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"Auf der Suche nach den Tönen des Swahili"
eine sprachhistorische Analyse der Swahili-Varietät Mwiini
Ruth Kreuzer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Norbert Cyffer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.16879
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29505.26127.453962-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Der Missionar und Linguist Hermann Nekes stellte 1911 die Behauptung auf, dass das Swahili als typische Bantusprache früher einmal distinktiven Ton hatte und diesen mittlerweile verloren hat. Siebenundneunzig Prozent der Bantusprachen sind tatsächlich Tonsprachen und obwohl das Swahili die verbreiteteste Bantusprache ist, stellt es in diesem Punkt eine Ausnahme dar. Die nördlichste Swahili-Varietät, Mwiini, hat jedoch heutzutage noch distinktiven Akzent. Dies lässt vermuten, dass sie sich im Moment in einer Übergangsphase zwischen Ton- und Akzentsprache befindet. Dadurch stellt sich die Frage, ob Nekes Recht hatte und Swahili tatsächlich früher einmal eine Tonsprache war. In dieser Arbeit wird zuerst erörtert, warum es wahrscheinlich ist und später untersucht, ob das Mwiini den distinktiven Ton bzw. Akzent nie verloren hat oder, ob es durch die benachbarte Tonsprache Somali, welches einer komplett anderen Sprachfamilie angehört, so stark beeinflusst wurde, dass es durch Sprachkontakt die Tonstruktur des Somali übernommen hat. Durch Vergleichen der Morpheme im verbalen Komplex von Standard Swahili und Mwiini und anschließender Komparation der Somali-Tonstruktur mit der Akzentstruktur des Mwiini wird versucht, eine Antwort darauf zu finden. Weiters wird in der Arbeit das affirmative Präteritum des Mwiini genauer beleuchtet, da es die einzige Zeit ist, in der sich die Morphemstruktur komplett von der des Swahili unterscheidet. Im Rahmen der Forschungen konnte durch Gegenüberstellung des Präteritums von Mwiini und Somali eine Ähnlichkeit der Morphemstruktur in dieser Zeit festgestellt werden. Bezüglich der Tonstruktur sind in den beiden Sprachen jedoch keine Parallelen zu finden. Hinsichtlich der Tonstruktur fällt aber auf, dass der Akzent im Mwiini meist auf dem vorletzten Vokal liegt und im Swahili die Betonung ebenfalls auf der vorletzten Silbe liegt. Da Hochtöne in der Regel stärker betont werden als Tieftöne, kann davon ausgegangen werden, dass in Sprachen, welche früher einmal Tonsprachen waren, nun die Betonung dort liegt, wo früher einmal ein Hochton war. Für das Swahili lässt sich daraus schließen, dass der Hochton auf der vorletzten Silbe lag; genau wie heute noch im Mwiini. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen kann, dass das Swahili früher einmal eine Tonsprache war. Das Mwiini hat den distinktiven Ton aufgrund seiner räumlichen Isolation vermutlich nie verloren, befindet sich jedoch heutzutage im Begriff, eine Sprache ohne distinktiven Ton zu werden. Die Tonstruktur wurde nach den Erkenntnissen dieser Arbeit nicht vom Somali beeinflusst, dafür übernahm das Mwiini jedoch die Morphemanordnung des Somali im Präteritum. Durch weitere Analysen dieser einzigartig konservierten Swahili-Varietät und seines noch vorhandenen distinktiven Akzents werden vermutlich noch einige große Fragezeichen in der Swahili-Forschung zu lösen sein.
Abstract
(Englisch)
The missionary and linguist Hermann Nekes stated in 1911 that Swahili being a typical Bantu language used to have a distinctive tone in the past which has been lost in the meantime. Ninety seven per cent of all Bantu languages are actually tone languages, but although Swahili is the most widespread one of them, it turns out to be an exception to the rule. The variety of Swahili used in the very north of the Swahili region, Mwiini, still displays a distinct accent today. This leads to the assumption, that Mwiini finds itself in a transition state between tone and accent language at the moment. This again leads to the question if Nekes' assumption was right and Swahili actually used to be a tone language at some point in the past. This paper wants to clarify first, why the assumption above can be considered as probable and then continues by analyzing if Mwiini either never lost its distinctive tone or accent, or if it was actually influenced by the neighboring tone language Somali – which belongs to a complete different family of languages – in a way which lead to the adoption of a tone structure. To find an answer to this question, the morphemes in the verbal context of Standard Swahili and Mwiini are compared, before a comparison of the Somali tone structure with the Mwiini accent structure is carried out. Further, the affirmative past tense of Mwiini is looked at closely, since it constitutes the only tense in which the morpheme structure differs completely from the morpheme structure of Swahili. The contrast of the past tense of Mwiini and Somali in the research process was able to prove a similarity of the morpheme structure in this tense. Considering the tone structure, no parallels could be found between the two languages. It could be noticed, though, that the accent in Mwiini falls on the penultimate vocal just like the accentuation in Swahili. Since high tones are generally stressed more than low tones, it can be assumed that languages which used to be tone languages in the past, now use an accentuation where a high tone was used before. Therefore, the high tone in the Swahili language must have been laid on the penultimate syllable, just as it still is in Mwiini. In conclusion, it can be assumed, that Swahili used to be a tone language in the past. Mwiini has probably never lost the distinctive tone due to its territorial isolation, although it is also already developing towards being a language without any distinctive tone. Based on the findings of this paper, the tone structure was never influenced by the Somali language, while the morpheme order of the past tense of Mwiini does demonstrate this influence. Further analysis of this uniquely conserved form of Swahili with its distinctive accents in the future will most likely serve to solve more open questions that concern today's Swahili research.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Bantu Swahili Swahili-Varietät Mwiini Somalia Tonsprachen Swahili Geschichte Swahili Grammatik
Autor*innen
Ruth Kreuzer
Haupttitel (Deutsch)
"Auf der Suche nach den Tönen des Swahili"
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine sprachhistorische Analyse der Swahili-Varietät Mwiini
Publikationsjahr
2011
Umfangsangabe
101 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Norbert Cyffer
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.00 Sprach- und Literaturwissenschaft: Allgemeines ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.14 Vergleichende Sprachwissenschaft ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.18 Dialektologie ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.51 Einzelne Theorien der Grammatik ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.55 Morphologie, Wortbildung ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.69 Sprachwissenschaft: Sonstiges ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.94 Afrikanische Sprachen und Literaturen
AC Nummer
AC08818070
Utheses ID
15129
Studienkennzahl
UA | 390 | | |
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