenden ExpertInnen und LaiInnen eher optimistisch oder wenig optimistisch bezüglich zukünftiger Wirtschaftsentwicklungen eingestellt sind.
Bezüglich der insgesamt negativ bewerteten Finanz- und Wirtschaftskrise stellte sich heraus, dass LaiInnen diese noch negativer beurteilen als ExpertInnen und dass wenig optimistisch eingestellte Personen (bezüglich zukünftiger Wirtschaftsentwicklungen) diese noch negativer bewerten als optimistisch eingestellte Personen. Hinsichtlich der grundsätzlich negativen Bewertungen der Wirtschaftsakteure kann gesagt werden, dass wirtschaftliche LaiInnen die Akteure „Banken/Geldinstitute“ und „ManagerInnen/UnternehmerInnen“ noch negativer bewerten als die Gruppe der wirtschaftlichen ExpertInnen. Sowohl LaiInnen als auch ExpertInnen beurteilen „Politik/Regierung“ negativer als die anderen Akteure. LaiInnen beurteilen „KonsumentInnen/VerbraucherInnen“ weniger negativ als die anderen Akteure. ExpertInnen beurteilen „Geldinstitute/Banken“ weniger negativ als „ManagerInnen/UnternehmerInnen“ und etwa gleich negativ wie „KonsumentInnen/VerbraucherInnen“.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Wirtschaft und Politik von den TeilnehmerInnen mit ihren durchgehend negativen Bewertungen der Finanz- und Wirtschaftskrise und der Akteure der Wirtschaft grundsätzlich angeprangert werden. Eine positive Einschätzung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation kann jedoch als wünschenswert angesehen werden, da diese zu Optimismus bezüglich zukünftiger Wirtschaftsentwicklungen zu führen scheint, welcher in Zusammenhang mit zukünftigem Wirtschaftswachstum gesehen wird. Für die Praxis wird daher empfohlen, dass Medien auf zu reißerische und dramatisierende Darstellungen der aktuellen wirtschaftlichen Lage, zugunsten realistischerer, schulender Berichte, verzichten.
Im Hinblick auf die Methode der Erhebung freier Assoziationen wurden (mittels explorativer Vorgehensweise) Hinweise darauf gefunden, dass zuerst jeweils stabile, emotional besetzte und – im Anschluss daran – eher veränderbare, kognitiv besetzte Assoziationen genannt werden. Großteils konnten Bewertungsmuster beobachtet werden, die über die Sequenz hinweg in Form eines Trichters – V – aufgetreten sind: Zuerst fielen die Bewertungen immer negativer und abschließend wieder weniger negativ aus. Werden diese Ergebnisse auch in weiteren Untersuchungen gefunden, können diese als Anhaltspunkt zur Weiterentwicklung der Methode der freien Assoziationen dienen. Jedoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese Ergebnisse zufällig zustande kamen.
Abstract
(Englisch)
The present study aims to analyze evaluations of the financial and economic crisis and of economic actors with reference to the theory of social representations. Economic experts and laypeople as well as individuals with high and low optimism regarding future economic development are contrasted in terms of their evaluations. Using an online questionnaire, free associations toward five stimuli (financial/economic crisis, financial institutions/banks, managers/entrepreneurs, politicians/government, and consumers/customers) were collected with participants who evaluated the associations as positive, neutral or negative. Furthermore optimism regarding future economic development has been assessed.
Regarding the overall negatively evaluated economic crises differences between economic experts and laypeople as well as between individuals with high and low optimism regarding future economic development were discovered: Laypeople evaluate the crisis as more negative than experts do. Individuals with low optimism (regarding future economic development) evaluate the crisis as more negative than individuals with high optimism do. Concerning the evaluations of economic actors, differences between experts and laypeople can be highlighted: Laypeople evaluate banks/financial institutions and managers/entrepreneurs as more negatively than experts do. Politics/government is evaluated as the most negative economic actor by experts as well as by laypeople. Laypeople rate consumers/customers as less negative than all the other economic actors while experts evaluate banks/financial institutions as less negative than managers/entrepreneurs and politics/government but equally negative as consumers/customers.
To put it in a nutshell all participants criticized economy and politics with their throughout negative evaluations. However a more positive assessment of the actual economic situation should be requested since it seems to lead to optimism regarding future economic development which itself is believed to be connected to future economic growth. Therefore media reporting about the economic situation should be more realistic and clarifying and less exaggeratory.
Regarding free association method indications for a chronological arrangement of the sequence of the produced associations can be found: The sequence is starting with stable, emotionally loaded associations and passes on to – more often alternating – cognitive loaded ones. These results were perceived with explorative methods and are also supported by former research literature. Furthermore evaluation patterns in form of a – V – can be observed: The evaluation sequence starts with getting more and more negative in the beginning and returns being less negative in the end. If these results are found in further research studies, they can be used for additional improvement of free association method. However the possibility that those results were observed by coincidence cannot be ruled out.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
economic crisis financial crisis social representations experts laypeople
Schlagwörter
(Deutsch)
Finanzkrise Wirtschaftskrise soziale Repräsentationen Experten Laien Bewertungen
Autor*innen
Claudia Karin Ehrentraut
Haupttitel (Deutsch)
Wirtschaft und Politik am Pranger
Hauptuntertitel (Deutsch)
Bewertung der Akteure der Wirtschaft sowie der Finaz- und Wirtschaftskrise aus der Sicht von Experten
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
V, 160 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Erich Kirchler
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.61 Einstellung, Vorurteil, Beeinflussung ,
77 Psychologie > 77.93 Angewandte Psychologie
AC Nummer
AC08784890
Utheses ID
14571
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
