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Zurück zum Prinzip
eine Analyse von Lebenserzählungen buddhistisch praktizierender Österreicher und Österreicherinnen
Jacqueline Hauser
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Thomas Slunecko
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.16282
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29819.72228.396153-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Der Buddhismus ist ein seit dem circa fünften Jahrhundert vor Christus bestehendes System, das auf Gautama Siddhārta zurück geht (Abe, 1997). Vom asiatischen Raum ausgehend verbreitete sich der Buddhismus. Durch die Übersetzung und Veröffentlichung der buddhistischen Texte erreichte der Buddhismus zu Beginn des 19. Jahrhundert auch Europa (von Glasenapp, 2001). Die ersten Kontakte eines Österreichers mit dem Buddhismus gehen ins 17. oder 18. Jahrhundert zurück, als ein Jesuitenmissionar dem Vajrayāna-Buddhismus in Asien begegnete (ÖBR, 2011). Mitte des 19. Jahrhunderts etablierte sich der Buddhismus im deutschsprachigen Raum vorrangig als Philosophie. Die religiöse Seite rückte Ende des 19. Jahrhunderts mehr in den Vordergrund und stellte eine religiöse Option im Westen neben dem Christentum dar. Seit Mitte der 1970er Jahre hat der Buddhismus eine rasante Entwicklung in Österreich zu verzeichnen (Hutter, 2001). Die vorliegende Arbeit widmet sich Menschen aus Österreich, die christlich aufgewachsen sind und im Verlauf ihres Lebens buddhistische Lehren praktizieren. Es werden relevante biografische Bedingungszusammenhänge für die Beschäftigung mit dem Buddhismus und der Funktion der Beschäftigung mit diesen für die gesamte Biografiekonstruktion herauskristallisiert. Weiters geht die Arbeit auch der Transformation der Identität über den Lebenslauf hinweg nach. Als Methode werden das autobiografisch-narrative Interview und die Narrationsanalyse nach F. Schütze verwendet. In den Ergebnissen zeigt sich bei den befragten Personen das Erleben von bestimmten inneren und/oder äußeren Begrenzungen im Lebenslauf hinweg, wobei dies belastende Herkunftsbedingungen, schwierige Beziehungen zu Bezugspersonen, negative Erfahrungsgestalten, Verlusterlebnisse und innere Konflikte darstellen können. Der Buddhismus erhält für die Personen die Funktion der Auflösung der erlebten Einschränkungen, die sie in ihrem Leben zu bewältigen versuchen. Dem Buddhismus wohnt durch das Bewusstwerden dieser Begrenzungen sowie der Möglichkeit der Auflösung dieser eine reflexive Funktion inne. Damit einhergehend zeigt sich auch eine lebensgeschichtlich-ordnende Funktion für die Personen, als sie mit negativen Erfahrungsgestalten und Lebensübergängen infolge besser umgehen können. Die Auflösung von inneren und/oder äußeren Begrenzungen ist jedoch nur Mittel zum Zweck. Im Zuge der Praxis erfahren die Personen eine Bewusstseinserweiterung, sie erleben ihr „spirituelles Selbst“ (Suzuki, 1983) und einen Zustand der Einheit mit Allen, der Einheit mit dem Ursprung. Insofern wohnt dem Buddhismus durch die Auflösung und Befreiung von Begrenzungen die Funktion der Rückkehr zum Prinzip für die Personen inne. Anscheinend bedarf es des Erlebens von Begrenzungen und damit einhergehenden Leidens, um das Bedürfnis nach Befreiung von diesen sowie das Bedürfnis nach der Rückkehr zum Prinzip zu entwickeln. In Identität und Habitus der Personen zeigen sich zunächst ängstliche, unsichere sowie selbstreflexive Elemente. Zur ersten Abwendung vom Christentum kommt es im Jugendalter. Die christlichen Lehren werden als nicht unterstützend bei den erlebten Begrenzungen gefunden, im Erwachsenenalter kommt es zum Bruch. Durch die Beschäftigung und das Praktizieren von buddhistischen Lehren sind die Personen in ihrer Identität und ihrem Habitus selbstbestimmter und unabhängiger von anderen. Durch die Auflösung der Begrenzungen geht auch ein indirekter Machtgewinn für die Personen einher.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Buddhismus Christentum Narrationsanalyse autobiografisch-narrative Interview Identität Habitus Prinzip Ursprung spirituelles Selbst Erleuchtung
Autor*innen
Jacqueline Hauser
Haupttitel (Deutsch)
Zurück zum Prinzip
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Analyse von Lebenserzählungen buddhistisch praktizierender Österreicher und Österreicherinnen
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
176 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Slunecko
Klassifikationen
11 Theologie > 11.06 Religionspsychologie ,
11 Theologie > 11.93 Buddhismus ,
77 Psychologie > 77.30 Allgemeine Psychologie: Allgemeines ,
77 Psychologie > 77.60 Sozialpsychologie: Allgemeines
AC Nummer
AC08793239
Utheses ID
14599
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1