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Reprezentarea genurilor în discursul filmic românesc actual
"Noul val" al cinematografiei româneşti
Adriana Angela Jurj
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Heinrich Stiehler
DOI
10.25365/thesis.16343
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29376.67943.138363-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Debatten über Genderproblematiken sind im letzten Jahrzehnt in der rumänischen akademischen Welt häufiger anzutreffen, dennoch nicht in allen Bereichen. Dieser Mangel motiviert zu der wissenschaftlichen Studie: „Die Geschlechterrepräsentationen im aktuellen rumänischen Filmdiskurs – die neue Welle“. Die Studie untersucht die Art und Weise, wie der Film die Geschlechteridentitäten erzeugt und vermittelt. Es wird die Hypothese vertreten, dass das Geschlecht in der Figur verkörpert ist und im Rahmen des Kommunikationsprozesses auf der mentalen Ebene gleichzeitig mit ihr synthetisiert. Es werden die Begriffe Gender bzw. Genderdarstellungen, Medialität, Film, Figur für unverzichtbar gehalten. Die Frage des Genderbegriffs wird in Pluridimensionalität des Gender Begriffs (Kap.1.1) besprochen. Als identitätsbestimmendes Charakteristikum des sozialen Geschlechts ist der Begriff der Medialität wesentlich, für den in Medialität des Gender (Kap 1.2.) argumentiert wird. Gender in der filmischen Darstellung (Kap. 2) befasst sich ausschließlich mit dem Medium Film: Film als Darstellungsform, Film als Diskurs und Film als Interaktionsform. Am Ende dieses Kapitels wird mittels der verschiedenen Perspektiven der Geschlechterforschung im Film die interdisziplinäre Herangehensweise begründet. Gendersynthese mit der Figur (Kap. 3.3.) bringt ausgehend von Jens Eder´s Prozess der Figurensynthese, die zwei Begriffe Gender und Figur zusammen. Es wird argumentiert, dass der Prozess der Gendersynthese gleichzeitig mit dem Prozess der Figurensynthese stattfindet und dadurch zu der Entstehung eines vergeschlechtlichen Figurenmodells beiträgt. Das Analysemodell „Die Uhr der Figur“ von Jens Eder (Kap. 3.4. Analyse-Modell) wird zur Hilfe genommen, da es eine fundierte und flexible Basis und eine systematischere Herangehensweise zur Analyse von filmischen Figuren anbietet. Das filmische Material wird auf die vier markantesten Vertreter des rumänischen aktuellen Filmdiskurses: Cristi Puiu, Corneliu Porumboiu, Cristian Mungiu und Radu Muntean begrenzt, um ihre Filme Moartea domnului Lăzărescu (2005), Polițist, adjectiv (2006), 4 luni, 3 săptămâni și 2 zile (2007), Marți, după Crăciun (2010) reduziert.Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass das weibliche und das männliche Geschlecht vielfältig und oft kontrovers inszeniert werden. Starke Frauen werden oft mit medialen stereotypen maskulinen Eigenschaften wie Mut, Selbstsicherheit, Imposanz, Selbständigkeit, Organisationsfähigkeit inszeniert. Dennoch bleiben diese Figuren als Frauen gleichzeitig auch Betrugsopfer, Liebesopfer, Opfer von männlichen Selbstfindung, Aggressivität, Diskriminierungsopfer oder Opfer des unterdrückenden gesellschaftlichen Systems. Letztendlich können die weiblichen Figuren sich mit ihrer Stärke nicht einmal selbst schützen. Der filmische Diskurs verschont das männliche Geschlecht vor einem kritischen Scharfblick nicht. Die männlichen Figuren werden selbst als Opfer inszeniert. Sie sind Opfer ihrer Selbst, ihrer Laster, ihres Schicksals und gleichzeitig auch Systemopfer. Es ist das weibliche Geschlecht, mit dem man experimentiert, um Genderidentitäten neu zu definieren. Es findet sich der Versuch eines Modernisierungsprozesses des weiblichen Geschlechts. Diese Modernisierung vollzieht sich nur teilweise oft nebensächlich, denn auch wenn weibliche Figuren, mit eher gutem sozialem Status und starken Persönlichkeiten ausgestattet werden, wirkt diese Gegebenheiten eher als dekorative Accessoires, welche weder für die Figur noch für die Handlung oder das Thema des Films eine wichtige Rolle spielen. Auch wenn die weiblichen Figuren im öffentlichen Raum präsent sind, werden sie oft nur im Beisein männlicher Figuren dargestellt. Aus der Gender Perspektive erschien die Arbeitsstellenverteilung in der Arbeitswelt genderstereotypisch differenziert. Weibliche Figuren überwiegen im privaten Raum. Hier haben sie den Haushalt und die elterliche Fürsorge unter Kontrolle. Die Filmanalyse hat als weiteres zentrales Ergebnis die Darstellung verschiedenartiger Autoritätsformen herausgearbeitet. Da Autorität Hand in Hand mit Dominanz inszeniert wird, werden drei Typen von Dominanz besprochen: die misogyne Dominanz, die gegenseitige eheliche Dominanz und die sexuell manipulierende weibliche Dominanz. Im aktuellen filmischen Diskurs finden wir zwischen den Geschlechtern neben Werten wie Freundschaft und Respekt für die Mitmenschen auch Differenzierungen und Diskriminierungen. Auf der Ebene der Familie haben sich im rumänischen Filmdiskurs einige Familientypen etabliert, die traditionell-patriarchalische Familie, die traditionelle idyllische Familie, die abgenutzte und ungemütliche Ehe, die junge stumme und die moderne Familie. In den analysierten Filmen herrschen auch eine A-Sexualisierung der verheirateten weiblichen Figuren und gleichzeitig auch eine Übersexualisierung der männlichen Figuren. Die einzigen sexualisierten weiblichen Figuren sind Figuren wie die unverheiratete Frau, die Liebhaberin und die Prostituierte. Auf der Ebene der Filmsprache, zeigt die Kamera eine objektive Perspektive gegenüber den beiden Geschlechtern, aber die Erzählperspektive bleibt dennoch männlich. Es ist möglich bei einer detaillierteren Analyse der Figuren andere Geschlechteridentitäten und gleichzeitig auch Vergeschlechtlichungsmechanismen zu entdecken, Tendenzen und Nuancen, die sich in Sprache und Verhalten, in der Inszenierung von Akteuren und Filmsprache aber auch in der Filmwahrnehmung von Zuschauer einschleichen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
gender representation film discourse Romanian New Wave
Schlagwörter
(Deutsch)
Gender Geschlechterrepräsentation Film Diskurs Figur Neue Welle rumänischer Film
Autor*innen
Adriana Angela Jurj
Haupttitel (Rumänisch)
Reprezentarea genurilor în discursul filmic românesc actual
Hauptuntertitel (Rumänisch)
"Noul val" al cinematografiei româneşti
Paralleltitel (Deutsch)
Die Geschlechterrepräsentationen im aktuellen rumänischen Filmdiskurs ; "Neue Welle"
Paralleltitel (Englisch)
Gender Representations in contemporary Romanian film discourse - "New Wave"
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
117 S.
Sprache
Rumänisch
Beurteiler*in
Heinrich Stiehler
AC Nummer
AC08786123
Utheses ID
14658
Studienkennzahl
UA | 236 | 354 | |
