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Diskurstheoretische Betrachtungen zu Harmonisierung und Koordination in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit
Sonja Leguizamon
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Walter Schicho
DOI
10.25365/thesis.16538
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29535.49639.605253-5
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Diplomarbeit setzt sich mit dem Aufkommen der Begriffe „Harmonisierung“ und „Ko-ordination“ in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit auseinander. In den 1980er Jahren wurde Entwicklungshilfe auf Entwicklungszusammenarbeit umbenannt. Zusammen-arbeit impliziert die Existenz eines gemeinsamen Rahmens zwischen den kollaborierenden Akteuren sowie Koordination zur Umsetzung der Kollaboration. Allerdings wurden Harmo-nisierung und Koordination erst im Zuge der neuen Aid Effectiveness Agenda zu einem eige-nen Thema. Warum tauchen also Koordination und Harmonisierung erst nach dem Millenni-umswechsel auf, wenn das Konzept der Zusammenarbeit bereits schon viel länger besteht?
Die Diskurstheorie, mit dem Methodeninstrumentarium der Diskursanalyse, bildet für diese Fragestellung einen fruchtbaren Ansatz. In der Foucaultschen Tradition beschäftigt sich die Diskurstheorie mit der Frage, welches Wissen zu welcher Zeit und in welchem Kontext „gül-tiges“ Wissen ist. Definitionen von „Wahrheiten“ sind immer durch den Ausschluss von „Nicht-Wahrheiten“ begründet. Dabei liegt der Wahrheitsgehalt im Kontext, und nicht in der Aussage selbst. In der Gesellschaft kämpfen verschiedenste Akteure um die Definitionsmacht von „Wahrheiten“, wobei macht nicht per se destruktiv sein muss, sondern auch produktiv, also hervorbringend wirken kann. Da die Fragestellung eine historische Dimension enthält, nämlich die Frage, warum etwas zu einem Zeitpunkt auftaucht, zu einem anderen aber nicht, wird der historischen Diskursanalyse besondere Achtung geschenkt.
Ausgehend von diesem theoretischen und methodischen Hintergrund wird untersucht, wann seit Beginn der Entwicklungszusammenarbeit Harmonisierung und Koordination als explizite Praxis und in Texten auftauchen, und wie sich ihre Erscheinungsformen bis ins 21. Jahrhun-dert verändern. Im 21. Jahrhundert kam eine Reihe von internationalen Konsenspapieren zu Stande, die sich direkt oder indirekt mit dem Thema Harmonisierung und Koordination aus-einandersetzen. Aufgrund dieser Texte wird analysiert, wie Harmonisierung und Koordinati-on von verschiedenen Akteuren definiert und verwendet werden, wobei ein Augenmerk auf Abgrenzungen zwischen diesen beiden Begriffen gelegt wird. Die unterschiedlichen Argu-mentationsstrukturen werden mit wissenschaftlicher Literatur kontrastiert, wobei aufgezeigt wird, welche Punkte aus wissenschaftlicher Sicht Konsistenz haben, und welche möglicher-weise eine andere Funktion erfüllen. Die Ergebnisse werden mit dem historischen Kontext kontrastiert, was die Basis liefert für Schlussfolgerungen.
Abstract
(Englisch)
This Diploma Thesis deals with the occurrence of the terms „harmonization“ and „coordina-tion“ in international development cooperation. In the 1980s, development aid has been re-named into development cooperation. Cooperation implies the existence of a common framework as well as coordination in order to implement collaboration. However, harmoniza-tion and coordination have been set as development themes only with the occurrence of the new Aid Effectiveness Agenda. But why did coordination and harmonization only occur in the 21st Century, when the concept of cooperation already existed for a certain time?
The discourse theory with the analytical tools of discourse analysis is providing a fruitful approach to this purpose. Following the Foucauldian tradition, discourse theory and analysis are dealing with the question, what kind of knowledge may be “valid” knowledge in a partic-ular context, but in another not. Definitions of “truth” are always related to the exclusion of alternatives, or put the other way around; truth can only be understood in comparison to “non-truth”. Thereby the validity of truth does not lie in the content itself, but in the context, in which “truth” is emerging. In society, various “players” are constantly in competition to achieve the power to define the content of “truth”. In Foucauldian tradition, power is not destructive per se; it can have also productive functions. As the research question contains a historic dimension, namely why something is occurring at one particular point in time, but not in another one, special attention is given to the method of historic discourse analysis.
Starting from the theoretical and methodological background, various forms of occurrence of harmonization and coordination will be analyzed from the beginnings of development coop-eration until the present day. In the 21st Century, a number of consent papers have been pro-duced by international politics and civil society, dealing entirely or partly with harmonization and coordination. Based on those texts it will be analyzed, how different players are defining and using both terms, but also how they are differentiating between coordination and harmo-nization. The argumentation schemes will be contrasted with scientific literature, whereby the aim is to find out, which arguments are sustained by this kind of literature, and which might serve another purpose. The outcomes will be contrasted with historic trends in development cooperation, which in turn provides the data basis for conclusions.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Harmonization Coordination Development Cooperation Discourse Analysis Discourse Theory
Schlagwörter
(Deutsch)
Harmonisierung Koordination Entwicklungszusammenarbeit Diskursanalyse Diskurstheorie
Autor*innen
Sonja Leguizamon
Haupttitel (Deutsch)
Diskurstheoretische Betrachtungen zu Harmonisierung und Koordination in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit
Paralleltitel (Englisch)
Discourse theoretical insights into harmonization and coordination in international development cooperation
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
157 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Walter Schicho
AC Nummer
AC08799365
Utheses ID
14825
Studienkennzahl
UA | 057 | 390 | |
