Detailansicht
Print versus Online
vergleichende empirische Untersuchung zum beruflichen Alltag in sportjournalistischen Print- und Online-Redaktionen Österreichs
Bernhard Kastler
Art der Arbeit
Magisterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Friedrich Hausjell
DOI
10.25365/thesis.16432
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29997.81710.326565-0
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Untersuchungsgegenstand: Im Zentrum dieser Magisterarbeit steht ein empirischer Vergleich zwischen österreichischem Print- und Online-Journalismus auf der Ebene der Sportberichterstattung. Im abgelaufenen Jahrzehnt hat sich die Medienlandschaft aufgrund neuer technologischer Publikationsmöglichkeiten stark gewandelt. Das Angebot an Online-Portalen, die den klassischen Medien Print, Fernsehen und Radio Konkurrenz bieten, ist spürbar größer geworden. Das hat auch Auswirkungen auf die Nachrichtenselektion, die Inhalte sowie den redaktionellen Arbeitsalltag bei Tageszeitungen. In der vorliegenden Magisterarbeit wurden diesbezügliche Unterschiede und Wechselwirkungen schwerpunktmäßig untersucht. Erfragt wurden zudem soziodemographische Abweichungen von Redakteuren im Print- bzw. Online-Bereich.
Theorie: Nachdem die vorliegende Arbeit im Kern von der Berufsausübung des Sportjournalisten handelt, dient die Kommunikatorforschung als Metatheorie. Da im empirischen Teil auch ein Schwerpunkt auf die Nachrichtenauswahl beziehungsweise die Art und Weise der Berichterstattung gelegt wird, setzt sich der theoretische Abschnitt vor allem mit „Gatekeeper“-Forschung, „News-Bias“-Forschung, Nachrichtenwerttheorie sowie Selektionsprozessen in der Sportberichterstattung auseinander.
Ziel, Fragestellungen: Worin liegen die grundlegenden soziodemographischen Unterschiede zwischen fest angestellten Sportjournalisten bei Tageszeitungen und Online-Portalen? Welche Unterschiede gibt es hinsichtlich der alltäglichen sportjournalistischen Redaktionsarbeit? Worin liegen die sportjournalistischen Themenschwerpunkte bei Tageszeitungen bzw. bei Online-Portalen? Inwieweit hat sich vor allem die inhaltliche Ausrichtung bei Tageszeitungen durch die Etablierung von Online-Portalen als Konkurrenzangebot verändert? Wo liegen die Unterschiede im redaktionsalltäglichen Selektionsprozess von Inhalten und der quantitativen wie qualitativen Gewichtung der themenspezifischen Berichterstattung?
Forschungsdesign: Nach einer umfassenden Literaturrecherche für den theoretischen Teil wurde die empirische Untersuchung in zwei Abschnitten durchgeführt. Zuerst wurden journalistische Kollegen, die sowohl Erfahrung im Tageszeitungs- als auch im Online-Bereich aufweisen konnten, per Leitfadeninterviews befragt, wodurch erste explorative Ergebnisse geliefert werden konnten. Diese Resultate flossen daraufhin als Grundlage einer schriftlichen Befragung mit Redakteuren aus dem österreichischen Print- und Online-Bereich ein. Analog zu den Resultaten der Leitfadeninterviews wurden auch diese Ergebnisse in ausführlicher Weise dargestellt und analysiert. Abschließend wurden im letzten Kapitel alle Erkenntnisse interpretiert und kontextualisiert.
Ergebnisse: In vielerlei Hinsicht sind Print- und Online-Journalisten gar nicht so verschieden. Beide Gruppen sind „Arbeitstiere“ und größtenteils auch Idealisten, die einem ihrer persönlichen Hauptinteressen – dem Sport – beruflich nachgehen können und das auch sehr gerne tun. Beide Gruppen sind hauptsächlich deswegen mit ihrem Beruf zufrieden und nehmen dafür „familienfeindliche Arbeitszeiten“ in Kauf. Auch wenn Sportredakteure im Allgemeinen scheinbar nur selten ein gutes Ansehen innerhalb der gesamten “Journaille“ genießen, sind es wiederum die Sportjournalisten im Printsektor, die über eine deutlich bessere Reputation als jene im Online-Bereich verfügen. Hinzu kommt, dass durch deutlich geringere Bezahlung Online-Redakteure häufig an einer Art „Minderwertigkeits-Komplex“ leiden. Print-Redakteure können mehr klassische Journalisten-Aufgaben erledigen. Auf der anderen Seite haben ihre Online-Kollegen aufgrund des unbeschränkten Publikationsraums den Vorteil, über alle sportlichen Geschehnisse Artikel veröffentlichen zu können. Zudem haben Online-Redakteure öfter auch in Sachen Seiten-Gestaltung mehr freie Hand als der durchschnittliche Print-Redakteur, der das Layout kaum alleine bestimmen kann. Allgemein sind im Online-Bereich die jüngeren Redakteure beschäftigt, wobei der empfundene Stresspegel im Print-Bereich zumeist etwas niedriger angesiedelt ist. Den befragten Redakteuren zufolge wird die Zukunft die bereits bestehenden Trends weiter bestätigen. Zeitungen werden noch hintergründiger („magaziniger“) berichten, während Online-Redakteure wohl oder übel damit rechnen müssen, dass noch vielfältigere Aufgaben auf sie zukommen. Die „eierlegende Wollmilchsau“ ist im digitalen Redaktionsalltag gesucht und wird künftig noch mehr gefragt sein.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Sport Journalismus Sportjournalismus Online Print Kommunikatorforschung
Autor*innen
Bernhard Kastler
Haupttitel (Deutsch)
Print versus Online
Hauptuntertitel (Deutsch)
vergleichende empirische Untersuchung zum beruflichen Alltag in sportjournalistischen Print- und Online-Redaktionen Österreichs
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
143 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Friedrich Hausjell
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.33 Pressewesen ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.38 Neue elektronische Medien
AC Nummer
AC09438985
Utheses ID
14736
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
