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Die Krieg und die Kinder im lateinamerikanischen Film
Stephanie Enzenhofer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Kathrin Sartingen
DOI
10.25365/thesis.16412
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29599.37990.687254-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Den Ausgangspunkt dieser Arbeit begründet das Wissen, dass der kindliche Umgang mit Extremsituationen individuell sehr unterschiedlich ist. Manche Kinder entwickeln sich wider jeglichen Erwartungen erstaunlich positiv und können ein neues Gleichgewicht herstellen. Sie begründen das Forschungsinteresse der vorgelegten Arbeit, die sich mit der Frage beschäftigt, auf welche schützenden Faktoren Kinder, die unmittelbar in Krieg involviert sind, zurückgreifen können, um den psychischen und physischen Schmerz zu bewältigen. In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung spricht man bei einer positiven Anpassung trotz aversiver Lebensumstände von Resilienz.
Den Untersuchungsgegenstand bildet der in El Salvador spielende Film Voces Inocentes (2005), der aus der Perspektive des kleinen Chava (Carlos Padilla) die Gräuel und Abscheulichkeiten des brutalen Bürgerkriegs (1980-1992) erzählt. Hinsichtlich des Themenkomplex Resilienz- Kinder- Krieg, eignet sich Lateinamerika als besonders interessantes Forschungsfeld, da es im Laufe der letzten Jahrzehnte immer wieder im Schatten von Militärdiktaturen und repressiven Regimes stand. Die Relevanz der Thematik hat nichts an Brisanz verloren- kämpfen heute noch Tausende Kinder als Soldaten in Armeen oder sind in anderer Weise unmittelbar in Krieg involviert. Zudem ist der Umgang mit Kindheit in Lateinamerika eine besonders problematische Angelegenheit. So existieren einige kulturell verwurzelte Denkweisen, die in Lateinamerika zu einer psychokulturellen Segregation von Kindern führen, die Verletzungen der Zivil- und Kinderrechte zur Folge haben und sie vielerorts diskreditieren.
Voces Inocentes (2005) wird nicht nur aus länder- und kulturspezifischen Gründen gewählt, sondern vor allem auch deshalb, weil sich der junge Protagonist von Beginn an als erstaunlich robust und widerstandsfähig gegenüber den Widerlichkeiten des Krieges erweist. Chava ist nicht zerbrechlich, sondern bleibt ein Symbol der Stärke, denn er bestreitet die brutale Welt der Erwachsenen und tritt ihr entgegen, indem er sich von der Spirale der Gewalt nicht mitreißen lässt und seine Unschuld verteidigt.
Durch eine filmformale Analyse, die den Fokus auf Strategien und Techniken zur Inszenierung des kindlichen Protagonisten legt, gelingt es, in Chavas universo infantil einzutauchen und sein Wesen, Verhalten und Sein zu verstehen. Auf diesem Verständnis aufbauend und mit Hilfe eines Kategoriensystems, kann die Forschungsfrage schließlich beantwortet werden. Durch die Verdichtung und Diskussion sämtlicher wissenschaftlicher Untersuchungen, können 13 Schutzfaktoren zusammengefasst werden- diese wiederum in eine individuelle Ebene und eine Mikro- und Makroebene unterteilt. Bei der Auswertung werden zudem behaviorale von emotional-kognitiven Gesichtspunkten differenziert betrachtet. Mit Hilfe einer Fülle von prägnanten Filmbeispielen ist eine Evaluation (hohe, mittlere oder niedrige bzw. keine Ausprägung) dieser Schutzfaktoren möglich.
Die Ergebnisse weisen insgesamt auf eine hohe oder zumindest mittlere Ausprägung des jeweiligen schützenden Faktors hin. Das bedeutet: Aus der Ergebnisdarstellung geht eindeutig hervor, dass Chava von einer meist hohen Qualität und Quantität an Schutzfaktoren auf der individuellen Ebene als auch auf der Mikro- und Makroebene profitiert, die ihn dabei unterstützen diese aversiven Lebensbedingungen und multiplen Risikobelastungen zu meistern. Jener Schutzfaktor, der durch den gesamten Film mit herausragender Präsenz und Brisanz auftritt, ist die „emotional sichere Bindung an die Bezugsperson(en).“ Die starke Bindung und Liebe zur Mutter und zu den Geschwistern nimmt die zentrale Konstante ein. Diese verleiht Chava Mut und Kraft, die ständigen Anstrengungen und Belastungen zu ertragen und stellt die wohl beste und förderlichste Basis im Kampf gegen die Widrigkeiten des Krieges, die er jeden Tag miterlebt, dar.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
resilience children and war latin american cinema Voces Inocentes (2005) protective factors
Schlagwörter
(Deutsch)
Resilienz Kinder im Krieg lateinamerikanischer Film Voces Inocentes (2005) Schutzfaktoren
Autor*innen
Stephanie Enzenhofer
Haupttitel (Deutsch)
Die Krieg und die Kinder im lateinamerikanischen Film
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
131 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Kathrin Sartingen
AC Nummer
AC08797629
Utheses ID
14717
Studienkennzahl
UA | 236 | 352 | |
